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Middelbrüch abgerissen : Ratzfatz war die Brücke weg

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die durch einen umgestürzten Baum schwer beschädigte Middelbrüch in Friedrichstadt wurde abgerissen. Sie soll durch einen Neubau ersetzt werden, der rund 140.000 Euro kosten wird. Ende des Jahres soll die neue Middelbrüch stehen.

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erstellt am 26.Apr.2014 | 12:00 Uhr

Der Aufbau hat einige Wochen gedauert, doch der Abriss war innerhalb eines Tages erledigt. Die Holzbrücke über den Mittelburggraben aus massivem Bongossi, wurde von der Arlewatter Firma Gabriel&Lidtke zerlegt. Das noch verwertbare Holz sicherte sich der städtische Bauhof, schließlich soll es in sinnvollen Bauprojekten in der Stadt wiederverwertet werden, denn das tropische Bongossi gilt als das widerstandsfähigste Holz für den Wasser- und Freilandbau. Die geschwungene Holzbrücke ist ein Opfer des Orkans „Christian“, der Ende Oktober über Nordfriesland tobte. Die Brücke selbst hielt den Sturmböen stand, doch eine neben ihr stehende mächtige Weide nicht. Sie wurde mitsamt dem Wurzelwerk aus dem Boden gerissen und stürzte so unglücklich, dass der massive Stamm die Brücke genau dort traf, wo sie Am Mittelburgwall das Ufer erreicht. In sich verdreht, musste sie sofort gesperrt werden.

Nach dem Abriss können die Grachtenschiffer nun auch wieder ohne Bauchschmerzen den Mittelburggraben befahren, denn bislang galt die Brückendurchfahrt offiziell als verboten, große Schilder wiesen die Skipper darauf hin. Da diese Route aber direkt am Marktplatz vorbei- und durch das Stadtzentrum führt, wurde sie dennoch gern genommen.

Die Schäden an der Middelbrüch stellten sich nach einer Untersuchung durch einen Gutachter als nahezu irreparabel heraus. Der Husumer Fachmann teilte mit, dass sich die Reparaturkosten vermutlich auf rund 60.000 Euro belaufen werden. Im Vergleich zu den Kosten für eine neue Brücke noch relativ günstig, doch gleichzeitig wurde auch festgestellt, dass die tragenden Holzteile, die teilweise im Wasser der Gracht stehen, bereits stark angegriffen sind. Daher prognostiziert der Gutachter einer reparierten Brücke auch nur eine Lebensdauer von rund zehn Jahren. Die Stadtvertreter stellten im März dieses Jahres fest, dass die Investition für eine so kurze Lebensdauer zu hoch ist. Ein Neubau, beispielsweise aus Stahl mit Holzverkleidung, würde nämlich 70 Jahre, eine reine Holzbrücke hingegen 30 Jahre halten. Daher stimmte die Mehrheit für eine Stahlkonstruktion, die aber in Holzoptik gehalten, beziehungsweise mit dem Naturbaustoff belegt werden soll. Noch liegen keine genauen Planungsdetails vor, doch sicher ist, dass den Empfehlungen des Gutachters gefolgt werden soll. Dieser hatte nämlich vorgeschlagen, dass das Ständerwerk der neuen Brücke nicht wieder im Wasser der Gracht stehen sollte. Zwei Vorteile sieht er darin: Kollisionen mit Grachtenschiffen seien auszuschließen und egal, ob die Stützen aus Stahl oder Holz gefertigt werden, sie hätten eine wesentlich höhere Lebenserwartung.

In der nächsten Stadtvertreter-Sitzung sollen nun die Details festgezurrt werden. Die Stadtvertreter stellten unisono fest, dass es kein Null-Acht-Fuffzehn-Bauwerk werden soll, da die Brücken ein besonderes Merkmal der Stadt seien. Viel Zeit bleibt nicht. Bis Ende des Jahres muss die Middelbrüch stehen, sonst entfallen die eingeplanten Zuschüsse. Bei einer Bausumme von rund 140.000 Euro ist die Stadt darauf angewiesen, denn der Stadthaushalt ist seit Jahren hoch defizitär.

 

 

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