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Sechs tote Rinder : Regionalzug rast in Viehherde

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Neun ausgebrochene Rinder gerieten bei Mildstedt auf die Bahngleise und wurden von einem Regionalzug erfasst. Sechs Tiere starben. Von den acht Passagieren wurde niemand verletzt, sie konnten die Unfallstelle mit Taxen verlassen.

Sirenenalarm in Mildstedt gegen 22.50 Uhr – und die Meldung: Zugunfall im Ortsteil Schwesing-Bahnhof. Eine ausgebrochene Herde von neun Rindern war auf die Gleisanlagen geraten und wurde dort von einem Regionalzug erfasst. Eilends rückte die Feuerwehr am späten Dienstagabend mit allen vier Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften aus – die Anfahrt über schmale Sandwege neben der Bahnlinie Husum-Kiel stellte eine erste größere Herausforderung dar. Wendemöglichkeiten bestanden nicht. Die gesamte Unfallstelle musste zunächst ausgeleuchtet werden, um den Einsatzkräften sichere Arbeitsmöglichkeiten zu bieten. Nach dem Eintreffen an der Unfallstelle mussten die Kettensägen aktiviert und einige Bäume und Büsche entfernt werden. Erst danach war der Zugang auf das Gleisbett gewährleistet.

Feuerwehrleute halfen den acht Bahnreisenden aus dem Zug und geleiteten sie zu herbeigerufenen Taxen, verletzt wurde niemand.

In der Zwischenzeit rückten Einsatzkräfte der Landespolizei aus Husum an, Beamte der Bundespolizei trafen ebenso ein wie die Notfallmanagerin der Deutschen Bahn. Und auch nachdem man einen freien Zugang geschaffen hatte, waren die Schwierigkeiten vor Ort nicht beseitigt, wie Mildstedts Wehrführer Hartmut Jessen berichtet: „Die Bergung der Tiere gestaltete sich äußerst problematisch.“ Vier der Tiere lagen nach dem Aufprall neben dem Gleisbett, drei von ihnen waren derart schwer verletzt, dass sie von einem alarmierten Tierarzt eingeschläfert werden mussten, ein Tier war bereits tot.

Große Schwierigkeiten bereitete die Bergung zweier Kühe, die unter dem Triebwagen im Gleisbett verkeilt waren. Da Züge auch bei einer Notbremsung nicht sofort zum Stillstand kommen, wurden die unter den Waggons liegenden Tiere noch über eine weitere Strecke mitgeschleift.

Ein Teleporter hob die verendeten Tiere von den Gleisen auf ein Feld. Gestern wurden sie dort von der Abdeckerei Jagel abgeholt. Drei Rinder konnten unverletzt eingefangen werden.

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