Forschung im Watt von Nordfriesland : Rungholtpreis gleich zwei Mal verliehen

Die Preisträger mit Laudatoren (v. l.): Ute Clausen, Wolf-Dieter Dey, Manfred-Guido Schmitz, Hans Kurt Siem und Cornelia Kost.
Die Preisträger mit Laudatoren (v. l.): Ute Clausen, Wolf-Dieter Dey, Manfred-Guido Schmitz, Hans Kurt Siem und Cornelia Kost.

Der Rungholtpreis wurde in diesem Jahr gleich zwei Mal verliehen: an Hans-Kurt Siem und Manfred-Guido Schmitz.

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20. August 2018, 13:00 Uhr

Zum siebten Mal in Folge verliehen die Initiatoren der inzwischen elften Nordstrander Rungholttage, die Ehrenamtler des Handels-, Gewerbe- und Vermietervereins Nordstrand und der Rungholtgesellschaft, den Rungholtpreis. Diesmal zeichnete Ute Clausen, Bürgermeisterin der Gemeinde Elisabeth-Sophien-Koog, im Strandcafé „Halligblick“ gleich zwei Preisträger aus.

Für den Diplom-Agraringenieur Hans-Kurt Siem hielt Cornelia Kost von der Rungholtgesellschaft die Laudatio. „2016 haben Sie die Bodenkarte von Südfall erklärt – und sie war für mich eine Offenbarung. Sie haben die Rungholt-Forschung wesentlich belebt und ihr neue Denkrichtungen gegeben. Die Karte hat das heutige Bild von Rungholt geprägt“, sagte Kost. Sie sei nicht nur ein Beleg für die Existenz Rungholts, sondern habe das Gebiet deutlich vergrößert und damit der historischen Mejer-Karte inhaltliche Unterstützung gegeben. Sie habe den Südfall-Koog und den weiteren Deichverlauf erklärt, was bis dahin offen geblieben war. Die Ansicht postuliere auch die Lage der Schleuse, die sich 2017 durch die geoarchäologischen Untersuchungen Dr. Hanna Hadlers von der Universität Mainz ergeben habe. Siem war Mitarbeiter am Geologischen Landesamt Kiel. „Mich ehrt die Auszeichnung sehr“, sagte er bescheiden. Wenn die Arbeit denn weiteren Forschungen diene, sei er zufrieden.

Als weiterer Preisträger wurde der seit 2007 auf Nordstrand lebende Journalist und Historiker Manfred-Guido Schmitz geehrt – für seine verlegerische Arbeit, mit der er zahlreiche Heimatschriften der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht hatte. Dazu Wolf-Dieter Dey vom Nordstrander Heimatverein: „Schmitz ist immer bereit, bestehende Ergebnisse und Meinungen in Frage zu stellen. Das ist genau das Salz in der Suppe, wenn er sich einem Thema zuwendet.“ Große Bedeutung zum Thema Rungholt hätten Anton Heimreichs Nordfriesische Chronik und 17 Romane um das alte Strand und Alt-Nordstrand erlangt, ebenfalls weitere Werke um Nordstrand. Zudem sei es ihm mit viel Beharrlichkeit und Einwerben von Geldern gelungen, eine Replik des Sturmflutkelches von 1459, dessen Original im Kopenhagener Museum steht, herstellen zu lassen. „Ich habe nur bewahrt, was verschüttet war“, so Schmitz. Sein Rat sei, in Zukunft darauf zu achten, dass systemisch vorgegangen werde. Die Forschung steht seines Erachtens immer noch am Anfang.

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