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Keine gute Visitenkarte : Schandfleck an der Einfallstraße

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Vor zwei Jahren wurde die Friedrichstädter Eidermühle abgerissen, doch getan hat sich auf dem Gelände bislang noch nichts. Der Bürgermeister befürchtet, dass Touristen durch den Anblick abgeschreckt werden könnten.

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erstellt am 29.Apr.2014 | 11:00 Uhr

Mitte 2001 war es ein Schock für Friedrichstadt, die ehemalige Kölln-Mühle, später Eidermühle, schloss ihre Tore. Elf Jahre später war die Mühle wieder in aller Munde. Gespalten war die Meinung der Friedrichstädter, als nach jahrelangem Leerstand und zusehendem Verfall das traditionsreiche Gebäude unmittelbar am Westersielzug und der B 202 gelegen, abgerissen wurde. Denn die markante rote Ziegelsteinmühle war für die Stadt prägend und hatte vor mehr als einem Jahrhundert dazu beigetragen, dass das Frachtaufkommen im Friedrichstädter Hafen stark anstieg.

Im Sommer 2012 fielen die letzten Mauern, doch seither hat sich dort auf dem Areal nicht so viel getan. Noch immer ist das Gelände als Baustelle eingezäunt und macht einen verwahrlosten Eindruck. Der Büro-Container am Eingangsbereich hat deutlich sichtbar schon wesentlich bessere Zeiten erlebt. Seit dem Orkan „Christian“ im Herbst des vergangenen Jahres, sind die Scheiben geborsten und er steht nicht mehr in einer geraden Flucht zur Straße. Das Gelände vermüllt zusehends, an einer Ecke ist bereits ein kleiner Unratberg entstanden.

Im Juli 2012 war der Abbruch der Mühle nahezu abgeschlossen. Doch entgegen den Erwartungen der Stadt, dass dann auch das Gelände wieder ansehnlich hergerichtet wird, hat sich dort eigentlich nichts getan, beklagt der Friedrichstädter Bürgermeister Eggert Vogt. „Wir können da nicht einschreiten, wir haben keine rechtliche Handhabe“, sagt er. Auch die Verwaltung des Amtes Nordsee-Treene habe schon versucht, eine Änderung herbeizuführen, doch bislang ohne Erfolg. Es ist ein trauriger Anblick am Ortseingang, unterstreicht der Bürgermeister. „Die Stadt lebt doch vom Tourismus, und nun müssen wir schon im zweiten Jahr diesen Anblick ertragen. Ich verstehe das nicht.“ Vogt vertritt keine Einzelmeinung, alle Fraktionen im Friedrichstädter Rathaus sind dieser Ansicht, „doch uns sind die Hände gebunden.“ Der Kreis Nordfriesland habe seinerzeit die Abrissgenehmigung erteilt und sei letztendlich wohl dafür zuständig, wir als Stadt können da gar nichts machen“, erläutert das Stadtoberhaupt.

Die Natur erobert sich das Gelände der ehemaligen Eidermühle ganz langsam zurück, zumindest beginnen die Pionierpflanzen zu wuchern. Selbst die dort noch liegenden Berge von Abbruchholz werden besiedelt. Der Stadt wäre es daher lieb, wenn die Restarbeiten zur Säuberung der ehemaligen Eidermühle ausgeführt werden. „Notfalls würde ja auch erstmal ein Zaun als Sichtschutz reichen, aber so geht es für eine Touristenstadt gar nicht,“ beklagt Eggert Vogt. „Die Gäste werden ja schon an der B 202 vergrault.“

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