Niebüll : Scheiben am Wehlenkiosk zerschlagen

Die Scheiben fehlen. (Foto: Stephan Bülck)
Die Scheiben fehlen. (Foto: Stephan Bülck)

Ein zerstörter Schaltkasten, kaputte Scheiben und herausgerissene Pflanzen: Unbekannte hatten es mal wieder auf das Gemeineigentum abgesehen.

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24. Juli 2008, 06:50 Uhr

Niebüll | Vom Bahnhof bis zum Wehlen-Gebiet zog sich gestern eine Spur der Verwüstung. Bedienstete des städtischen Bauhofes hatten einen ganzen Vormittag zu tun, um die Scherben der zerstörten Scheiben des gerade erst wieder eröffneten Wehlen-Kiosk sowie weggeworfenen Unrat aufzusammeln. Auch im Bahnhofsgebäude ging eine Scheibe zu Bruch. Im Stadt- sowie im Malmesbury-Park und aus anderen Anpflanzungen wurden Blumen herausgerissen. "Es war mal wieder schlimm", berichtete Bauhof-Leiter und Stadtgärtner Jochen Johannsen. "Da geben sich einige Leute so viel Mühe. Und einige andere kommen und machen alles kaputt." In Bahnhofsnähe wurde bereits einen Tag zuvor der Schaltkasten der Ampelanlage beschädigt - und in "Schieflage" gebracht, wie eine Polizeibeamtin berichtete.
Jugendsozialarbeit ein Schritt
Immer wieder zu Ferienbeginn entlade sich übermäßige Kraft, die kein Ventil habe, in sinnlose Zerstörung, so Bürgermeister Wilfried Bockholt. "Allerdings haben wir einen solchen Zug durch die Gemeinde schon lange nicht mehr gehabt." Eltern und Jugendlichen gab er zu bedenken, dass Zerstörtes meistens öffentliches Eigentum sei und die Beseitigung der Schäden von der Kommune bezahlt werden müsse. Da komme in so manchem Jahr schon mal ein vierstelliger Betrag zusammen. "Aber da redet man häufig gegen eine Wand", so der Bürgermeister. Als Folge ähnlicher Vorfälle in der Vergangenheit sei der Mobile Jugendsozialarbeiter Frank Hansen eingestellt worden, um in Zusammenarbeit mit dem Haus der Jugend Kinder und Jugendliche anzusprechen, ihnen für die Ferien Beschäftigungsangebote zu machen. Doch auch Frank Hansen sei kein Nachtwächter, könne als Einzelkämpfer nur den Sympthomen ein Stück entgegenwirken. "Wir können die Welt nicht verändern", so Wilfried Bockholt. Man könne nur versuchen, Vorkommnissen mit Taten entgegenzuwirken. Ein solcher Schritt sei mit der Jugendsozialarbeit getan.
Wut bei Bürgerinitiative
Besonders ärgerlich, so Bockholt, seien die Zerstörungen an der Wehle, wo gerade erst Bürger viel Engagement gezeigt hätten. Eine von ihnen, Doris Pacholski, hatte am Wochenende gemeinsam mit einem Dutzend Helfern die Wehle auf Vordermann gebracht. "Ich kann es nicht glauben", so ihre erste Reaktion. Das ist kein Dummerjungenstreich mehr, das ist Vandalismus, der von der Polizei verfolgt werden muss." Auch Friedrich Becht war einer der Bürger, die ihre Freizeit an der Wehle geopfert hatten: "Und jetzt die zertrümmerten Scheiben am Kiosk." Wehlen-Nachbar Karl-Emil Boysen: "Die Täter zerstören ohne Sinn und Verstand. Das will mir einfach nicht in den Kopf."

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