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Ausbildungsbegleitende Hilfen : Rauswerfen ist nur das letzte Mittel

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ausbildungsbegleitende Hilfen gelten bei der Arbeitsagentur als Erfolgsmodell – ein Beispiel aus Husum zeigt, wie es gehen kann.

Dass Malte Hein auch im September 2017 noch als Auszubildender zum Kraftfahrzeug-Mechatroniker arbeitet, war vor ein paar Monaten nicht unbedingt zu erwarten. Die Leistungen des 18-Jährigen in der Berufsschule ließen sehr zu wünschen übrig, dem jungen Mann aus Olderup drohte der Zwangsabbruch der Lehre.

Vor allem seinem Chef bei der Firma Auto-Service-Center Husum (ASC) hat es Malte Hein zu verdanken, dass er die Ausbildung fortsetzen kann. „Ja, ich wollte hinschmeißen”, bekennt der Heranwachsende, den die Misere auf der Schulbank demotivierte. Doch auch als ASC-Geschäftsführer Oliver Hansen die unbefriedigenden Nachrichten aus der Schule vernahm, dachte er nicht daran, seinen Schützling fallen zu lassen. „Praktisch ist er doch der Beste”, so Hansen, „also habe ich versucht, das geradezubiegen”. In Maltes Eltern fand er Unterstützer.

Und in den ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) der Arbeitsagentur ein vielversprechendes Instrument auf dem Weg zurück in die Erfolgsspur. Die Kröte, die der Azubi schlucken musste: Die Lehre beginnt von vorn. Er befindet sich also wieder im ersten Lehrjahr.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich viele junge Menschen zu Beginn der Ausbildung schwertun”, erklärt Berufsberaterin Lena Hinz. Dafür gebe es verschiedene Ursachen. Manchmal fehlten theoretische Grundlagen für den Berufsschulunterricht, manchmal bestünden auch Lernhemmungen oder Prüfungsängste.

Im Rahmen der abH werden in bis zu acht Stunden pro Woche im Einzelunterricht oder in kleinen Gruppen Lerndefizite beseitigt. Das geschieht in Husum bei der Gesellschaft für Beruf und Bildung (bb). Die Arbeitsagentur finanziert das Ganze. Sozialpädagogin Viola Hauser hat schon den ersten Erfolg bei Malte Hein ausgemacht: „Die ausbildungsbegleitende Hilfe hat ihm Selbstbewusstsein gegeben”, sagt die bb-Mitarbeiterin.

Die Arbeitsagentur in Husum betreut derzeit 78 Azubis in dem Programm. Die Erfolgsquote liegt nach Hinz' Angaben bei fast 100 Prozent. Es seien „wirklich nur Einzelfälle”, so die Berufsberaterin, wenn jemand die Lehre trotz abH nicht schafft. Gute Aussichten also für den 18-Jährigen. Aber in Maltes beruflichem Umfeld gibt es ohnehin keinen, der jetzt noch an ihm zweifelt. Auch die Leistungen in der Berufsschule stimmen dem Vernehmen nach inzwischen.

Für Christian Groborsch, Sprecher der Arbeitsagentur in Flensburg, sind die abH eine gute Möglichkeit, auch die Betriebe zu unterstützen. Er appelliert daher an sie, auch schwächere Schüler einzustellen.

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