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Bilanz der Quartiersmanagerin in Mildstedt : Quartiersmanagerin zieht Bilanz

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Seit Anfang des Jahres gibt es das Dörpshus in Mildstedt, das Zentrum für die Arbeit der neuen Quartiersmanagerin Corinna Mähl.

Am 1. Juli 2016 betrat sie Neuland: Nach ihrer Kollegin in Lauenburg war Corinna Mähl die zweite Quartiersmanagerin im Lande. Inzwischen ist ein Jahr vergangen – und es wurde viel bewegt.

Mildstedts Awo-Vorsitzender Hans-Peter Henkens unterstreicht noch einmal die Bedeutung dieser wichtigen Funktion: „Aufgrund des demografischen Wandels haben zunehmend mehr Menschen einen Pflege- und Hilfebedarf. Demgegenüber haben immer weniger Ältere Unterstützung durch ihre Familien – aufgrund räumlichen Abstands oder sonstiger familiärerer Belastungen. Daher muss es bei der Quartiersentwicklung darum gehen, neue Potenziale zu erschließen.“ Schlüssel dazu seien die Vernetzung mit anderen Akteuren und die Einbindung ehrenamtlicher Helfer.

Henkens erinnert sich gut an die Anfänge: „In unserem Falle hat die Awo Pflege Schleswig-Holstein gemeinsam mit dem Awo-Ortsverein Mildstedt einen Förderantrag bei der Stiftung Deutsches Hilfswerk (DHW) eingereicht“, erklärt er. Aus Mitteln der Fernsehlotterie wird vom Deutschen Hilfswerk (das DHW verteilt das Geld im Auftrage der Fernsehlotterie) auch der Aufbau von Quartiersprojekten unterstützt. Die Fördergelder in Höhe von 104.420 Euro wurden vom DHW bewilligt; die Gelder stehen für eine 25-Wochenstunden umfassende Arbeit der Quartiersmanagerin zur Verfügung – befristet auf vorerst drei Jahre. Auch die Gemeinde hat tief ins Portemonaie gegriffen – und ließ die Alte Schule für 32.483,76 Euro umbauen; 16.378,37 Euro flossen aus Fördergeldern der Aktivregion Südliches Nordfriesland, sodass für die Gemeinde 16.105,39 Euro verblieben.

Das Haus, das am 29. Januar feierlich eingeweiht wurde, ist täglich mit Leben erfüllt, und die 33-jährige Quartiersmanagerin Corinna Mähl darf auf einen festen 13-köpfigen Kreis von Ehrenamtlichen zählen. Zum Angebot gehören unter anderem Klönschnacknachmittage, Gedächtnistraining, Beratungsangebote, Sprechstunden für Menschen mit Demenz, E-Bike-Training, Bürgerdialoge, und demnächst ist ein Trommelworkshop geplant.

Unterstützt wird Mähl durch ein breites Kooperationsnetzwerk. Sie wünscht sich, „dass Menschen mit Ideen auf mich zukommen. Als Veranstaltungsraum steht das Dörpshus sowieso immer offen.“ An den Netzwerktreffen, die regelmäßig stattfinden, nehmen Akteure von Awo, Jugendtreff, Gemeinde, DRK, SoVD, Kindertagesstätten, TSV, Schule, HGV und Kirche teil. Für den 4. November ist eine Messe mit Handwerksfirmen, Hilfsmittelanbietern und Fördermittelanbietern geplant.

Regelmäßig montags von 13 bis 15 und donnerstags von 9.30 bis 12.30 Uhr findet eine Sprechstunde statt. Wiederkehrend treffen sich bereits diese Gruppen im Dörpshus: AG-Dörpshus, Klönschnacktreff, Awo-Singkreis, DRK-Gedächtnistrainig. Und das ist Cosima Mähl wichtig: „Das Haus lebt durch die Beteiligung der Kooperationspartner und insbesondere der Bewohner.“ Dazu der Awo-Vorsitzende Hans-Peter Henkens: „Unsere vorrangigen Ziele der Quartiers-entwicklung sind es, eine tragende soziale Infrastruktur auszubauen, bedarfsgerechte Dienst-leistungen und Angebote zu schaffen und eine wohnortnahe Beratung und Begleitung zu gewährleisten. Wir wollen eine gute pflegerische gesundheitliche Versorgung sicherstellen – mit den ambulanten Pflegediensten, dem Awo Service- und Wohnzentrum mit seinen Angeboten und dem betreuten Wohnen. Als Baustein einer tragenden sozialen Infrastruktur möchten wir jetzt auch damit beginnen, eine ehrenamtlich getragene Nachbarschaftshilfe aufzubauen, die von Mildstedtern genutzt werden kann.“

Das Dörpshus habe sich unter Leitung der Quartiersmanagerin zu einer Begegnungsstätte entwickelt, in der die alten Werte des Miteinanders und des Füreinanders gefördert werden. „Das ist sehr erfreulich“, so Henkens. Die Mildstedter seien aufgerufen, bei der Entwicklung eines Quartiersgedankens mitzumachen. „Es wird kein Unterhaltungsprogramm geboten – sondern eine Möglichkeit, selbst mitzumachen, selbst etwas auf die Beine zu stellen.“


 

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erstellt am 14.Jul.2017 | 08:19 Uhr

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