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Container vor dem Aus : Schandfleck Obdachlosen-Unterkunft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Obdachlosen-Unterkunft in Tönning ist ein Schandfleck. Die Container sollen abgerissen werden und einem Neubau mit sieben Wohneinheiten weichen. In ein umfangreiches Spielangebot entlang der Sandfläche will die Stadt außerdem 40.000 Euro investieren.

Da hat sich die Stadt Tönning viel vorgenommen. Doch bevor die Vorschläge, die Bürgermeister Frank Haß in der Bauausschuss-Sitzung vortrug, alle in die Tat umgesetzt werden können, müssen die Fraktionen noch darüber beraten. In den Blickpunkt rückt unter anderem der Schlosspark. Zwischen der neuen Toilettenlage und der Polizeistation oder in der Nähe des Nationalparkamtes beabsichtigt die Verwaltung, einen etwa 60 Quadratmeter großen Bouleplatz einzurichten. „Beide Flächen befinden sich in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz“, so Haß. Der Vorschlag stieß bei dem Gremium auf Zustimmung.

Als Ersatz für die ehemalige Minigolfanlage am Campingplatz erwägt die Stadt, eine Freizeitfläche mit Spielgeräten zu installieren. So könnten Grillmöglichkeiten geschaffen und Verweilhütten aufgestellt werden. Angedacht ist auch ein City-Frisbee-Spiel sowie Lichtkugeln entlang der befestigten Wege. Bauamtsleiter Kornelius Ruddeck schlug vor, die Wege mit Ökopflaster auszulegen. „Die Kosten müssen aber in den Haushalt reinpassen.“ Für das gesamte Projekt sind 20.000 Euro veranschlagt. „Das sind alles Vorschläge, die noch beraten werden müssen“, erklärte der Bürgermeister. Die zuständigen Gremien müssen sich bald einigen, denn die Haushaltsberatungen sind auf den 12. November angesetzt.

Gebaut werden soll auch am Badestrand entlang der Sandfläche. Die alte Seilbahn hatte aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen. Sie soll im kommenden Jahr ersetzt werden. Rund 40.000 Euro will die Stadt investieren, um das Spieleangebot zu erweitern. „Was abgebaut wurde, wird zehnfach ersetzt“, klärte Bürgermeister Frank Haß auf. Damit seien unendlich viele Spielmöglichkeiten verbunden. Der Runde Tisch habe bereits versichert, sich finanziell daran zu beteiligen.

Die Obdachlosen-Unterkunft ist ein Trauerspiel und eine Zumutung für die Bewohner. Darin war sich das Gremium einig. Die Unterkunft war in den 1970-er Jahren errichtet worden. Die Wohncontainer waren gebraucht gekauft worden. „Wir haben die ordnungsrechtliche Verpflichtung, kurzfristige Unterkunft für in Not geratene Menschen zur Verfügung zu stellen.“ Darauf verwies Frank Haß. Die Räumlichkeiten seien jedoch nicht mehr zumutbar und abgängig. Aufträge an einen Architekten oder Baufirmen wurden noch nicht erteilt, versicherte er. Doch es liege bereits ein vielversprechender Entwurf vor. Sieben Wohneinheiten mit jeweils einer Küchenzeile und zwei separate Bäder seien vorgesehen. Außerdem sei das Gebäude so konzipiert, dass ein Erweiterungsbau möglich ist. Die Kosten werden auf gut 270.000 Euro geschätzt.

Die Resonanz aus dem Gremium war positiv. Mery Epsen, Mitglied des Kreistages und Stadtvertreterin, zeigte sich erfreut darüber, dass dieses Thema aufgenommen wurde. „Kommen wir aber mit sieben Wohneinheiten aus?“, wollte sie wissen. In den vergangenen Jahren seien etwa vier bis fünf Personen oder Familien untergebracht worden, so die Antwort.

Eine gute Nachricht für die Bewohner der Wohnsiedlung b19: So schnell wie möglich soll die letzte Asphaltschicht auf die Fahrbahn aufgebracht, Parkbuchten sowie Gehwege mit Grünstreifen eingerichtet werden. Die Kosten hierfür sind mit 400 000 Euro angesetzt, rechnete Ruddeck vor.

Die alte Schienentrasse zwischen der Badallee und dem Eiderdeich ist mit Gestrüpp überwuchert. Die Stadt hat das Gelände von der Bahn erworben und möchte, wenn das Gelände gerodet ist, einen Weg für Spaziergänger und Radler auf den Schienen errichten. „Das ist verhältnismäßig günstig und obendrein sehr effektiv“, stellte Haß fest.


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