Friedrichstadt : Rosige Zeiten für die Grachtenstadt

Saxophonist Fabio mischte sich immer wieder unter das Publikum und verzauberte auch die Blumenmädchen Michelle Hüls (l.) und Isabelle Meinitz mit jazzigen Klängen.
Saxophonist Fabio mischte sich immer wieder unter das Publikum und verzauberte auch die Blumenmädchen Michelle Hüls (l.) und Isabelle Meinitz mit jazzigen Klängen.

Für die Friedrichstädter Rosenträume nehmen die Besucher auch weite Anfahrten in Kauf.

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02. Juli 2018, 10:00 Uhr

Die „schöne Koblenzerin“ reist ins fränkische Aschaffenburg. „Freifrau Caroline“ hat es nicht ganz so weit: Harsefeld bei Stade ist ihr Ziel. Beide werden in ihrer neuen Heimat nicht allein sein; denn ihre Besitzerinnen sind Rosen-Fans und bei den Friedrichstädter Rosenträumen fündig geworden.

Für die Hamburgerin Anja May, die inzwischen in Aschaffenburg lebt, ist die robuste Beetrose „schöne Koblenzerin“ mit ihren attraktiven rosaroten Blüten bereits die 41. „Königin“ in ihrem Garten. „Ja,“ lacht sie, „ich bin Expertin und immer auf der Suche nach etwas Neuem.“

Etwas Neues für ihren Rosengarten hat sich auch Anika Hoffmann aus Harsefeld gewünscht, die mit Töchterchen Lotta zurzeit bei den Schwiegereltern in Schwabstedt zu Besuch ist: „Es musste aber eine Hochstamm-Rose sein“, erzählt sie. Bei 20 Rosenstauden im heimischen Garten sei „nur noch nach oben hin Luft für Neuerwerbungen“.

Ob Strauch- oder Beetrose, Rambler oder Kletterer, klein- oder großblütig, gefüllt oder offen – es war alles da, und so kamen Liebhaber von historischen Rosen am Wochenende in der Grachtenstadt ebenso auf ihre Kosten wie Fans von Neuzüchtungen. Das Farbspektrum war schier überwältigend. Der Duft vieler Stauden auch. Kein Wunder, dass Besucher immer wieder an Blüten schnupperten, mit den Züchtern fachsimpelten und sich beraten ließen.

„Gesund und duftend soll die Rose sein“, sagt Andreas Schuckschdies von „Kordes Rosen“. Farblich seien auch im diesem Jahr Orange-Töne sehr gefragt. Und: „Im Trend liegen Insekten-freundliche Rosen“, weiß der Experte. Als ökologisch wertvoller „Nektargarten“ oder „Bienenweide“ finden sie immer mehr Interessenten.

Die Qual der Wahl hatten auch Hobbygärtner, die nicht zwingend nach Rosen Ausschau hielten: Ob Zwiebeln, Knollen, Kräuter oder Bauerngartenstauden: Das Angebot war riesig. Hinzu kamen Garten-Accessoires, Kunsthandwerk und Deko-Artikel in vielen Facetten. Versteht sich, dass auch das Kulinarische nicht zu kurz kam. Bei hochsommerlichen Temperaturen waren vor allem Getränke gefragt. „Aber auch Früchte wie Kirschen und Beeren“, stellte Olaf Stein von der Fruchtstation Elbe-Obst fest.

Musikalisch heizten die Stormtown Jazzcompany, Saxophonist Fabio, AnSaager und das Frederiksstad Orkestred auf dem Grünen Markt ein. Hier ging es bis in die Abendstunden gesellig zu, waren Bänke und Lounge-Möbel fast ständig belegt. Das Publikum schätzt das Ambiente der Grachtenstadt. „Die Rosenträume haben sich etabliert. Es kommen immer mehr Besucher“, bilanziert Anja Andersen vom Tourismusverein Friedrichstadt und freut sich: „Mit elf neuen Ständen ist die Veranstaltung in diesem Jahr noch bunter und noch gemischter geworden.“




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