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Festival in Süderstapel : Rock an der Eider bricht alle Rekorde

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Noch nie waren so viele Besucher wie in diesem Jahr beim Musikfestival „Rock an der Eider“ dabei. Bei einer Sammlung für die Flüchtlinge in Seeth kamen fünf Anhänger voller Sachspenden zusammen.

Sie kamen aus ganz Deutschland und darüber hinaus: Die Bands und die Fans des Festivals „Rock an der Eider“. Zur neunten Ausgabe wurden jetzt sämtliche Rekorde gebrochen – denn noch niemals waren so viele Besucher dabei. „Unglaublich, einfach unglaublich!“, freute sich der Vorsitzende Stefan Wölk vom veranstaltenden Verein „Kunst und Kultur für Stapel“.

Bereits im Vorwege schienen die Veranstalter – zu deren Helferschar 120 Ehrenamtliche zählten – nicht ganz ahnungslos und „überboten“ schon mal sämtliche Sicherheitsauflagen der Behörden: „So haben wir beispielsweise zwei Rettungswagen hier unmittelbar vor Ort stationiert“, berichtete Birthe Dierks – „gefordert war lediglich einer. Aber hier sind auch vier Generationen von Musikfreunden versammelt – und da steht die Sicherheit ganz oben an.“ Dazu zählte ein zahlenmäßig starker und professioneller Sicherheitsdienst sowie eine Feuerwehr, die sich ebenfalls präsent zeigte.

Längst hat sich dieses große Rockfestival, das stets unmittelbar am Eiderstrand stattfindet, bundesweit herumgesprochen. Und auch jene Band, die vom ersten Festival an dabei ist – die Springer aus Traunstein in Bayern – waren wieder mit von der Partie. Da verschwanden die Bands angesichts leistungsstarker Nebelmaschinen nicht nur immer wieder in farbigen Rauchschwaden – da nahmen sie ihre mehreren tausend Zuhörer mit hinauf auf die Wellen himmlisch-sphärischer Klänge oder ließen im Gegensatz dazu nicht nur den Bühnenboden erbeben, sondern auch so manches Zuhörerherz höher schlagen.

Doch gemach: Trotz anhaltend hoher Außen- und Act-Temperaturen, die sich dauernd auf dem Siedepunkt bewegten, blieben Hitzeschläge aus. Mehrere Mädchen hielten farbige Luftgitarren in die Höhe, ein Kameramann enterte die große Bühne ebenso wie mehrere Fotografen. Mit leicht einsetzender Dunkelheit schickte die Hamburger Band Fuck Art, let’s dance! himmlische Klänge über die Köpfe hinweg: Romeo an der Gitarre, Tim an den Drums, Damian am Bass und Gitarrist sowie Sänger Nico boten alles auf – und somit alles andere als den von ihnen selbst bezeichneten „Kellerwave“. Das ging in die Höhe – und drei Zugaben länger als geplant.

15 Bands traten insgesamt auf – der absolute „Rausreißer“ war dann ab 22 Uhr die Ruhrpott-Band „Susanne Blech“, die nach 2012 und 2013 zum inzwischen dritten Mal mit von der Partie war. In kaum vorstellbarer Akrobatik und einem Full-Power-Sound riss das bundesweit bekannte Männer-Quintett auch den Zuhörer in der letzten Reihe mit. Mal mitten aus dem Publikum heraus, mal vom hohen Lichtmast aus präsentierten sich die beiden Sänger. Mit einer Power, die einfach umwerfend ist. Lautstarker Jubel aller Fans am Ende – und erst nach fünf Zugaben konnten die Musiker die große Bühne verlassen.

Von 23.30 Uhr bis Mitternacht sorgte der Hildesheimer Musiker Claas Sandbothe (Claas the Spoonman) mit Musikern verschiedener Bands für einen absolute Top-Einlage: Sämtliche vorgetragenen Stücke erfolgten „rein aus dem Stegreif heraus – ohne vorherige Proben“. Das Publikum dankte mit starkem Beifall.

Wie immer galt auch diesmal bei Rock an der Eider das Motto: „umsonst und draußen“. Der veranstaltende Verein finanziert sich allein durch den Verkauf von Speisen und Getränken während des Events. „Und wir haben eine wahrhaft großartige Unterstützung durch mehrere Firmen sowie die beiden Gemeinden Norder- und Süderstapel“, berichtet Birthe Dierks mit leuchtenden Augen. „Alle arbeiten ehrenamtlich. Das macht einen Riesenspaß.“

Und wer Spaß hat , der teilt auch gerne: Auf dem Festivalgelände wurde für die Flüchtlinge in der Seether Kaserne gesammelt. Auch hier ein Riesenerfolg: Insgesamt kamen etwa fünf Anhänger voller Sachspenden zusammen. Erst kürzlich hatte Stefan Wölk – diesmal in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Süderstapeler Firma „Rohrleitungsbau H. Ivers und Sohn“ - spontan 59 Fahrräder gekauft und persönlich überbracht. Birthe Dierks – seit 2008 in der Orga-Leitung, freut sich auch darüber: „Erstmals haben wir auch Unterstützung von „Rock am Töschen in St. Annen“. Das ist klasse. Wir unterstützen dann auch dort.“

Am Ende des friedlich verlaufenen Festivals zeigten sich die Veranstalter „einfach nur sprachlos“. „Mit vielem haben wir gerechnet – aber nicht damit. Wir danken allen und freuen uns auf das nächste Rock an der Eider.“

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