Schandfleck ade : Ruine an der Kreisgrenze wird abgerissen

Das Wohnhaus und die ersten aus Beton gebauten Träger sind  berets  abgebrochen. (ume)
Das Wohnhaus und die ersten aus Beton gebauten Träger sind berets abgebrochen. (ume)

An der B 200, Ortseingang Haselund, werden jetzt die Gebäude des Bauunternehmens Pillat abgerissen. Seit 2002 stehen sie leer und verfallen zu unansehnlichen Ruinen.

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12. Juni 2008, 07:15 Uhr

Haselund | Der Aufschwung hätte den nordöstlichen Kreis schon Anfang des neuen Jahrtausends erreichen können, doch es lief einiges schief. Das Bauunternehmen Pillat wollte in wirtschaftlich schwierigen Zeiten seine Betriebsstätte unmittelbar an der B 200 am Ortsausgang Haselund erweitern. 8,5 Millionen Mark wollte das Unternehmen investieren, um nicht nur Arbeitsplätze zu sichern, sondern auch den Markt zu erobern. Doch Unstimmigkeiten zwischen Bauverwaltung des Kreises und dem Unternehmen führten schließlich zur Abwanderung der Firma. Statt in Haselund wurde der neue Firmensitz im benachbarten Kreis Schleswig-Flensburg, in Kropp, errichtet. Seit diesem Tag hat sich auf dem ehemaligen Firmengelände nicht mehr viel getan. Die Gebäude verfielen mehr und mehr. Die Ruinen stehen wie ein Mahnmal für eine künftig bessere Kommunikation zwischen Verwaltung und Wirtschaft.

Jetzt allerdings wird die letzte sichtbare Erinnerung an den vermeidbaren Verlust vieler Arbeitsplätze im Kreis Nordfriesland verschwinden. Ein Bagger ist bereits seit Ende Mai eingesetzt, um die Gebäude langsam dem Erdboden gleichzumachen.
Metallteile ausgebaut

Gerd Carstensen, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes Viöl, freut sich, dass endlich der "Schandfleck" verschwindet. "Es ist wirklich kein schöner Anblick", sagt er. Die Gebäude seien mehr und mehr verfallen. Auch sei das Gelände langsam zu einer Gefahr geworden, denn das Areal im Außenbereich mit einem großen Wohnhaus und einer Fabrikationshalle für Betonteile, reizte nicht nur Kinder und Jugendliche. Auch nach dem Einzäunen des Geländes war offensichtlich keine Sicherheit mehr gegeben. Häufig beobachteten Anlieger, dass vorwiegend Fahrzeuge mit osteuropäischen Kennzeichen vor der alten Pillatfabrik standen und Arbeiter damit beschäftigt waren, Metallteile aus den Gebäuden auszubauen.
Kreis verfügte den Abriss

Der Kreis Nordfriesland jedenfalls hat jetzt, so teilte dessen Sprecher Hans-Martin Slopianka auf Anfrage mit, die Abrissverfügung herausgegeben. Nachdem die Gebäude verschwunden sind, erläutert er, sei das Gelände künftig wie ein "normales" unbebautes Gebiet im Außenbereich zu behandeln. Das Unternehmen könne es beispielsweise der Gemeinde Haselund zum Kauf anbieten. Diese würde es dann wohl als Ausgleichsfläche nutzen können. Ob auf dem alten Firmengelände, das sich noch im Besitz von Pillat befindet, wieder etwas Neues errichtet werden soll, konnte auf Anfrage gestern niemand in Kropp beantworten. Theoretisch sei dies nämlich möglich, denn einige besonders laute, beziehungsweise die Umgebung stark störende Firmen könnten nur an solchen Standorten siedeln.

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