Wegen der Vogelgrippe : Rassegeflügel-Schau in Husum fällt aus

Kinder nimmt der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Husum und Umgegend, Siegfried Sievertsen, vor der Eröffnung stets mit auf einen Rundgang – in diesem Jahr müssen die Veranstalter leider auch auf diese Tradition verzichten.
Kinder nimmt der Vorsitzende des Geflügelzuchtvereins Husum und Umgegend, Siegfried Sievertsen, vor der Eröffnung stets mit auf einen Rundgang – in diesem Jahr müssen die Veranstalter leider auch auf diese Tradition verzichten.

Die dreitägige Grenzlandschau in der Husumer Messehalle wurde abgesagt. Der Kreis Nordfriesland verbietet Veranstaltungen mit Federvieh und ordnet die Stallpflicht an.

shz.de von
10. November 2016, 07:00 Uhr

Es sollte ein großes Spektakel werden: Drei Tage lang – von Freitag bis Sonntag – hätten in der Husumer Messehalle wieder Hähne gekräht, Gänse geschnattert und Tauben gegurrt. Am Dienstagnachmittag war bereits alles fix und fertig aufgebaut, hatte der Geflügelzuchtverein Husum und Umgegend einmal mehr ganze Arbeit geleistet, um die jährliche Rassegeflügel-Schau mit Leben zu füllen. Vergebens. Weil in Schleswig-Holstein die Vogelgrippe ausgebrochen ist und das Umweltministerium deshalb eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet hat, musste die 60. Grenzlandschau kurzerhand abgeblasen werden.

Einzig und allein die prächtigen Tiere fehlten noch, als Nordfrieslands Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze am Dienstag kurz vor 16 Uhr in der Halle auftauchte und die Nachricht persönlich überbrachte. Natürlich hat Siegfried Sievertsen, der rührige Vorsitzende des Ausrichters, jegliches Verständnis für alle Maßnahmen, die dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet. Allein der Zeitpunkt hätte für die hiesigen Züchter nicht ungünstiger sein können. Mit 1103 gemeldeten Tieren hätte man laut Sievertsen eine Rekordbeteiligung verzeichnet. „Doch nun muss ich allen wieder absagen: Züchtern, Preisrichtern und Ehrengästen.“ Für den Verein wird – ausgerechnet im 130. Jahr seines Bestehens – unterm Strich ein dickes finanzielles Minus bleiben: Preise und Pokale waren längst eingekauft und auch für die geplante mehrtägige Nutzung der Messe fällt eine größere Summe an.

Unterdessen hat die Landesregierung vorsorglich alle Kreise und kreisfreien Städte angewiesen, für ihren Zuständigkeitsbereich die Aufstallung von Hausgeflügel anzuordnen. Der Fachdienst Veterinärwesen des Kreises Nordfriesland hat gestern eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Sie wurde im Amtsblatt des Kreises veröffentlicht und gilt für das gesamte Kreisgebiet einschließlich der Inseln und Halligen (www.nordfriesland.de/amtsblatt). Gleichzeitig hat der Kreis mit sofortiger Wirkung Ausstellungen, Märkte und Veranstaltungen ähnlicher Art verboten, bei denen Geflügel und Tauben mitwirken – damit der Erreger H5N8 nicht in Hausgeflügel-Bestände eingeschleppt wird.

Im gesamten Kreisgebiet dürfen Hühner, Truthühner, Perlhühner, Rebhühner, Fasane, Laufvögel, Wachteln, Enten und Gänse ausschließlich in geschlossenen Ställen gehalten werden. Alternativ ist auch eine Schutzvorrichtung erlaubt, die aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten, dichten Abdeckung bestehen muss und die mit einer Seitenbegrenzung versehen ist, die das Eindringen von Wildvögeln verhindert (Volière). Auf der Internetseite www.nordfriesland.de soll schnellstmöglich eine Liste mit den wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Vogelgrippe freigeschaltet werden. Weitere Informationen des Landes unter http://bit.ly/2fCei7Q.

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