zur Navigation springen

Theodor-Storm-Schule in Husum : Rettungsaktion für den Musikzweig

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Personalprobleme als Gefahr für Vorzeige-Sparte des Theodor-Storm-Gymnasiums: Elternbeirat ist verärgert über Informations-Politik der Schule.

von
erstellt am 17.Mai.2017 | 07:00 Uhr

Besondere Maßnahmen erfordern besondere Reaktionen. Und das war für den Schulelternbeirat der Theodor-Storm-Schule (TSS) und seinen Vorsitzenden Marc Nissen allemal eine besondere Maßnahme, die Schulleiterin Sibylle Karschin da ergriffen hatte. Denn plötzlich schien das Weiterbestehen des Musikzweiges der TSS auf der Kippe zu stehen.

Anfang des Monats hatte Karschin das Gremium informiert, dass die Zahl der Koordinatorenstellen (A  15-Stellen) an der TSS reduziert werden müsse. Grund: die Schülerzahlen – Anfang des Jahres noch bei 900 liegend – sinken, auch und vor allen infolge des gemeinsamen Abiturs der G  8- und G  9-Jahrgänge. Die Direktorin kündigte an, dass die A  15-Stelle von Musikzweig-Leiter Jens Wielert nach dessen Verabschiedung in den Ruhestand Anfang 2018 nicht wieder besetzt werde. Darüber hinaus scheidet auch Mittelstufenleiter Hans-Joachim Lehmann aus. Dessen Stelle hingegen solle ausgeschrieben und wiederbesetzt werden.

Hintergrund: Angesichts des Schülerzahlen-Rückgangs können von den derzeit sieben Koordinatorenstellen an der TSS nur sechs gehalten werden. Nach Wielerts Ausscheiden blieben die Direktorin, ihre Stellvertretung, die drei Stufenleitungen (Unter-, Mittel- und Oberstufe) sowie eine Koordinatorin für Schulentwicklung, Aus- und Fortbildung übrig. Kein Leiterposten mehr also für den Musikzweig. Der jedoch ist seit vielen Jahren ein, ja für viele das Aushängeschild der Schule.

Dass Karschin den Schulelternbeirat über die Entwicklung erst informiert hat, „nachdem die Entscheidung gefallen war und wir somit nicht mehr reagieren konnten“, hat den Beirat enttäuscht. Natürlich handle es sich um eine Personalentscheidung, räumt Marc Nissen ein. Dennoch hätte sich die Elternvertretung im Wege der vertrauensvollen Zusammenarbeit gewünscht, „nicht vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden“.

Der Schulelternbeirat fuhr also schweres Geschütz auf und schrieb einen Brief an Bildungsministerin Britta Ernst und die zuständige Abteilungsleiterin, Dr. Gabriele Romig – mit der Bitte, noch einmal über das Thema reden zu können. Dabei verwies er auf Paragraf 72 (3) des Schulgesetzes, wonach die Direktorin verpflichtet sei, Eltern „über alle grundsätzlichen, die Schule gemeinsam interessierenden Fragen zu unterrichten“.

Marc Nissen wiederholt noch einmal, dass es dem Beirat nicht um die Entscheidung der Direktorin selbst gehe, sondern um die Art und Weise, wie diese kommuniziert worden sei. Und ein anderer Elternteil, der nicht genannt werden will, ergänzt: „Die Direktorin fordert immer, wir mögen ihr vertrauen. Aber wie soll das gehen, wenn man von so weit reichenden Entscheidungen erst erfährt, wenn sie schon gefallen sind?“

Im Ministerium wird die Angelegenheit eher nüchtern betrachtet: Die Schulleiterin werde zu Unrecht kritisiert, wenn man ihr vorwerfe, sie habe sich nicht genügend eingesetzt, erklärt Pressesprecher Thomas Schunck. Und beruhigt die Gemüter: „Der Musikzweig wird weiterleben.“ Mehr noch: Dem Schulelternbeirat liege inzwischen eine Lösung vor, für den Karschin „wie eine Löwin“ gekämpft habe. Offiziell weiß Nissen von diesem Vorschlag nichts – vertraut jedoch auf Karschins Ankündigung, dass die Stelle im Musikzweig nachbesetzt werde – wenn auch nicht mehr als A  15-Stelle ausgewiesen. Die Direktorin bestätigt das.

Dessen ungeachtet sieht Nissen das Verhältnis zwischen Schulleitung und Schulelternbeirat nach den Ereignissen der vergangenen Wochen „natürlich getrübt“. Sibylle Karschin baut dagegen darauf, dass das nicht der Fall ist: „Wir haben immer ein gutes Verhältnis gehabt. Und ich hoffe, dass dies auch in Zukunft so sein wird.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen