Fest für Bürger mit und ohne Uniform : Salvatorabend ohne Gastredner

Überraschung: Geschwaderkommodore Marcus Ellermann (r.) übergibt die gerahmte Grußkarte an Wilhelm von Spreckelsen.
Überraschung: Geschwaderkommodore Marcus Ellermann (r.) übergibt die gerahmte Grußkarte an Wilhelm von Spreckelsen.

Das Husumer Flugabwehrraketengeschwader 1 hatte zur traditionellen weiß-blauen Sause geladen – zum letzten Mal unter Kommodore Oberst Marcus Ellermann. Dessen Vorgesetzter in Köln war als Festredner geplant, musste jedoch krankheitshalber absagen.

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24. März 2014, 07:00 Uhr

Weiß-blau war die Dekoration, süffig das Bier, knackig die Haxe und zünftig die passende Musik der Egerländer Besetzung des Marinemusikkorps Ostsee: Zahlreiche Vertreter von Bundeswehr, Politik, Verwaltung und Wirtschaft sowie die Ehemaligen der Traditionsgemeinschaft des früheren Jagdbombergeschwaders 41 hatten sich im Unteroffizierheim der Fliegerhorstkaserne versammelt, um den alljährlich vom Flugabwehrraketengeschwader 1 „Schleswig-Holstein“ ausgerichteten Salvatorabend zu begehen. Nur einer fehlte: Ausgerechnet der Gastredner Generalmajor Robert Löwenstein hatte krankheitshalber absagen müssen, wie Geschwaderkommodore Oberst Marcus Ellermann bekannt gab. „Sicherlich, um die für Montag geplante Geschwaderübergabe nicht zu gefährden“, mutmaßte Ellermann, denn heute wird er den in Husum beheimateten Verband an seinen Nachfolger, Oberst Bernd Stöckmann, übergeben – und zu dieser feierlichen Zeremonie sollte General Löwenstein als Kommandeur Bodengebundene Verbände der Luftwaffe in Köln-Wahn und Vorgesetzter von Ellermann wieder gesund sein. „Obwohl ich nichts gegen einen längeren Verbleib in Husum hätte“, hob der hervor. So war seine launige Salvator-Ansprache zugleich so etwas wie eine Abschiedsrede.

Zunächst aber übergab er seinem pensionierten Vorgänger Wilhelm von Spreckelsen – von 1993 bis 1996 Kommodore des Verbandes – ein ganz besonderes Geschenk: „Eine von der Luftwaffenführung und allen Generalen und Obersten der Flugabwehrraketentruppe signierte Karte anlässlich des 70. Geburtstages“ – eine Ehrung, die von Spreckelsen freudig überrascht entgegennahm. Nach dem obligatorischen und mit viel Beifall bedachten Lob für das Organisations-Team des Abends ging Ellermann auf die aktuelle sicherheitspolitische Lage ein. Der Türkei-Einsatz, bei dem das Geschwader seit nun mehr als einem Jahr im Verbund mit den Nato-Partnern für den Schutz vor Luftangriffen an der Grenze zu Syrien sorgt, zeige die Wertigkeit der Flugabwehrraketentruppe, für die 2014 ein richtungsweisendes Jahr werde: „Dann geht es um die Entscheidungen für eine Nachfolge der derzeitigen Waffensysteme – um unsere Kompetenzen zu erhalten und die Fähigkeiten weiterzuentwickeln.“ Denn das Husumer Geschwader sei nach der Reform ein „Unikat-Verband mit enorm hoher Verantwortung“.

Ellermann hielt seinen Redebeitrag bewusst kurz, und so ging der Abend schnell in den geselligen Teil über. Kontakte wurden geknüpft oder wiederbelebt, zahlreiche Gespräche über Vergangenheit und Zukunft geführt und aktuelle Nachrichten diskutiert – von der Stadtpolitik bis zum Rätsel um das Verschwinder der Malaysia-Airlines-Boeing. Und bis um vier Uhr morgens hielt der letzte harte Kern von wackeren Bürgern mit und ohne Uniform durch, bis auch er den Weg nach Hause fand.

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