Kein Umzug der Ordnungsmacht : Rathaus bleibt leer: Polizei kommt nicht

Im alten Rathaus stehen viele moderne Büroräume leer.
Im alten Rathaus stehen viele moderne Büroräume leer.

Das Kieler Innenministerium hat sich gegen den Umzug der Friedrichstädter Wache in das Rathaus am zentralen Marktplatz ausgesprochen. Nun soll die alte Station ordentlich aufgemöbelt werden, damit sich die Beamten dort wohlfühlen.

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07. Mai 2015, 21:00 Uhr

Aus der Traum. Die Stadt Friedrichstadt und das Amt Nordsee-Treene müssen sich auf die Suche nach neuen Mietern für das Rathaus der Stadt machen. Denn das Gebäude mitten in der Altstadt, zentral am Marktplatz, steht größtenteils leer. Daher lag der Gedanke nahe, dort die Polizeistation der Stadt einzuquartieren. Also wurden Verhandlungen mit dem Land aufgenommen. Jetzt ist es aber amtlich, die Polizei bleibt in ihrem alten Domizil an der Brückenstraße.

Diese Entscheidung des Innenministeriums ist für die Friedrichstädter nicht ganz nachvollziehbar. Schließlich klagten die örtlichen Polizisten über ihre Unterbringung in einem sehr verwinkelten Gebäude mit Rissen in den Wänden. Auch die Polizei-Direktion Flensburg und das Kieler Innenministerium als Dienstherr sahen dies so. Also wurde seit nunmehr knapp eineinhalb Jahren über einen möglichen Umzug der Beamten in das Rathaus verhandelt. Die Stadt, beziehungsweise das Amt, haben der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH ) das Rathaus als Mietobjekt angeboten. Die GMSH nimmt die Bauherren- und Planungsaufgaben des Landes und des Bundes innerhalb Schleswig-Holsteins wahr. Des Weiteren ist sie für die Bewirtschaftung von Landes- und Bundesliegenschaften verantwortlich und sorgt für die Beschaffung von Material und Leistungen für alle Landesbehörden. Dort wurde dann in Absprache mit dem Innenministerium im Sommer vergangenen Jahres eine Objektbesichtigung vorgenommen.

Jetzt teilte die Sprecherin der Gebäudemanagement, Barbara Müller, auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass die Polizei nicht in das Rathaus umziehen werde. „Auf Basis unserer Objektrecherche hat sich das Innenministerium gemeinsam mit der Polizei dazu entschieden, in der bisherigen Anmietung zu bleiben. Dafür wurde ein neuer Mietvertrag geschlossen, der zum 1. Januar 2016 in Kraft tritt.“ Da die bisherige Wache allerdings nicht den heutigen Anforderungen entspricht, soll sie dem polizeispezifische Bedarf angepasst werden, ergänzt Barbara Müller.

Dazu gehört beispielsweise im Außenbereich eine rollstuhlgerechte Rampe. Zudem sollen die Büros und Flure eine neue Beleuchtung erhalten. Auch die Elektrik des Gebäudes wird erneuert. Zusätzlich werden die Fensterflächen mit so genannten durchwurfhemmenden Verglasungen ausgestattet. Damit sich Beamte und Besucher in der Polizeistation auch wohl fühlen, sollen zudem noch diverse Malerarbeiten ausgeführt sowie die Küche und die Bäder renoviert werden.

Anfang des Jahre sah es noch so aus, als ob sich das Innenministerium für einen Umzug in das Rathaus aussprechen werde. Schließlich hieß es Ende Februar von der GMSH noch, dass erst wenn der tatsächlich erforderliche und realisierbare Umbauaufwand für die in Frage kommenden Objekte feststeht, können die potenziellen Vermieter konkret kalkulieren und Mietangebote vorlegen. Auf deren Basis werde eine endgültige Entscheidung getroffen. Allerdings stellt Barbara Müller damals auch fest: „Der Mietvertrag soll voraussichtlich noch in diesem Frühjahr abgeschlossen werden.“

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