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Erfolg für Oldensworter Tierschutzverein : Rusty genießt ihr neues Lebensgefühl

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach einem Unfall konnte die Katze Rusty nur noch mit Schmerzen durchs Leben robben. Ihre Besitzerin suchte verzweifelt nach Hilfe. Da vermittelte der Verein Stubentiger Eiderstedt in Oldenswort eine OP, und viele Menschen spendeten, um den Eingriff zu ermöglich.

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erstellt am 17.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Rusty ist so tapfer. Obwohl schwer behindert, genießt die Katze ihr Leben. Und das umso mehr, seitdem sie nach einer Operation endlich wieder schmerzfrei ist. Rusty kann zwar immer noch nicht wieder auf allen vier Pfoten durch die Gegend springen, aber sie ist schon viel mobiler geworden. Und, was ihr Frauchen kaum zu hoffen gewagt hat: In Teilen ist die Nervenfunktion wieder hergestellt, und die Hinterbeine werden immer kräftiger. Birgit Thau macht fleißig Übungen mit Rusty, damit die Rehabilitation weiter voranschreitet. Aber: Es braucht eben seine Zeit.

Es sind jetzt genau neun Wochen her, dass Rusty unters Messer kam. Viele, viele Menschen hatten nach dem Bericht „Rusty robbt auf Knien durch ihr Leben“ in den Husumer Nachrichten gespendet, um diesen Eingriff zu ermöglichen. Denn Birgit Thau (43), ihre Besitzerin, hätte das Geld dafür allein nicht aufbringen können. Der Verein Stubentiger Eiderstedt aus Oldenswort sprang in die Bresche und vermittelte einen Termin mit dem vereinsbetreuenden Tierarzt. Was das Unterfangen so schwierig machte, war die Tatsache, dass die Wirbelfraktur des Tieres schon länger zurücklag und die Fehlstellung, verstärkt durch eine Schonhaltung, verheilt war. Zwei Stunden lang wurde Rusty operiert. Der Veterinär nahm das Wirbeldach an der Bruchstelle weg und erweiterte den Rückenmarks-Kanal.

„Sie hat die OP gut überstanden“, konnte Bianca Tedsen aus Oldenswort, die Vorsitzende des Vereins Stubentiger Eiderstedt, anschließend erleichtert vermelden. „Jetzt muss man abwarten, wie der weitere Verlauf ist.“ Nun könne es nur heißen: Daumen drücken, dass alles gut wird. Und das taten dann ganz viele Menschen auch.

Stück für Stück arbeiten sich Katze und Frauchen auf dem Weg der Genesung weiter voran. Regelmäßig kommen beide aus Barlt in Dithmarschen nach Nordfriesland zur Kontrolluntersuchung beim Veterinär. Zuhause werden Wärmepackungen gemacht und die Muskeln mit einem Gerät stimuliert. Das soll die erschlafften Muskeln stärken und weitere Nervenzellen „wachkitzeln“. „Es ist schon erstaunlich, was Rusty alles mitmacht“, zeigt sich ihr Frauchen begeistert von der Kooperationsbereitschaft des Vierbeiners. Aber man sieht und spürt es auch: Das Tier vertraut seinem Menschen, und die beiden verstehen sich wortlos. So kann sich Rusty zum Beispiel noch nicht wieder kratzen. „Macht nix, Mama weiß, wo’s juckt“, lacht Birgit Thau und schrubbelt dem Vierbeiner liebevoll durchs Fell. Sie ist riesig froh, dass es Rusty von Woche zu Woche besser geht, und sie ruft allen Spendern zu: „Vielen, vielen Dank!“

„Es war überwältigend, wie schnell die erforderliche Summe zusammen kam“, blickt die Vorsitzende des eingetragenen Vereins Stubentiger Eiderstedt zurück. Da mehr Geld eingegangen ist, als für Rustys Operation erforderlich war, „haben wir uns überlegt, dieses Konto, das eigens als Spendenkonto bei der Husumer Volksbank eingerichtet worden ist, weiterhin bestehen zu lassen“. Solange dort Geld ist, soll es für weitere „Not-Fellchen“ verwendet werden. So, wie jetzt für Cindy, die sich offensichtlich aus einem Güllebehälter retten konnte – abgemagert auf zwei Kilo, wochenlang trotz intensiver Säuberungs-Aktionen erbärmlich nach Fäkalien stinkend. Durch die ätzende Flüssigkeit, die die Katze beim Putzen aufgenommen hatte, hatte sich ihr Zahnfleisch so entzündet, dass ihr schließlich mit einer Zahnsanierung geholfen werden musste. Oder die kleine Sunny. Bei ihr war der Hüftkopf aus der Pfanne gesprungen. „Auch ihr geht es jetzt wieder richtig, richtig gut“, strahlt Bianca Tedsen.

Die Vorsitzende sagt: „Wir hoffen sehr, dass diese Entscheidung, anderen Notfällen mit dem restlichen Geld zu helfen, im Interesse aller ist, die gespendet haben.“

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