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Landtagswahl 2017 : Rückendeckung in stürmischen Zeiten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Sylter Ingbert Liebing wird mit überragendem Ergebnis zum CDU-Landtagskandidaten für den Wahlkreis Nordfriesland-Nord gewählt. Über die Spitzenkandidatur entscheiden die Christdemokraten am 11. Juni in Neumünster.

Ingbert Liebing strahlt bis über beide Ohren. Um ihn herum Applaus, stehende Ovationen. Gerade hat Wahlvorsteher Heinz Maurus verkündet, dass der CDU-Landesvorsitzende 93 Stimmen erhalten hat – von 93 Stimmberechtigten. Damit zieht der 52-Jährige als Direktkandidat im Wahlkreis 1 (Nordfriesland-Nord) in den Landtagswahlkampf. 100 Prozent in seinem Heimat-Wahlkreis, „das gibt Rückenwind für den Wahlkampf“, so Liebing.

Gegenwind gab es mehr als genug in den vergangenen Wochen. Die Kandidaten-Affäre von Pahlen um gekaufte Stimmen und Tricksereien, bei der der CDU-Fraktionsvorsitzende im Schleswiger Kreistag, Timo Kux, und der Erfder Bürgermeister Thomas Klömmer im Mittelpunkt standen, haben das Vertrauen in die Nord-CDU vielerorts erschüttert. Das Scheitern der angesehenen Bildungspolitikerin Heike Franzen im ersten Wahlgang sorgte obendrein dafür, dass die Landes-CDU jetzt auch noch mit dem schlechten Image zu kämpfen hat, Frauen hätten hier wenig Chancen für den Aufstieg. Parteichef Liebing wiederum wird mangelndes Durchsetzungsvermögen vorgeworfen. Er habe weder in seiner Partei etwas zu sagen, noch sei er in der Lage, im Kreisverband Nordfriesland-Nord eine statutengerechte Kandidatenkür zu organisieren – vor allem nicht die eigene, so die Kritiker. So musste die Aufstellung des Kandidaten für die Landtagswahl, die für den 5. März geplant war, um eine Woche verschoben werden. Der Grund war nach Parteiangaben eine „technische Panne“. 39 weibliche Parteimitglieder des Wahlkreises 1, die gleichzeitig Ehefrauen von Parteimitgliedern sind, seien wegen eines Computerfehlers schriftlich nicht persönlich zu der Versammlung eingeladen worden, sondern nur ihre Ehemänner. Ein Fauxpas, der der Wahlkreismitglieder-Versammlung in Niebüll am vergangenen Sonnabend einen bitteren Beigeschmack gibt.

Doch das alles scheint für einen kurzen Moment vergessen. Für Liebing ist heute ein guter Tag. Bei seiner Vorstellungsrede zeigt sich der Sylter kämpferisch. „Diese große Beteiligung ist alles andere als selbstverständlich“, sagt der Landesvorsitzende – und blickt auf sein knapp hundertköpfiges Auditorium. Dann dankt er ausdrücklich der Kreisvorsitzenden Astrid Damerow, die dem Vernehmen nach eine politische Karriere in Berlin anvisiert, für ihre Unterstützung. „Mit ihrem Verzicht auf die Kandidatur hat sie für mich den Weg frei gemacht“, erklärt er. „Ich wünsche ihr für 2017, dass sie im Deutschen Bundestag mit von der Partie ist.“

Seit mehr als zehn Jahren vertritt Liebing den Landtagswahlkreis 1. Sein Ziel sei es, die CDU wieder an die Spitze der Landesregierung zu bringen. „Ich will die Staatskanzlei erobern“, verkündet er. Es werde höchste Zeit, denn die Landesregierung habe die ländliche Region längst abgeschrieben. Sie kümmere sich nicht darum, was aus dem Klinikum Nordfriesland, dem Ausbau der Bundesstraße 5 oder der Erweiterung des Breitband-Netzes werde. Liebing hingegen möchte sich für die Region einsetzen, kündigt er an. Dabei stehen wohnortnahe Schul- und Gesundheitsversorgung, der Ausbau der Infrastruktur und auch die Sicherheit der Bevölkerung – gerade in Zeiten, in denen die Zahl der Einbrüche immer weiter steigt – ganz oben auf seiner Liste. „Wie brauchen eine neue Aufbruchstimmung“, betont er.

Nun gilt es für den Bundestagsabgeordneten, als Spitzenkandidat in die Landtagswahl zu gehen, die am 7. Mai 2017 stattfindet. Über die Kandidatur entscheidet die Nord-CDU am 11. Juni in Neumünster mit der Aufstellung der Landesliste. Liebing will auch von Berlin nach Kiel wechseln, wenn er nicht Ministerpräsident werden sollte.

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erstellt am 14.Mär.2016 | 07:00 Uhr

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