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Bürgergespräch in Bredstedt : Sachlicher Dialog über die Westküsten-Trasse

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Netzbetreiber Tennet legte seine Planungen fürs Amt Mittleres Nordfriesland vor. Der aktuelle Stand zur 380-Kilovolt-Höchstspannungstrasse entlang der Westküste von Niebüll bis Brunsbüttel stieß auf positive Resonanz.

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erstellt am 07.Mär.2015 | 10:30 Uhr

Im Rahmen der Energiewende soll der von den Windkraftanlagen produzierte Strom möglichst ohne große Verluste zu den Standorten transportiert werden, an denen er benötigt wird. Dazu ist eine 380-Kilovolt-Höchstspannungstrasse entlang der Westküste, von Niebüll bis Brunsbüttel, nötig. Sie ist in vier Abschnitte aufgeteilt. Über den von Husum nach Niebüll informierte der Planer und Netzbetreiber, das staatliche niederländische Unternehmen Tennet. Im Amtsgebäude in Bredstedt waren die Planungsunterlagen einzusehen.

Rund 140 Interessierte waren gekommen, um sich darüber zu informieren. Ansprechpartner Constantin Biber vom Tennet-Projektbüro Husum spricht von einer sehr sachlichen und konstruktiven Veranstaltung im Amtsgebäude. Alle Änderungs- und Ergänzungsvorschläge hätten noch nicht berücksichtigt werden können, erklärte Projektleiter Dr. Bernd Brühöfner. Allerdings versprach er, dass die mit den betroffenen Grundeigentümern gefundenen Lösungen und Ergänzungen dokumentieret werden.

Das Dialogverfahren mit den Bürgern der Region, dem Energiewende Ministerium und den Planern schaffe Vertrauen. Der Projektleiter Westküstentrasse nimmt sich nach eigenen Worten Zeit, besucht auch Gegner der Trasse, um zu vermitteln. „Auch wenn erst beim achten Treffen ein Konsens erzielt wird, ist es ein großer Erfolg“, beschreibt Brühöfner einen Teilaspekt seiner Arbeit.

Grundsätzlich hätten die Besucher der Informationsveranstaltungen bereits ein Basiswissen über das Thema Freilandleitungen. So würden auch landwirtschaftliche Probleme erörtert, etwa wenn einer der geplanten 104 Masten auf der 38 Kilometer langen Strecke mitten in einem Feld platziert werden soll. Dann beginne die Diskussion, ob sich aus technischen Gründen der Standort weiter an den Rand des Feldes verlegen lasse.

Der Vorzugskorridor für die Westküstenleitung ist im Rahmen des Bürger-Dialogverfahrens im Jahr 2013 ermittelt worden. Das Ministerium hat diesen Korridor im Dezember 2013 vorgestellt. Tennet hat seitdem die Feinplanung der möglichen Trasse innerhalb dieses Korridors erarbeitet. Bevor sie zur Planfeststellung eingereicht wird, bietet Tennet den Bürgern die Möglichkeit, sich daher persönlich über den geplanten Trassenverlauf zu informieren und mögliche Anregungen zu geben – wie jetzt im Amtshaus in Bredstedt.

Die Veranstaltung richtete sich an alle Bürger und Eigentümer, deren Grundstücke vom Leitungsverlauf berührt werden. Tennet sei bestrebt, beim Bau neuer Leitungen die Variante zu finden, die möglichst wenig Eingriffe in die Landschaft und den Siedlungsraum nach sich ziehe.

Die Westküstenleitung wird in vier Abschnitten geplant und gebaut: Von Brunsbüttel bis Süderdonn (erster Abschnitt), von Süderdonn bis Heide (zweiter Abschnitt), von Heide bis Husum (dritter Abschnitt) und von Husum bis Niebüll (vierter Abschnitt). Die Inbetriebnahme der gesamten Leitung soll bis 2018 realisiert werden. Info unter www.tennet-netzausbau.de.

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