Sparen im Winter : Salz in Massen, Schnee in Maßen

Die Salzhalle ist noch gut gefüllt, worüber Thomas Leißner (r.) und Erich Domeyer sehr froh sind.
Die Salzhalle ist noch gut gefüllt, worüber Thomas Leißner (r.) und Erich Domeyer sehr froh sind.

Erst Streusalz kaufen, wenn es auch benötigt wird: Mit Vorratshaltung will die Stadt Husum möglichst preiswert durch diesen Winter kommen. Bisher hat es es gut geklappt.

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21. Januar 2015, 14:00 Uhr

Harter Winter – zu wenig Salz, milder Winter – zu viel Salz: Auf die Unwägbarkeiten der vergangenen Jahre wollte sich die Stadt Husum nicht noch einmal einlassen. Daher geht der Kommunale Service-Betrieb (KSH) jetzt andere Wege. „Während sich die meisten Kommunen bereits mit frischem Streusalz eingedeckt haben, werden wir erst dann wieder Streusalz einkaufen, wenn es auch tatsächlich benötigt wird“, erläutern Thomas Leißner und Dirk Dibbern. So könne die Stadt viel Geld sparen. Dass der Winter – der zumindest für die Meteorologen bereits seit 1. Dezember herrscht – jederzeit mit eiskalter Hand zuschlagen kann, schreckt die beiden KSH-Teamleiter nicht. „Wir sind bestens vorbereitet und können sofort reagieren, sollte der bislang weitgehend ausgebliebene Schnee doch noch mit Gewalt über uns hereinbrechen“, so Leißner. Und Schneefall ist ja vorhergesagt, wenn auch eher in Maßen.

In der Storm-Stadt trifft er auf eine seit langem gefüllte Lagerhalle. Fünf Tonnen weißes und braunes Salz lagern hier, gut geschützt vor Feuchtigkeit. „So können wir das Salz jahrelang aufbewahren, ohne dass es seine Wirkung verliert“, beschreibt Dibbern das Prinzip der Vorratshaltung. „Für die laufende Saison haben wir daher bisher noch kein weiteres Salz bestellen müssen.“

Das weiße Salz kommt aus aller Herren Länder, die Herkunft des braunen Salzes ist jedoch klar umrissen: „Das stammt aus Marokko und ist mit Wüstensand vermischt“, sagt Leißner. In der großen Halle liegt es schon länger. „In der Saison 2013/14 gab es nur acht Streueinsätze. Und in diesem Winter sind die Streufahrzeuge bisher nur an sieben Tagen ausgerückt.“

Doch das könne sich in dieser unberechenbaren Jahreszeit natürlich ganz schnell ändern. „Wenn wir nun plötzlich ein Wochenende mit Eisregen haben, müssen wir vollflächig streuen.“ Und in diesem Fall wäre der 500-Tonnen-Vorrat in wenigen Tagen aufgebraucht. Ab vier Uhr früh würde dann gestreut werden. „In dieser Zeit herrscht noch kein Berufsverkehr und unsere Fahrer können ungestört arbeiten.“ Doch danach sieht es derzeit nicht aus. Den ganzen Tag über kontrollieren die beiden Teamleiter die verschiedenen Wettervorhersagen, die sie per Computer abrufen. „Da ist momentan glücklicherweise nichts in Sicht, was uns beunruhigen müsste“, stellt Leißner fest und lacht.

Drei große Lastwagen sowie mehrere große und kleine Schlepper stehen für den Streueinsatz im gesamten Husumer Bereich einschließlich Schobüll zur Verfügung. Das Gebiet ist in mehrere Bezirke eingeteilt. 14 Mitarbeiter kümmern sich an den Wochentagen um einen möglichen Streueinsatz. „Jeder Fahrer bekommt einen Streuplan mit der Auflistung der Straßen, die er abzufahren hat“, erklärt Dibbern. Am Ende des Einsatzes müssen die Einsatzkräfte den Streuplan quittieren. „Das ist für uns ein wichtiges Dokument, besonders, wenn etwas passiert.“ So könne der KSH nachweisen, dass die Unfallstelle gestreut worden sei. In erster Linie werden die Hauptverkehrsstraßen sowie die Schul- und Buswege bearbeitet. „Aber nicht nur die Stadt, auch die Bürger müssen ihrer Verpflichtung nachkommen und für einen abgestreuten Gehweg vor dem Haus sorgen.“

Dabei sei zu beachten, dass in der Stadt durchaus unterschiedliche Temperaturen herrschen können. So zeigt das Thermometer im eng bebauten City-Gebiet wie etwa in der Großstraße oft ein bis zwei Grad mehr an als am Stadtrand. Dann fühle sich der Autofahrer in der Innenstadt in Sicherheit, weil hier die Straßen nicht mit Raureif überzogen sind – und könne unter Umständen schon im Gewerbegebiet sein blaues Wunder erleben. „In der Innenstadt müssen wir selten streuen, weil die eng aneinander gebauten und beheizten Häuser das Umfeld aufwärmen.“ Dennoch würden die Straßen natürlich auch hier kontrolliert.

Dass Wetterphänomene unterschiedlich wahrgenommen werden, ist Leißner klar. So sei der Sturm in den vergangenen Tagen von den Medien „völlig übertrieben“ dargestellt worden, findet der Teamleiter. Denn das sei ein ganz gewöhnlicher Wintersturm gewesen, wie er Jahr für Jahr in dieser Zeit übers Land fegt. „Wir hatten Windstärke acht und neun, das war doch wirklich nichts Besonderes.“

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