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Webcam Bredstedt : Schlechtes Wetter lockt die meisten

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mehrere 1000 Besucher klicken sich an manchen Tagen auf die Webcams von Dirk Jensen. Die fünf Kameras erzeugen insgesamt sechs verschiedene Bilder – über den Marktplatz, in die Köge und in den nordfriesischen Himmel.

shz.de von
erstellt am 14.Jun.2015 | 10:00 Uhr

Die meisten Besucher hat er bei richtig miesem Wetter. Als beispielsweise Ende Oktober 2013 Orkan Christian über das Land tobte, waren es mehr als 1000. Beim nächsten Sturm, gut einen Monat später, sogar mehr als 4000. An durchschnittlichen Tagen sind es dann noch Besucherzahlen im dreistelligen Bereich, die die Website von Dirk Jensen anklicken. Und die meisten von ihnen wollen über den Bredstedter Marktplatz gucken.

Dabei hat www.bredstedt-cam.de mittlerweile sehr viel mehr zu bieten, als nur den Blick vom ehemaligen Rathausgebäude in Richtung Osterstraße. Insgesamt fünf Kameras mit sechs Perspektiven ermöglichen dem Besucher jederzeit von fast jedem Ort der Welt, auf Bredstedt, in die Köge oder in den nordfriesischen Himmel zu gucken – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. Im herkömmlichen Format oder als 180-Grad-Panorama-Ansicht. Hinzu kommen sekündlich aktualisierte Wetterdaten von der dazugehörigen Wetterstation auf dem Gebäude an der Bohnenstraße.

Im Mai 2008 hatte die damalige Spar- und Leihkasse zu Bredstedt die erste Kamera an ihrem Gebäude installiert, drei Monate später kam die Wetterstation hinzu. Und schon damals war Jensen als Mitarbeiter in der IT-Abteilung des Kreditinstituts mit den Anlagen betraut. Als es vor zwei Jahren mit der Nord-Ostsee-Sparkasse fusionierte, übernahm der Bredstedter die Geräte und betreibt sie seitdem privat.

„Die meisten Besucher kommen aus der Region“, erzählt er. „Viele Klicks gibt es aber auch aus dem restlichen Deutschland, aus den USA, Großbritannien, Italien und Frankreich.“ Und um sein Angebot noch bekannter zu machen, ist er damit auch auf allen der bekanntesten sozialen Medien aktiv: Facebook, Twitter, Youtube. Dort lädt er unter anderem Zeitraffervideos hoch, auf denen es Außergewöhnliches zu sehen gibt – beispielsweise, wenn die Feuerwehr mit zehn Fahrzeugen anrückt, um vor Publikum einen Einsatz auf dem Marktplatz zu demonstrieren, wenn die Bredstedter Markttage gefeiert werden oder wenn beim Kinderfest die Luftballons in den Himmel steigen. Oder aber, wenn der erste Schnee des Jahres fällt. Dann ist im Zeitrafferfilm zu sehen, wie mit der aufgehenden Sonne langsam Bewegung in die Stadt kommt – und auch der nordfriesische Schnee im Laufe des Nachmittags schon wieder schmilzt.

Obwohl mittlerweile auch Werbung von Google oder lokalen Unternehmen auf seiner Seite zu sehen ist – Geld verdienen kann er damit nicht, sagt Jensen. „Es ist ein Hobby. Durch die Werbung versuche ich eher das Minus zu drücken.“ Und auch wenn es sich aus finanzieller Sicht nicht lohnt, der 44-Jährige arbeitet ständig weiter an der Seite. Es gibt inzwischen eine Smartphone-App und der Web-Developer experimentiert nebenbei weiter mit neuen Kameras. Zeitweise gab es sogar Geräte, die vom Nutzer selbst steuerbar waren: Zoomte sich ein Besucher beispielsweise gerade an den Fernsehturm auf dem Stollberg heran, landete der nächste in der Warteschleife und konnte anschließend die Kamera steuern.

Ausfälle gibt es dabei so gut wie nie. „Bei den Kameras handelt es sich um Sicherheitstechnik – die erste läuft im Grunde seit sieben Jahren durch.“ Und auch alle datenschutzrechtlichen Aspekte werden von ihm berücksichtigt. „Wenn ich ein neues Gerät aufstellen möchte, wird es zunächst auf alle Kriterien geprüft. Und erst dann wird es in Betrieb genommen.“

Wenn er die Möglichkeit hat, würde Dirk Jensen auch gern noch weitere Kameras in der Region aufstellen – am liebsten direkt an der Küste. „Dafür bin ich immer offen. Am Meer könnte man vor allem schöne Zeitraffervideos von Ebbe und Flut machen“.

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