zur Navigation springen

Frauenberatung und Notruf Nordfriesland : Rettungsanker für Frauen in Not

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Frauenberatungsstelle Nordfriesland setzt sich rund um die Uhr für Frauen ein, die Opfer von Gewalt geworden sind – seit 30 Jahren. Bei einer Feier im Husumer Schloss wurde das Engagement gewürdigt.

Über Nordfriesland ist ein großes Netz gespannt, das sichtbar wird, sobald jemand Hilfe braucht. Es gibt zahlreiche Beratungsstellen, an die sich Hilfesuchende vertraulich und kostenlos wenden können. Dazu gehört die Frauenberatungsstelle & Notruf Nordfriesland, die ihr 30-jähriges Bestehen im Husumer Schloss feierte.

Das Schwerpunktthema „Gewalt an Frauen“ – ob physisch, psychisch oder sexuell – habe seine Aktualität nicht verloren, sagte Marketta Weßler. Sie gehört zum Vorstand der Unabhängigen Frauengruppe Husum, dem Trägerverein der Einrichtung. Unterstützt wird das Engagement auch vom Förderverein, drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen, einer Teamassistentin und ehrenamtlichen Helferinnen. „Durch die Öffnung des Themas in den Medien und in öffentlichen Diskussionen trauen sich immer mehr Frauen, Hilfe zu holen“, erklärte Weßler. Als neue Herausforderung sah sie die zunehmende Anzahl von Flüchtlingen. „Hier heißt es für uns, entsprechende Angebote zu entwickeln, in einer guten Vernetzung mit anderen Institutionen und Einrichtungen vor Ort“.

Während der Veranstaltung blickten die Mitarbeiterinnen auf die vergangenen 30 Jahre Frauenberatung & Notruf zurück und machten den Gästen auf beeindruckende Weise klar, wieviel sich in der Frauenbewegung getan hat und was noch zu tun ist. Kreispräsident Heinz Maurus betonte, wie wichtig der Einsatz der Beratungsstelle bisher war und auch zukünftig sein wird. „Sie leisten unverzichtbare Arbeit und sind ein Ankerplatz in der Not. Ich wünsche mir zwar, dass Ihre Arbeit weniger wird, doch die Realität sieht anders aus“, so Maurus. Auch Bürgervorsteher Peter Empen und Britta Rudolph, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Husum, sowie Barbara Keunecke vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung machten ihre Wertschätzung deutlich. Johanna Christiansen, Mitarbeiterin der Fachkliniken Nordfriesland, machte auf die gute und wichtige Zusammenarbeit zwischen Beratungsstelle, Fachklinik und Polizei aufmerksam. Sie bedankte sich für das gute Miteinander und zitierte in diesem Zusammenhang den Erfinder Henry Ford mit den Worten: „Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg“.

Die Arbeit der Frauenberatung & Notruf Nordfriesland wird durch Zuschüsse der Stadt Husum, des Kreises Nordfriesland, des Amtes Südtondern und des Landes Schleswig-Holstein sowie Eigenmitteln des Trägervereins finanziert. Der Förderverein, der sich auch über neue Mitglieder freuen würde, kümmert sich zusätzlich um ungedeckte Kosten. Marketta Weßler und Ria Sohrt bedankten sich bei allen für die finanzielle Unterstützung, die die Grundlage der Einrichtung bildet, und bei den engagierten Mitarbeiterinnen und Ehrenamtlichen, die für das Gelingen der Arbeit sorgen.

Petra Stadtländer gehört als Frau der ersten Stunde dazu, ihr Einsatz begann am 1. Oktober 1985 in der „Anlaufstelle für Frauen in Not“, die durch die Unabhängige Frauengruppe Husum im Rödemisser Frauenzentrum ins Leben gerufen wurde. Acht ehrenamtliche Helferinnen aus der Gruppe unterstützten ihre Arbeit, unter anderem übernahmen sie jahrelang die tägliche Rufbereitschaft für gewaltbetroffene Frauen. Bald gelang es, Petra Stadtländer fest einzustellen und dank dem Engagement eines überfraktionellen Frauenbündnisses bei der Stadt Husum und dem Kreis Nordfriesland einen höheren Zuschuss einzuwerben, der auch die Festeinstellung einer zweiten Mitarbeiterin ermöglichte. 1998 erhielt die Beratungsstelle mehr Landesmittel und dadurch konnte ein zweiter Standort in Niebüll mit einer dritten Mitarbeiterin eröffnen. Nach einigen Jahren stieg auch das Amt Südtondern mit ein und stellte der Einrichtung städtische Räume in der Niebüller Friedrich-Paulsen-Straße 6a zur Verfügung. In der Husumer Norderstraße 22 arbeitet neben Petra Stadtländer auch Annika Hasch, in Niebüll ist Maren Leder zuständig. Gemeinsam setzen sie sich für die Anliegen der Frauen im gesamten Kreisgebiet ein. Teamassistentin Sonja Sahlmann hält ihnen als Verwaltungskraft den Rücken frei. Ria Sohrt vom Vorstand des Trägervereins nutzte die Gelegenheit, um Petra Stadtländer für ihren „großartigen Einsatz“ zu danken. „Mit Deinen fachlichen und persönlichen Kompetenzen bist Du genau die richtige an diesem Platz.“ Untermalt wurde die Feierstunde im Schloss mit Musik von Bente Stenger und Nancy Sartain und einem Vortrag zum Thema„Resilienz – Das Immnunsystem der Seele“ von Katarina Weiher.

Weitere Informationen gibt es unter www.frauennotruf-nf.de. Das Hilfetelefon ist unter der Nummer 0800/116016 rund um die Uhr erreichbar – kostenlos und anonym.

Veranstaltungen zum 30-jährigen Bestehen:
>Ausstellung im Husumer Rathaus, 5. bis 14. Oktober, „Warnsignale häuslicher Gewalt – erkennen und handeln“.
>Frauenfilmtage im Kino Center Husum, 13. Oktober, 19.30 Uhr, „For Colored Girls – Die Tränen des Regenbogens“.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen