Aus den Gemeinden : Rantrum: Minus von rund 320.000 Euro

In der Rantrumer Haushaltskasse klafft ein großes Loch.
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In der Rantrumer Haushaltskasse klafft ein großes Loch.

Hohe Investitionen schlagen im Haushalt 2018 zu Buche. Die Grundstücke in der Gemeinde sind heiß begehrt.

shz.de von
30. Januar 2018, 18:00 Uhr

Rantrum | Lange Tagesordnung, heftige Debatten und zahlreiche Zuhörer: Die jüngste Gemeindevertreter-Sitzung in Rantrum hatte es in sich.

Zu den wichtigsten Beschlüssen des Abends zählte der Haushalt für das Jahr 2018. Und der weist ein deutliches Minus aus. Im Ergebnisplan sind Erträge von knapp 3,5 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 3,8 Millionen Euro vorgesehen. Das ergibt einen Jahresfehlbetrag von 315.700 Euro. Wie es dazu kommen konnte, erklärte Amtskämmerer Udo Ketels auf Anfrage unserer Zeitung. „Das größte Problem ist, dass durch die Investitionen, die in Rantrum in den vergangenen Jahren getätigt wurden, die bilanziellen Abschreibungen gestiegen sind. Und das ist nicht so einfach wieder zu erwirtschaften.“ Deshalb werde der Finanzplan auch noch dauerhaft in diesem Bereich im Minus bleiben.

Für 2018 wurde errechnet, dass die Gemeinde für Kindergärten 438.700 Euro zahlt – das sind 117.000 Euro mehr als in 2017. Das gut angenommene Warmwasser-Schwimmbad erfordert 26.200 Euro Zuschuss, der Markttreff 22.200 Euro, die Sport- und Kulturhalle 41.800 Euro. Die Elternbeiträge der Kindertagesstätte werden in 2018 neu festgelegt.

Das Zahlenwerk, das der Vorsitzende des Lenkungs- und Finanzausschusses, Walter Carstens, vortrug, geriet allerdings bei den vielen vorangegangenen Wortgefechten – insbesondere zwischen Gemeinde-Chef Horst Feddersen (SPD) und Henning Weitze (WIR) – etwas ins Hintertreffen. Unter anderem ging es wieder einmal um das sogenannte Blumenkonto (wir berichteten). Henning Weitze (WIR) hatte Einsicht genommen und kritisierte, dass einige Passagen geschwärzt worden seien. „Das betrifft alles den Weihnachtsmarkt“, entgegnete Feddersen und warf Weitze vor, Wahlkampf zu betreiben. Weitze hakte nach: „Was hat denn eine Jazz-Veranstaltung mit dem Weihnachtsmarkt zu tun?“ Nein, auch die gehöre dazu, beharrte Feddersen. Ein Wort gab das andere. Streitpunkt war dabei auch die Poststelle im Markttreff, deren Aufrechterhaltung der Gemeinde einige Schwierigkeiten bereitet. Dem alten Betreiber wurde von der Post gekündigt, sodass die Gemeinde zwischenzeitlich eingesprungen ist. Nun steht die Frage im Raum, wie es dort weitergeht. Nach einer heftigen Debatte zwischen ihm und Weitze sagte Feddersen: „Ich habe den Auftrag der Gemeinde erfüllt und die Papiere an Marktleiterin Nadine Lorenzen übergeben. Sie ist für mich die Ansprechpartnerin im Markttreff.“ Auch das Amt Nordsee-Treene hatte zumindest bis Ende 2017 mit dem Fall zu tun. Feddersen habe nun vereinbart, mit dem neuen Betreiber des Markttreffs, Dieter Hildebrandt von der Neuen Arbeit Nord, zu sprechen, damit der die Poststelle weiterführt und mit der Post einen Vertrag macht.

Die hohe Nachfrage nach Grundstücken ist in Rantrum ebenfalls ein großes Thema. Daher wurde auch das Baugebiet in 2015 um einen dritten Abschnitt erweitert. Alle 19 Grundstücke sind bereits verkauft. Nun soll der vierte Bauabschnitt in Betracht gezogen werden. „Wir warten auf grünes Licht von der Landesplanung, um dann noch in diesem Jahr mit dem Neubaugebiet zu beginnen“, so Feddersen.

Große Probleme mache die Straße Bannony, berichtete Feddersen weiter. Diese sei in einem sehr schlechten Zustand und werde erst im Frühjahr gemacht.

Walter Carstens monierte die Parkplatzsituation bei der Sport- und Kulturhalle: „Bei größeren Veranstaltungen – und da ist ja öfter mal was los – werden wir der Verkehrsmengen nicht mehr Herr.“ Die Gemeinde müsse über eine Parkfläche in Nähe der Kulturhalle nachdenken; der vorhandene Parkplatz reiche nicht aus.

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