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HIlfe für Eiderstedts Kirchen : Schätze der Vergangenheit

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Förderverein Eiderstedter Kirchen will in diesem Jahr rund 11.000 Euro für Restaurierungen spenden. Drei Projekte in den Gotteshäusern von Tating, Welt und Kating sollen damit unterstützt werden.

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erstellt am 09.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Eiderstedt ist das Land der Kirchen, dafür ist die Halbinsel über ihren Grenzen hinaus bekannt. Mit 18 historischen Gotteshäusern hatte der ehemalige Kirchenkreis die größte Gebäudedichte in Nordelbien. Doch finanziell bedeutet der Unterhalt der Backsteinbauwerke, die aus dem Mittelalter stammen, und ihres Inventar eine große Herausforderung. Einer, der das mitträgt, ist der Förderverein Eiderstedter Kirchen, der vor 16 Jahren gegründet worden ist und 209 Mitglieder in der ganzen Bundesrepublik hat.

In diesem Jahr will der Verein drei Projekte mit insgesamt knapp 11.000 Euro unterstützen. So wird die Restaurierung der spätmittelalterlichen Triumphkreuzgruppe in der Tatinger Kirche fortgesetzt. Die drei hölzernen Figuren, die Jesus am Kreuz, seine Mutter Maria und den Jünger Johannes darstellen, verlieren immer mehr an Farbe, die in Schichten abplatzt. Dann soll der Taufstein von 1521 in der St.-Michael-Kirche in Welt eine grundlegende Schönheitskur erhalten. Unter anderem war er einmal mit einem Eisenanker versehen, dessen Reste stark korrodieren und sich dabei ausdehnen. Sie haben bereits Teile des Beckenrands abgesprengt. Außerdem hat Zement den Sandstein beschädigt. Das dritte Objekt ist die Sakristei in Kating, die auch als Pastorenstuhl bezeichnet wird. Der grüne Lackanstrich soll seine ursprüngliche schwarze Beizung erhalten.

Auch im vergangenen Jahr hat sich der Förderverein für die Eiderstedter Kirche eingesetzt. Er gab insgesamt 21.113 Euro. Schwerpunkt bei den Förderprojekten war die Restaurierung der Kanzel von 1578 in der Welter Kirche. Wegen gelöster Leimverbindungen und der stark angerottete Tragebalken durfte sie schon seit Längerem nicht mehr betreten werden, wie der Vereinsvorsitzende Sönke Hansen berichtet. Zudem hatte sich an vielen Stellen der Rost der schmiedeeisernen Nägel durch den Weißlack gefressen und das Erscheinungsbild stark beeinträchtigt. Für rund 31 000 Euro, gemeinsam finanziert vom Landesamt für Denkmalpflege, dem Denkmalfond der Nordkirche und dem Förderverein Eiderstedter Kirchen, wurde sie umfassend restauriert. Mit ihrer von Weiß und Gold dominierten Farbfassung, die sie wohl in der Mitte des 18. Jahrhunderts erhalten hat, ist sie übrigens die einzige Eiderstedter Kanzel, deren Farbigkeit so unverkennbar in die Stilepoche des Klassizismus weist.

Eine kleinere Maßnahme war die Rekonstruktion der verlorengegangenen Zierkugeln am Unterboden der Poppenbüller Kanzel, die bereits im Jahr zuvor umfassend restauriert worden war. Und eine Frau aus Schwarzenbek hatte 5000 Euro für die Erneuerung eines Kronleuchter-Kranzes in der Vollerwieker Kirche gespendet.

Eine weitere Aktivität des Fördervereins sind die Kirchenreisen im Sommer mit Propst i.R. Hans-Walter Wulf. Mit ihnen möchte der Förderverein Interesse für die historischen Eiderstedter Kirchen wecken. Sie waren im vergangenen Jahr mit jeweils 60 Teilnehmern alle ausgebucht. Diese spendeten insgesamt 2800 Euro. 1500 Euro floßen aus weiteren Spenden und Kollekten. Diese bilden zusammen mit den Mitgliedsbeiträgen von 10.000 Euro, den Finanztopf, aus dem der Verein schöpft.

Zudem hat der Verein die Gottesdienste mit pensionierten Kirchenmusikern und Pastoren in Westerhever ins Leben gerufen. Sie finden seit 2011 im Sommer alle 14 Tage statt. Die Reihe beginnt wieder am Sonntag (27.) um 11 Uhr. 2013 kamen pro Gottesdienst 77 Besucher, so Hansen.

Wer den Verein unterstützen oder Mitglied werden möchte, wendet sich an Pastor i. R. Sönke Hansen, E-Mail soenke.hansen1@gmx.de oder Telefon 04862/537.

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