Umwelt- und Planungsausschuss : Raus aus den Betten, rein in die Zimmer . . .

Die Größe des bestehenden Hotels am Dockkoog ist längst nicht mehr zeitgemäß. Foto: hjm
Die Größe des bestehenden Hotels am Dockkoog ist längst nicht mehr zeitgemäß. Foto: hjm

. . . oder eine Art heiteres Begriffe-Raten im Umwelt- und Planungsausschuss.

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26. Februar 2013, 08:02 Uhr

Husum | Betten oder Zimmer? Zwei relativ unscheinbare Wörter, hinter denen sich allerdings ein handfestes Problem verbirgt. Jedenfalls, was den Umwelt- und Planungsausschuss und dessen jüngste Sitzung angeht. "Konkretisierung der baulichen Nutzung des Dockkoogs" lautete der eigentlich harmlos anmutende Tagesordnungspunkt, unter dem sich die Beteiligten alles Mögliche vorstellen konnten, nur wohl nicht ein munteres Wechselspielchen zwischen zwei Begriffen, Betten und Zimmer eben.

Erstens ist alles nicht so einfach, zweitens Irren menschlich - und so entwickelte sich eine amüsante Diskussion, in deren Verlauf sich nicht wenige Ausschuss-Mitglieder versprachen. Da war mehrfach von Betten die Rede, obwohl Zimmer gemeint waren - und umgekehrt.

Das verbale Durcheinander ist vor dem Hintergrund der Bestrebungen zu sehen, die Dockkoogspitze zu bebauen. Dazu wurde eigens eine Bürgerwerkstatt eingerichtet, bei der zahlreiche Husumer ihre Ideen und Bedenken einbrachten - unter anderem zu den Plänen für den Neubau eines Hotels (wir berichteten).

"Ein Hotel war unstrittig, nur sollte es wirtschaftlich betrieben werden", erinnerte sich Ulf von Hielmcrone (SPD). Der Investor erhielt in diesem Zusammenhang ein Signal, das sich auf 120 Betten bezog. Doch wovon war eigentlich in der zwei Mal zusammengekommenen Bürgerwerkstatt die Rede? Waren es 120 Betten, mit denen man sich anfreunden konnte, oder 120 Zimmer? Einige meinten, sich erinnern zu können, dass seinerzeit Betten im Gespräch waren, andere waren davon überzeugt, sich für Zimmer ausgesprochen zu haben.

Zu dieser unterhaltsamen Episode wäre es gar nicht gekommen, wenn nicht der Investor zwischenzeitlich klargestellt hätte, dass ein Hotel mit 120 Betten nicht wirtschaftlich sei. Jörg Schlindwein, Leiter der Bauverwaltung, äußerte die Vermutung, dass es sich in der Mitteilung an den Investor um einen redaktionellen Fehler handeln könne. "Ich denke, 120 Betten wäre korrekt gewesen", stellte ein Ausschuss-Mitglied klar, um sich flugs zu berichtigen: "Nein, ich meine natürlich 120 Zimmer." Die Lacher hatte er damit jedenfalls auf seiner Seite. Einem Investor mit einem 120-Betten-Hotel zu kommen, sei eher ein Verhinderungsvorschlag, lautete ein weiterer Einwand. "Ein Hotel mit 120 Zimmern ist natürlich ein Klotz - da müssen wir uns überlegen, ob das tatsächlich in unsere Vorstellungen passt", gab Frank Hofeditz (Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen) zu bedenken.

Bürgermeister Uwe Schmitz kam zum richtigen Zeitpunkt, hörte sich das Hin und Her zwischen Zimmer und Betten eine Weile verwundert an und äußerte hernach die Vermutung, dass die Ausschuss-Mitglieder offensichtlich keine Möglichkeit hatten, sich auf diesen Tagesordnungspunkt adäquat vorzubereiten. "Ich schlage vor, dass wir es für heute dabei belassen und das Thema auf die nächste Umwelt- und Planungsausschuss-Sitzung verschieben."

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