Nordfriesland : Quo vadis, Finanzamt?

Ob Leck Hauptsitz des Finanzamts bleibt, klärt sich Ende des Jahres. Ziel des Finanzministeriums ist es, aufgrund von Umstrukturierungen Kompetenzen zu bündeln. Foto: pel
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Ob Leck Hauptsitz des Finanzamts bleibt, klärt sich Ende des Jahres. Ziel des Finanzministeriums ist es, aufgrund von Umstrukturierungen Kompetenzen zu bündeln. Foto: pel

Kurz vor Ende der Bewerbungsfrist brachte sich ein weiterer Ort aus Südtondern ins Spiel: die Stadt Niebüll

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02. März 2013, 08:42 Uhr

Niebüll | Nun also doch. Auch Niebüll gehört jetzt zu den Bewerbern um den Hauptstandort für das Finanzamt Nordfriesland. Bürgermeister Wilfried Bockholt informierte in der Sitzung am Donnerstagabend die Stadtvertreter, dass er aufgrund eines Aufrufes des Landrates (wir berichteten) mit Frist bis 28. Februar eine Bewerbung für die Stadt abgeschickt habe. "Wenn Sie Bürgermeister einer Stadt wie Niebüll sind, dann können Sie nicht sagen, wir bewerben uns nicht", begründet Bockholt sein Vorgehen. Die bisherige Niebüller Position bleibt jedoch eindeutig: Erhalt und Stärkung des Finanzamtes in Leck. Nur wenn die derzeitige Diskussion auf die Suche nach einem komplett neuen Hauptstandort in Nordfriesland hinauslaufe, führe an Niebüll kein Weg vorbei, so Bockholt. "Für diesen Fall reiche ich hiermit offiziell die Bewerbung der Stadt Niebüll als Standort eines neuen Hauptstandortes des Finanzamtes Nordfriesland ein", formulierte es der Bürgermeister in seinem Schreiben an Landrat Dieter Harrsen.

Bockholt sah sich im Zugzwang. Für Niebüll spricht vor allem die Lage. Für einen erweiterten Einzugsbereich des nördlichen Nordfriesland inklusive der Inseln mit 92 000 Einwohnern oder 56 Prozent der Gesamtbevölkerung Nordfrieslands sei ein Finanzamt in Niebüll aufgrund der vielfältigen Verkehrsanbindungen relativ leicht zu erreichen. Mit Blick auf den geforderten Raumbedarf für 250 Mitarbeiter und 5500 Quadratmeter Hauptnutzfläche erklärte Bockholt, er habe da schon ein paar Grundstücke im Auge, immer mit einer relativen Nähe zum Bahnhof. Offen sei für ihn die Frage, ob es um einen einzigen Standort geht. Denn der Begriff Hauptstandort unterstelle, dass es auch einen Nebenstandort geben könne. Die sicherlich nicht beide im Norden wären. Auch wisse er nicht, ob sich noch andere Gemeinden aus Südtondern beworben hätten. "Das halte ich aber für unwahrscheinlich, denn im Grunde kommen nur die zentralen Orte Leck, Niebüll, Bredstedt und Husum ernsthaft in Frage."

In Leck wusste man während der jüngsten Gemeindevertretersitzung noch nichts von den anderen Bewerbern. Wohl aber kam auf den Tisch, welche Vorbereitungen in der Gemeinde in punkto Finanzamt angelaufen sind. Heinz Adolf Jacobsen verkündete, dass in den Haushalt 2013 96 000 Euro eingestellt wurden, die zum Kauf des Gebäudes und des Grundstücks in der Peter-Ox-Straße 5 genutzt wurden. Damit gehört auch das letzte alte Haus in der Reihe der Gemeinde. Die Nummern 7 und 9 wurden schon vor einigen Monaten abgerissen, und auch Nummer 3 steht seit längerem leer. "So schaffen wir die baulichen Voraussetzungen für den Verbleib des Finanzamts in Leck", erklärte Jacobsen. "Wir können den Planern einen optimalen Bauplatz bieten." Denn ein möglicher Neubau ließe sich quasi direkt mit dem Rathaus verbinden, in dessen Untergeschoss das Finanzamt viele Räume besetzt. Zudem stünde es in unmittelbarer Nähe zu den Bauten in der Eesacker- und Dünenstraße. Da das Finanzministerium selbst nicht bauen werde, sei dafür eine Investoren-Lösung denkbar, erläuterte Lecks Bürgervorsteher Andreas Deidert auf Anfrage. Infrage kämen sowohl private Investoren, wie auch ein finanzielles Engagement der Gemeinde, ergänzte Deidert, für den Niebülls Bewerbung im Falle von Lecks Ausscheiden als Standort nachvollziehbar ist. "An der Solidarität im Amt Südtondern hat sich dennoch nichts geändert. Es ist immer noch das erklärte Ziel, Leck als Finanzamt-Standort zu halten", fasst der Bürgervorsteher zusammen. "Wir haben die Region immer um Unterstützung gebeten, wenn es um das Krankenhaus ging, dann darf die Diskussion um den Finanzamt-Standort nun auch keine Einbahnstraße sein", betont ebenfalls Wilfried Bockholt.

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