zur Navigation springen
Husumer Nachrichten

23. Oktober 2017 | 21:27 Uhr

Rechnen für das Regenwasser

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Oberflächenentwässerung in Mildstedt ab Januar in neuen Händen / Für die Gebühren müssen Bürger ihre Grundstücke selbst vermessen

von
erstellt am 11.Dez.2013 | 21:00 Uhr

Um verlässliche Daten darüber zu erhalten, wie viel Regenwasser eigentlich durch das Mildstedter Kanalnetz abgeführt werden muss, befragt der Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt die Bürger. Denn zum 1. Januar übernimmt er für die Gemeinde Mildstedt die Oberflächenentwässerung. Er hat die Bürger der Gemeinde aufgefordert, die Quadratmeterzahl der versiegelten Flächen auf den Grundstücken anzugeben. In der jüngsten Sitzung des Kommunalausschusses stellte Bürgermeister Bernd Heiber fest, dass nahezu 80 Prozent aller beim Verband eingereichten Angaben fehlerhaft seien.

Nach einem klärenden Gespräch zwischen Verband und Gemeinde gestern, stellte sich nun aber heraus, dass die Anschreiben des Deich- und Hauptsielverbandes an die rund 1400 Hauseigentümer von Mildstedt (1300 kamen zurück) missverständlich formuliert waren. Daher, so unterstreicht Heiber gegenüber unserer Zeitung, seien die falschen Angaben nicht wissentlich gemacht worden. Zur Kontrolle verfüge der Verband aber über Luftbilder, so dass die tatsächliche Quadratmeterzahl der versiegelten Fläche berechnet werden könne. Daher werden die Einwohner Post erhalten, in denen ihnen die ausgerechnete Fläche genannt werde.

Heiber unterstreicht, dass das Thema Oberflächenentwässerung und Vergabe an den Eiderstedter Verband bereits seit zwei Jahren immer wieder in öffentlichen Ausschuss-Sitzungen eine Rolle gespielt habe. Kritik, dass die Bürger nicht über den Wechsel zum Eiderstedter Verband unterrichtet worden seien, weist er zurück. Dies sei nicht nur im Amtsblatt und dem Gemeindebrief „Deine Gemeinde“, sondern auch durch öffentlichen Aushang bekanntgegeben worden. Die Berechnungsgrundlagen, räumt Heiber freimütig ein, verstehe er auch nicht so ganz. Denn er besitze eine Terrasse, die in den Garten entwässert und nicht in das Kanalnetz. Dennoch müsse er deren Quadratmeterzahl als versiegelte Fläche angeben und dafür wohl Gebühren bezahlen. „Wir haben uns bei den Berechnungsgrundlagen und der Datenerhebung an die Praxis anderer Verbände, wie etwa Eider-Treene und Süderdithmarschen gehalten“, sagt Oberdeichgraf Jan Rabeler. Er baut auf die Ehrlichkeit der Hauseigentümer, betont aber auch, dass die Möglichkeit der Kontrolle der versiegelten Flächen mit Hilfe von Luftbildern möglich sei. Allerdings werde es nur in vereinzelten Fällen zu Stichproben kommen.

Irritationen hatten im Vorwege Schreiben an Eigentümergemeinschaften verursacht, die eigentlich gar nicht existieren. So wurde beispielsweise der Besitzer eines Reihenhauses im Bahnweg vom Verband als Sprecher einer solchen Gemeinschaft benannt. Seine Aufgabe: die Vermessung der versiegelten Flächen auch bei den Nachbarhäusern. Dies, so der Angeschriebene, könne doch nicht Aufgabe einer Privatperson sein. Rabeler erläutert, dass in diesem Fall die vier Reihenhäusern zwar jeweils voneinander unabhängige Besitzer hätten, die Häuser aber alle auf nur einem Flurstück gebaut worden seien. Auch im Grundbuch sei eingetragen, dass sie eine bestimmte Quadratmeterzahl des Flurstückes ihr Eigen nennen würden. Daher, so Rabeler, wäre es dem Verband, der kostendeckend arbeiten müsse, nicht zumutbar, jeden einzelnen Grundeigentümer anzuschreiben. Die Kosten würden schließlich in den Gebühren verrechnet.

In Mildstedt war jahrelang die Gemeinde selbst für die Schmutzwasser- und die Oberflächenentwässerung zuständig. Das Schmutzwasserkanalnetz wird heute von den Husumer Stadtwerken betreut, ab Januar das Oberflächen- oder Regenwassernetz vom Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen