Öko-Strom : Rekord-Marke erreicht

Windkraft ist eine wichtige Säule der deutschen Energiewende.
Windkraft ist eine wichtige Säule der deutschen Energiewende.

2000 Megawatt Strom aus erneuerbaren Energien: Dies ist ein Rekord, den der Kreis Nordfriesland für sich verbuchen darf.

shz.de von
02. Mai 2015, 13:00 Uhr

Nordfriesland war von Anfang an bei der Energiewende ganz vorn dabei. Jetzt ist im Kreis die 2000 Megawatt-Marke (MW) bei den regenerativen Energien und damit ein neuer Rekord erreicht. Damit ist allein in Nordfriesland so viel Leistung aus Windkraft, Sonne und Biomasse wie zweieinhalb konventionelle Kohlekraftwerke liefern könnten über Schleswig-Holstein Netz angeschlossen. In der Spitze bezieht Schleswig-Holstein rund 1700 MW Strom vom allgemeinen Strommarkt, sodass Nordfriesland theoretisch diese Lastspitze abdecken könnte.

Der Schwerpunkt der regenerativen Anlagen in Nordfriesland liegt mit rund 1630 MW bei Windkraft-, gefolgt von Photovoltaikanlagen (rund 300 MW) und Blockheizkraftwerken (rund 70 MW). Insgesamt liefern im Kreisgebiet rund 800 Windkraft-, 5200 PV-Anlagen sowie rund 300 Blockheizkraftwerke Öko-Strom.

„Wir freuen uns darüber, dass Nordfriesland einen erheblichen Anteil zum Gelingen der Energiewende beiträgt. Nicht zuletzt durch die regenerativen Energien hat unser Kreis daneben einen fühlbaren wirtschaftlichen Aufschwung erlebt“, erklärt Landrat Dieter Harrsen. Durch die hohe Einspeiseleistung sei Nordfriesland seinem Ziel, bis 2020 der klimafreundlichste Kreis Deutschlands zu werden, ein großes Stück nähergekommen.

„In keinem Kreis wird so viel Strom aus Erneuerbaren Energien in unser Netz eingespeist wie in Nordfriesland. Gleichzeitig setzen wir in keinem Kreis so viele intelligente Technologien ein, um die Übertragungskapazität der regionalen Netze zu steigern und optimal auszunutzen“, sagt Matthias Boxberger, Vorstand der SH Netz. „Mit Hilfe dieser Innovationen werden wir auch in Zukunft in enger Abstimmung mit dem Betreiber der Höchstspannungsleitungen daran arbeiten, so viel Strom wie irgendwie möglich in die Netze aufzunehmen.“

Rund 32.600 regenerative Erzeugungsanlagen mit zusammen mehr als 6600 MW speisen inzwischen landesweit in das Netz des Unternehmens ein. Insgesamt nimmt SH Netz mehr als 90 Prozent des regenerativ erzeugten Stroms in ganz Schleswig-Holstein auf. Acht Prozent werden direkt in die Höchstspannungsnetze von Tennet, die restlichen zwei Prozent in die Netze von Stadtwerken eingespeist.

Seit 2014 läuft bei SH Netz ein 500 Millionen Euro Investitionsprogramm, um die Energie-Infrastruktur in Norddeutschland bis 2016 noch weiter auf die Energiewende auszurichten. Ein großer Teil dieses Geldes wird in Netzverstärkungen zur Aufnahme erneuerbarer Energien fließen. Beispiele dafür sind: der Neubau und die Verstärkung von drei 110.000-Volt-Leitungstrassen und der Neubau oder die Ertüchtigung von 80 Umspannwerken.

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