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Anschlag in Langenhorn : Rasierklingen-Köder im Hundeverein

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf dem Gelände der Langenhorner Ortsgruppe im Verein für Schäferhunde wurden mit Rasierklingen präparierte Würstchen-Enden gefunden. Zudem wurden die Türschlösser des Vereinsheims zugeklebt.

shz.de von
erstellt am 10.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Langenhorn | Petra Brodersen ist noch immer fassungslos. Die Hunde-Trainerin leitet auf dem Gelände der Langenhorner Ortsgruppe im Verein für Schäferhunde eine Welpenschule. Als sie deswegen am Sonnabendnachmittag (5. September) in das Vereinsheim gehen wollte, ließ sich die Tür nicht öffnen – jemand hatte die Schlösser zugeklebt. Sie wurde skeptisch und informierte die anderen Vereinsmitglieder, die sich zu dem Zeitpunkt auf dem Gelände befanden. „Ich habe dann noch gesagt, dass wir gucken sollten, ob nicht irgendwo Köder ausgelegt sind“, erinnert sich ihre Tochter Andrea Brodersen – und hatte Recht mit ihrer Befürchtung: In einem Hundezwinger, und wenige Meter weiter vor einem Stapel Brennholz, lagen abgeschnittene Würstchen-Enden, in denen sich Rasierklingen befanden.

„Das ist unbegreiflich“, sagt Vera Saß, die die Ortsgruppe 1994 mit gegründet und aufgebaut hatte. „Das ist das erste Mal, das hier so etwas passiert. In den vergangenen 20 Jahren ist hier noch nicht einmal eingebrochen worden.“ Wer die Schlösser zugeklebt und die präparierten Würste ausgelegt hat, können sich die Hundefreunde nicht erklären.

1997 hatte der Verein das Gelände gekauft. Es liegt ganz im Osten der Gemeinde, in einem Gewerbegebiet im Ortsteil Mönkebüll. Nebenan befindet sich ein Schrotthandel, auf der anderen Seite verläuft die Landesstraße 13. „Zudem ist auf dem Gelände nur wenig Betrieb“, sagt Brodersen. An zwei Tagen in der Woche treffen sich die knapp 30 Mitglieder und Gäste mit Hunden aller Rassen zum Agility, zur Welpenausbildung oder zum Spielen mit den Tieren. Viele Familien bringen auch ihre Kinder mit.

„Die Köder lagen nur wenige Meter von einer Sandkiste entfernt, die wir extra für die Kinder aufgestellt haben“, ist auch Vereinsmitglied Jörg Asmus entsetzt. Er wird das Gelände in diesen Tagen noch einmal mähen, anschließend sollen Hunde mit Maulkörben auf die Suche nach möglichen weiteren Ködern gehen. „Wir wissen ja nicht, ob hier vielleicht irgendwo noch mehr liegt“, sagt Asmus. Die meisten Vereinsmitglieder lassen ihre Tiere bis dahin nicht von der Leine.

Laut der Tierrechtsorganisation Peta haben Attacken mit Gift oder präparierten Ködern – oft mit Rasierklingen oder anderen scharfkantigen Gegenständen – in den vergangenen Jahren in Deutschland zugenommen. Opfer seien meist Hunde. Eine offizielle Statistik gibt es allerdings nicht. In der Gegend um Bredstedt sei dies bislang ein Einzelfall, informiert die Polizei. Sie ist jetzt auf der Suche nach Zeugenhinweisen: Die Köder wurden in der Zeit zwischen Mittwoch, 2. September, 19 Uhr, und Sonnabend, 5. September, 12.30 Uhr, auf dem Gelände der Langenhorner Ortsgruppe im Verein für Schäferhunde, Hohe Koppel, in Mönkebüll ausgelegt. Wer etwas Verdächtiges beobachtet hat oder Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Bredstedt unter Telefon 04671/96056 zu melden.

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