zur Navigation springen

Biike in Husum : Qualmende Feuer im Nieselregen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Trotz Schmuddelwetters waren die beiden Husumer Biiken am Dockkoog und im Ortsteil Schobüll gut besucht - auch wenn nicht alle Zuschauer besonders lange blieben.

Der vorhergesagte Wolkenbruch blieb aus, auch Sturm gab es nicht. Aber der Regen schnürte unaufhörlich und sorgte dafür, dass die Feuerwehr sich viel Mühe geben musste, um die beiden Husumer Biiken am Dockkoog und in Schobüll überhaupt einigermaßen in Gang zu bringen. „So schlecht hat noch nie eine Biike gebrannt“, stellte denn auch ein Zuschauer in Schobüll enttäuscht fest. Trotz des Schmuddelwetters hatten es sich jedoch viele Husumer nicht nehmen lassen, eines der mächtig qualmenden Feuer zu besuchen.

Am Dockkoog begrüßte die Kieler Ministerin für Justiz, Kultur und Europa, Anke Spoorendonk (SSW), die Gäste in vier Sprachen – auf Deutsch, Dänisch, Friesisch und Platt. „Das Biikebrennen ist für mich im wahrsten Sinne des Wortes ein Leuchtfeuer der Lebendigkeit und der geschichtlichen Kraft des Friesentums, dessen Heimat hier an dieser Küste ist“, sagte die Ministerin und wies darauf hin, dass diese Tradition als gewichtiger Teil dessen kulturellen Erbes in die nationale Unesco-Liste der immateriellen Kulturgüter eingetragen worden sei. Nicht alle Minderheiten könnten jedoch frei und in Einklang mit ihren Traditionen leben, fuhr sie unter Hinweis auf die Flüchtlingssituation fort und wünschte sich, dass „die Biikefeuer auch ihnen allen ein deutliches Signal senden: Wir wissen um eure Not und ihr seid nicht allein“.

Bürgermeister Uwe Schmitz sprach bei der Jubiläums-Biike in Schobüll, die unter Federführung des Nordfriesischen Vereins Schobülls in diesem Jahr zum 40. Mal entfacht wurde. Kurz streifte er die Überlieferungen zum Ursprung der Biike und kam zu dem Schluss, das vielleicht gerade die Tatsache, dass man sich diesen Ursprung nicht hundertprozentig erklären könne, den Reiz ausmache: „Es bleibt etwas Mystisches und das kann manchmal unheimlich sein, ist aber immer spannend.“ In seiner Rede erinnerte er zudem an den im Dezember verstorbenen Alfred Thomsen, der seit 2009 Vorsitzender des Nordfriesischen Vereins Schobüll war und sich um diesen und das Biikebrennen verdient gemacht habe: „Haltet einen kurzen Moment inne und denkt an ihn, wenn gleich das Feuer lodert.“

zur Startseite

von
erstellt am 21.Feb.2016 | 21:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert