Geschichten zum Valentinstag : Rosen sind der Renner

Nach wie vor klarer Favorit: rote Rosen als Valentinstags-Geschenk.
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Nach wie vor klarer Favorit: rote Rosen als Valentinstags-Geschenk.

Friedrichstadt: Zum Valentinstag berichten zwei Blumen-Händlerinnen von Liebesschwüren und Zwistigkeiten.

shz.de von
13. Februar 2018, 11:00 Uhr

Sobald der Valentinstag in Sicht kommt, ist die „Blume der Liebe“, die Rose, der absolute Renner in den Geschäften der Holländerstadt: Fast jeder Kunde fragt beim Blumenhändler seines Vertrauens am 14. Februar nach Rosen, vorzugsweise in einem kräftigen Rot, sind sich die Händler einig. Keine andere Blüte konnte ihr bisher den Rang ablaufen. Ob sie einzeln aussagekräftiger sind als ein üppiger Strauß, liegt alleine im Auge des Betrachters – und am persönlichen Budget.

Bei Blumen-Fischer in der Prinzenstraße sind es vor allem die Herren der Schöpfung, die in diesen Tagen mit dem Wunsch ins Geschäft kommen, ein hübsches Sträußchen für die Liebste zu erstehen. „Grundsätzlich sind rote Rosen immer eine gute Idee“, findet Eve Mahmens, die in punkto Valentins-Floristik auf 18 Jahre Erfahrung zurückblicken kann. Damit das Ganze nicht zu eintönig wird, hat sie schon so manche gute Idee entwickelt: „Gerne zeige ich meinen Kunden, wie ein Strauß mit Schokolade, Pralinen oder einer Flasche Sekt aufgepeppt werden kann.“ Einen kleinen Vorrat solcher Extras hat sie immer griffbereit. „Die meisten Männer nehmen meinen Rat dankend an und zeigen sich großzügig – auf den Euro kommt es ihnen dann oft überhaupt nicht mehr an“, so ihre Erfahrung. Gern bietet sie auch Orchideen als Alternative an, oder fix und fertige Kreationen: Mit rosa Rosen, die von Schleierkraut umgeben in einem stilvollen Topf stecken, lässt sich bei Bedarf das Herz der Schwiegermutter gleich mit erobern.

Auch im Blumenhaus Sass schräg gegenüber hat man sich auf diesen besonderen Tag eingestellt. Margret Saß-Heigrodt ist schon seit fast 25 Jahren im Geschäft. Auch sie weiß, was ihre Kunden wollen. Manche Familien begleitet sie schon ihr Leben lang, hat zur Taufe, zur Konfirmation und zur Hochzeit Blumen geliefert. An den Blumenwünschen hat sich in all der Zeit nicht viel verändert, sagt sie, wohl aber in den Bindetechniken: „Die sind moderner und vielfältiger geworden“, so die Floristin, die auch mal Holz oder andere Naturmaterialien einarbeitet. „Es ist schön, dass unsere Handwerkskunst so wertgeschätzt wird“, sagt sie.

In mehr als zwei Jahrzehnten hat sie viel erlebt, doch eine Geschichte ist ihr ganz besonders im Gedächtnis geblieben: „Wir sollten zum Valentinstag einen Strauß liefern. Der kam uns beim Verlassen des Hauses plötzlich durchs Treppenhaus hinterher geflogen. Da war die Liebe dann wohl schon wieder vorbei“, sagt sie mit einem Schmunzeln.

In ihrem Geschäft fragen übrigens nicht nur Männer aller Altersgruppen nach stilvollen Valentinsgrüßen: Gar nicht so selten berät sie zu dem Thema auch junge Leute und Frauen, die ihrer Mutter, einer Nachbarin oder der besten Freundin zum Valentinstag Blumen schenken möchten – oder sich selbst etwas Schönes gönnen wollen.

Allgemein, da sind sich die Floristen einig, hat die Blumen-Nachfrage zum Valentinstag ein bisschen nachgelassen. Zum einen, weil die Anzahl der Blumenläden deutlich zurückgegangen ist und die Wege weiter geworden sind. Aber auch, weil die Auswahl an alternativen Geschenk-Möglichkeiten sehr groß geworden ist und diese vor dem Tag der Liebe medial intensiv beworben werden. Dennoch ist es ein nach wie vor beliebter und guter Verkaufstag.

Margret Saß-Heigrodt kennt übrigens noch eine Geschichte zum Valentinstag, die ein wenig von dem abweicht, was allgemein zu dieser Tradition bekannt ist: „Graf Valentin wollte seiner Frau einfach nur einen freien Tag schenken“, erzählt sie. Und tatsächlich ist der Wunsch, an diesem Tag Zeit miteinander zu verbringen, in manchen Ländern viel wichtiger als das Verschenken von Blumen: So nehmen sich viele Amerikaner am 14. Februar frei, um sich ganz auf die Lieb(st)e konzentrieren zu können. Wer dann noch einen Strauß Rosen, eine Orchidee, kleine Geschenke und Leckereien dabei hat, kann eigentlich nichts verkehrt machen.

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