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Husumer Nachrichten

22. Oktober 2017 | 05:51 Uhr

Nordsee-Museum : Rungholt-Mann ist der Renner

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Riesen-Andrang im Husumer Nordsee-Museum: Schon jetzt haben mehr als 1000 Menschen die Rungholt-Sonderausstellung besichtigt.

Seit Rungholt ein Gesicht hat, erlebt das Nordsee-Museum in Husum einen regelrechten Besucher-Ansturm. Von der Eröffnung der Sonderausstellung „Rungholt. rätselhaft und widersprüchlich.“ vor rund zwei Wochen strömten bereits mehr als 1000 Menschen in das von von Ludwig Nissen (1855-1924) gestiftete Museum. Als Besucher-Magnet erweist sich dabei immer wieder die Rungholt-Schädel-Rekonstruktion der Frankfurter Rechtsmedizinerin Dr. Constanze Niess. Ihre gelungene, nach wissenschaftlichen Maßstäben ausgeführte Arbeit hat denn auch bundesweit das Medien-Interesse an der neuen Rungholt-Ausstellung in Husum befeuert. Das würdigte Dr. Uwe Haupenthal, Geschäftsführer des Museumsverbandes Nordfriesland, bei der Zweckverbandsversammlung in Husum.

Seit sich vor 20 Jahren das Nordsee-Museum im Nissenhaus, das Schloss vor Husum und das Freilichtmuseum Ostenfelder Bauernhaus zum Museumsverbund Nordfriesland zusammengeschlossen haben, tagen Vertreter dieser Einrichtungen regelmäßig gemeinsam mit ihren Trägern Nissenstiftung, Stadt Husum und Kreis Nordfriesland.

Viel Lob von Seiten des Geschäftsführers gab es für die Museums-Mitarbeiterin Tanja Brümmer. Sie hatte die sehenswerte Sonderausstellung maßgeblich mitgestaltet und auch die Idee zur Schädel-Rekonstruktion. „Es ist die zu diesem Thema wichtigste, spannendste und grundlegendste Ausstellung überhaupt“, sagte Uwe Haupenthal. Tanja Brümmer bereitet zudem unter dem Titel „SOS für Rungholt“ eine spannende Aktion mit szenisch aufbereiteten Führungen für Kinder vor. Die gesamte Rungholt-Idee sei großartig, so Haupenthal, es gäbe nur ein einziges Manko im Museum: das Fehlen einer Klimaanlage. Gerade an heißen Sommertagen sei der Aufenthalt in den Räumen kaum erträglich. Hier wünschte er sich eine baldige Lösung.

In der Versammlung wurde überdies die bereits seit längerem anvisierte Neufassung des Mietvertrages für das Schloss vor Husum beraten. Nach einer exakten Berechnung der von den Mietern genutzten Flächen verfügt der Museumsverbund dort insgesamt über 1563 Quadratmeter – knapp 100 mehr als gedacht. Hinzu kommt, so führte es der beim Kreis für die Liegenschaften verantwortliche Fachdienstleiter Bernd Petersen aus, dass die Kosten für Hausmeisterdienste, den Aufzug sowie die Brandmelde- und Einbruchsanlagen zum Teil bisher nicht mit berücksichtigt wurden. Dem gegenüber stünden aber die durch neue Berechnungsschlüssel reduzierten Heizkosten. Da sich somit für den Museumsverbund an der monatlichen Mietzahlung von rund 11.000 Euro nichts ändert, stimmte das Gremium dem neuen Vertrag zu.

In seiner Funktion als Bürgermeister informierte Verbandsvorsteher Uwe Schmitz über den Sachstand zur Machbarkeitsstudie „Ein Ort für den Küstenschutz“. Demnach soll der geplante Klima-Lehrpfad statt 13 nur noch neun bis zehn Stationen bekommen, um bei entsprechender Förderung im Kostenrahmen von 200.000 Euro zu bleiben: „2017 werden wir in die Umsetzung einsteigen.“

Eine wichtige Entscheidung wurde am Rande getroffen. Da die Hälfte der Schloss- Besucher wieder umdreht, wenn klar wird, dass für den Besuch des Herzoginnengartens zwei Euro Eintritt zu zahlen sind, regte Landrat Dieter Harrsen eine Grundsatzentscheidung an: „Wollen wir daran festhalten?“ Die Idee, den Garten kostenlos öffentlich zugänglich zu machen, wurde wieder verworfen. Denn um die Besucherströme kontrollieren zu können, müsste man das Tor zum Wirtschaftshof öffnen und zugleich den Zugang vom Garten zum Schloss schließen. Da Schloss und Garten aber als Ensemble gelten und nicht getrennt werden sollten, kam es zu einem Kompromiss: Künftig zahlen die Garten-Besucher nur noch einen Euro Eintritt.

Eine dringende Bitte hatte Dr. Ulf von Hielmcrone vom Förderverein Schloss vor Husum, der als versierter Geschichtenerzähler Schlossbesucher zu unterhalten weiß. „Wer erzählt diese Geschichten, wenn ich nicht mehr bin?“, regte er die Einführung eines Audio-Guides an. Eine Idee, die Johanna Jürgensen von der Stiftung Nordfriesland bereits aufgegriffen hat. Sie schlug vor, möglichst bald mit den Aufnahmen zu beginnen. „Wenn meine Stimme dafür geeignet ist – gerne“, sagte von Hielmcrone.

Öffnungszeiten

Die Rungholt-Ausstellung läuft noch bis zum 29. Januar 2017. Das Nordsee-Museum/Nissenhaus in der Herzog-Adolf-Straße 25 in Husum ist bis zum 15. September täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, vom Herbst an dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr. Schulklassen und Reisegruppen können das Haus nach Voranmeldung auch schon ab 8 Uhr besuchen. Kontakt unter Telefon 04841/2545 oder E-Mail: info@museumsverbund-nordfriesland.de. Näheres im Internet unter www.museumsverbund-nordfriesland.de

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