Keine Angst vor Unwetter : Sägen betankt – Sturm kann kommen

Gerätewart Manuel Fritz-Paulsen (l.) und sein Vertreter Thomas Scherlitzki von der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichstadt.
Gerätewart Manuel Fritz-Paulsen (l.) und sein Vertreter Thomas Scherlitzki von der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichstadt.

Die Feuerwehren in den Ämtern Nordsee-Treene und Viöl haben sich gut auf das angekündigte Sturmtief vorbereitet. Das neue Hilfeleistungs-Konzept bei Extremwetterlagen im Amt Nordsee-Treene kann sich bewähren.

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09. Januar 2015, 06:00 Uhr

Noch sind sich Meteorologen nicht ganz einig, denn die Berechnungen der Zugbahn der Tiefdruckgebiete über dem Nordatlantik und der Nordsee sind nicht genau vorhersehbar. Einig sind sich die deutschen und dänischen Wetterspezialisten aber, dass es heute und morgen zu heftigen Sturmböen mit Orkanstärke kommen soll. Nur ist bis Redaktionsschluss noch nicht klar gewesen, wo der Kern des Tiefs durchziehen wird. Denn davon ist abhängig, wie stark und wie lange der Sturm anhalten wird. Das allerdings interessiert die Feuerwehren im Amt Nordsee-Treene und im Nachbaramt Viöl mächtig, denn schließlich heißt es für die vielen Ehrenamtlichen dann: Sonderschichten einlegen.

Michael Schulz, Wehrführer der Gemeinde Viöl sieht es ganz cool: „Wir sind 365 Tage im Jahr einsatzbereit, also benötigen wir keinen besonderen Vorlauf. Wenn es losgeht, dann sind wir gut gerüstet.“ Zusätzlich hat er dennoch seine Maschinisten gebeten, nochmals alle Betriebsmittel zu prüfen und erntete dafür nach eigenen Worten nur großes Erstaunen, denn natürlich seien alle Geräte immer einsatzbereit. „Aber“, unterstreicht der Viöler Feuerwehrchef, „wenn es durch umstürzende Bäume zu Stromausfällen kommen sollte, dann arbeiten auch Tankstellen nicht mehr, also müssen wir auch dafür gerüstet sein.“

Im Amt Nordsee-Treene entsteht heute und morgen womöglich eine ganz neue Situation. Nach den katastrophalen Stürmen „Christian“ und „Xaver“ wurde nämlich in dem Verwaltungsbereich mit seinen 27 Gemeinden und der Stadt Friedrichstadt ein neues Notfallkonzept erarbeitet. Während der beiden Stürme hat sich nämlich gezeigt, dass die zentrale Leitstelle in Flensburg-Harrislee mit der Vielzahl der Einsätze überfordert war. Daher sollen künftig alle Einsätze, die nicht unmittelbar mit dem leben von Menschen zusammenhängen, von sogenannten örtlichen Feuerwehr-Führungsstellen abgearbeitet werden.

Angedacht waren in der ersten Phase fünf, schließlich sind vier eingerichtet worden. Der Amtswehrführungsstelle Hattstedt sind Hattstedt, Hattstedtermarsch, Nordstrand, Arlewatt, Horstedt und Olderup angeschlossen. Der Zentrale in Ostenfeld sind Ostenfeld, Mildstedt, Rantrum, Simonsberg und Wittbek angeschlossen. Zu Schwabstedt gehören Schwabstedt, Winnert, Oldersbek, Ramstedt und Hude. Schließlich sind Friedrichstadt die Stadtfeuerwehr sowie die Gemeindewehren aus Koldenbüttel, Seeth, Drage, Witzwort und Uelvesbüll zugeordnet. Im Amtsbereich bestehen 22 Feuerwehren. Amtswehrführer Tim Petersen aus Seeth: „Eigentlich wollten wir Ende des Monats die erste Übung mit den Führungsstellen abhalten, nun könnte der Ernstfall die Übung ersetzen.“ Wenn sich die Stürme entwickeln und die Bereitschaft ausgerufen werde, dann seien die genannten Gerätehäuser permanent besetzt.

Rolf Schadwald, Petersens Pendant im Amt Viöl, sieht seine Wehren gut gerüstet. Allerdings sei man im Amt Viöl noch nicht so weit. Jedoch bemühe sich die Amtswehrführung um eine gemeinsame Führungsstelle mit der Feuerwehr Husum. Noch, so Schadwald seien aber nicht alle politischen Gremien und Wehrführer überzeugt. Aber, so unterstreicht er: „Ein Führungsstelle muss mit mindestens fünf Kollegen besetzt sein. Bei einer Extremwetterlage auch schon mal länger als einen Tag. Dann muss dort in zwei Schichten gearbeitet werden. Dies bedeutet, dass zehn Aktive quasi immer abgezogen sind.“

Beide Amts-Feuerwehr-Chef blicken aber wegen der bei „Christian“ und „Xaver“ gesammelten Erfahrungen relativ gelassen auf den heutigen Freitag und morgigen Sonnabend. In beiden Amtsbereichen wurde jedenfalls nach den Stürmen des Jahres 2013 die Ausbildung an den Motorsägen forciert, denn vorrangig müssen Straßen und damit mögliche Rettungswege frei gehalten werden.

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