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Im Roten Haubarg wird modernisiert : Roter Haubarg: Museum neu erdacht

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Kuratorium der Stiftung Nordfriesland stellt eine Viertelmillion Euro für die Modernisierung der Ausstellung bereit.

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 15:00 Uhr

Kolossal ist der Eindruck, den Besucher nach dem Durchschreiten einer niedrigen, eher unscheinbaren Tür mit der Aufschrift „Museum“ im Roten Haubarg in Witzwort erleben. Riesig wölbt sich über ihnen das Reetdach in 17 Metern Höhe auf acht Holzständern. Eher unscheinbar nehmen sich im Vergleich zur imposanten Architektur des Gebäudes die haus- und landwirtschaftlichen Geräte aus, die dort ausgestellt sind. Mittendrin ein Modell des Haubargs mit Erläuterungen des Haustyps.

„Nicht mehr zeitgemäß“ hatten die Mitglieder des Kuratoriums der Stiftung Nordfriesland, der das Haus auf Erbpacht gehört, anlässlich eines Ortstermins bereits im September vergangenen Jahres über die Ausstellung geurteilt. Tatsächlich verdunkelt eine dicke Staubschicht die Vitrine mit dem Modell.

„Das Museum bedarf, freundlich gesagt, einer Auffrischung“, unterstrich Burkhard Jansen, Leiter des Fachbereiches Kreisentwicklung, Bauen, Umwelt und Kultur, kürzlich in einer Sitzung des Kuratoriums. Für eine gründliche Modernisierung der Ausstellung stellte das Gremium eine Viertelmillion in den Haushalt 2018 ein. Wie die Ausstellung zukünftig aussehen soll, wie das gewaltige Holzständerwerk ins rechte Licht gerückt werden kann – erste Überlegungen dazu sollen im Herbst bei einem Treffen mit Vertretern des Eiderstedter Heimatbundes und Heimatmuseums, der IG Baupflege und des Landesamtes für Denkmalpflege erörtert werden. Daraus soll ein Projektplan entwickelt werden, dem die Inhalte und die Kosten zu entnehmen sind.

Der Haubarg sei nun mal „ein touristischer Hot-Spot im Norden von Eiderstedt“, wie es Jansen formulierte. Das öffentlich zugängliche Museum ergänze das Angebot der Gastronomie, die erst kürzlich in neue Hände gegeben worden war.

Ein solcher Grundsatzbeschluss über die Verwendung der Mittel war notwendig, weil bei der Stiftung Nordfriesland zwischen 2013 und 2017 Einnahmen aufgelaufen waren, die zeitnah und satzungsgemäß zu verwenden sind. Der Rote Haubarg gelangte 1983 in den Besitz der Stiftung Nordfriesland, die auf dem Asmussen-Woldsen’schen Vermächtnis beruht. Im 19. Jahrhundert hatten Anna Catharina Asmussen und ihr Vetter August-Friedrich Woldsen, beide kinderlos, den Roten Haubarg und 100 Hektar Ländereien in Witzwort und Uelvesbüll in eine Stiftung eingebracht. Der Rote Haubarg ist das einzige öffentlich zugängliche Gebäude seiner Art, die aus Holland stammt. Einst gab es Hunderte in der Region, vor allem in Eiderstedt.

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