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85 neue Kleinode für Museum : Puppen aus volkseigenem Betrieb

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Husumer Pole-Poppenspäler-Museum haben 85 Handpuppen aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik eine neue Heimat gefunden. Gestiftet hat sie der Hamburger Sammler Claus Koch.

Max und Moritz gehören neuerdings ebenso zum sehenswerten Repertoire des Poppenspäler-Museums wie Schneewittchen oder Frau Holle. Auch Herzogin Augusta ist zurück im Schloss, hat ihren Platz in der Puppen-Sammlung eingenommen. Möglich gemacht hat dies Claus Koch: 85 Figuren überließ der Hamburger jetzt dem Museum.

Einst führte der 76-jährige gebürtige Hamburger im dortigen Grindelhof einen besonderen Laden: „Krims Krams“. Zu seinem kleinen Spielzeug-Universum gehörten auch die 85 Dresdner Künstlerpuppen, die nun in Husum ihre neue Heimat gefunden haben. „Alle Handpuppen stammen aus der DDR-Produktion“, erklärt Koch. Manche der Figuren tragen noch den Stempel VEB. „Damit wird darauf hingewiesen, dass sie aus einem volkseigenem Betrieb der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik stammen“, sagt er.

In Sammlerkreisen hat sich Koch damit einen Namen gemacht. Doch nachdem er vor elf Jahren sein historisches Geschäft aufgab, trennte er sich nun nach und nach von all seinem „Krims Krams“. Übrig blieb besagte Puppen-Mannschaft. Über Bekannte und durch das Internationale Figurentheater-Festival wurde er schon vor Jahren auf das einzigartige Puppenmuseum in Husum aufmerksam. Schon länger hatte er sich mit dem Gedanken befasst, sich von seinen Figuren zu trennen, suchte nach einer Möglichkeit, seine bunt gekleideten Gesellen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. „Ich wollte meine Sammlung aber auf keinen Fall verkaufen – und schon gar nicht über das Internet“, sagt Koch. Jetzt, da seine Kleinode bei den Poppenspälern untergekommen sind, ist er erleichtert: „Es ist mir wichtig, sie in guten und professionellen Händen zu wissen.“

Gila Terheggen und Rosemarie Süncksen vom Museumsteam zeigen sich von den Neuzugängen begeistert. „Es ist für uns ein großartiges und wertvolles Geschenk, das wir wie all die anderen Exponate mit größter Sorgfalt behüten werden“, so Terheggen. Und schon bald wird die neue Truppe nach und nach auch öffentlich in Erscheinung treten, verspricht Süncksen. So werden bei Führungen durch das Museum und bei Lesungen einzelne Figuren eine wichtige Rolle spielen. Außerdem werden die Dresdner Künstlerpuppen beim Märchenzauber, wenn es „Rund um den Kasper“ geht oder bei Kurzlehrgängen im Handpuppenspiel in Erscheinung treten. Das Museum hat täglich außer Montag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es unter www.poppenspaeler.de.

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