Tönning : Säurealarm auf Tönninger Firmengelände

In schweren Schutzanzügen bestreuten die Feuerwehrmänner die Flüssigkeit mit Löschkalk.
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In schweren Schutzanzügen bestreuten die Feuerwehrmänner die Flüssigkeit mit Löschkalk.

Eine stark ätzende Flüssigkeit war aus einem Container auf dem Gelände einer Tönninger Firma ausgelaufen. 27 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

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14. Juni 2018, 19:00 Uhr

Großeinsatz für die Tönninger Feuerwehr am Donnerstag (14. Juni) gegen 7.10 Uhr: Auf dem Freigelände der Firma Flowserve Sihi war ein zur Entsorgung bereitstehender Container mit Abfällen aus einer Edelstahlbeize korrodiert, so dass bereits etwa fünf Liter einer flusssäurehaltigen Flüssigkeit ausgelaufen waren. „Bei Flusssäure handelt es sich um eine sehr giftige, ätzende Flüssigkeit, die sogar Glas anätzen und auflösen kann“, machte Wehrführer Dr. Stefan Klützke die besondere Gefahr deutlich. Daher entschied der Einsatzleiter, der auch Fachberater Chemie des Löschzugs Gefahrgut Nordfriesland ist, die ausgetretene Flüssigkeit mit gelöschtem Kalk abzustreuen, der die Säure zu unschädlichem Calciumfluorid abreagieren lässt. Das Loch im Container konnte mit einer speziellen Dichtpaste sicher verschlossen werden. „Alle Arbeiten wurden durch zwei Trupps unter schwerem Chemikalien-Schutzanzug durchgeführt“, berichtete Dr. Klützke. „Anschließend haben wir eine fachgerechte Dekontamination der Einsatzkräfte durchgeführt.“

Zur deren Sicherheit stand der Rettungsdienst bereit, die Polizei sicherte das Gelände ab. „Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Umgebung und den benachbarten Campingplatz, weiterhin ist kein Gefahrstoff in die Umwelt ausgetreten“, sagte der Wehrführer am Ende des zweieinhalbstündigen Einsatzes.

Im Einsatz waren 27 Tönninger Feuerwehrleute mit fünf Fahrzeugen. Die Wehr ist Teil des Löschzugs Gefahrgut (LZG). Bestünde in Tönning keine Außenstelle des LZG, hätte der Löschzug Gefahrgut aus Husum anrücken müssen. Gemeindewehrführer Dr. Stefan Klützke äußerte sich sehr zufrieden: „Es waren keine Menschenleben in Gefahr, und ich möchte auch die gute Zusammenarbeit mit der Firma Flowserve Sihi hervorheben.“

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