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Nationalpark Wattenmeer : Protest gegen Kitesurf-Verbote

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Kitesurfer wollen sich nicht den Wind aus den Segeln nehmen lassen. Sie protestieren gegen drohende Verbote im Nationalpark Wattenmeer. Eine Petition hat bereits mehr als 20.000 Unterstützer.

Die drohenden Kitesurf-Verbote im Nationalpark Wattenmeer stoßen den Sportlern sauer auf. Mit großer Mehrheit haben die Delegierten des Deutschen Seglertages nun ein Votum des Präsidiums bekräftigt, generelle und einseitige Kitesurf-Verbote in Deutschland abzulehnen.

Die Nationalparkverwaltungen Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen fordern auf Druck der Umweltverbände das Bundesverkehrsministerium auf, die Verordnung für das Befahren der Bundeswasserstraßen im Bereich des Nationalparks Wattenmeer zu ändern. Hintergrund ist, dass Naturschützern zufolge in einigen Gebieten des Nationalparks Brut- und Rastvögel gestört werden. Von den Tieren werde der Drachen der Kitesurfer als ein gefährlicher Greifvogel identifiziert, der eine starke Scheuchwirkung habe. Ein Beispiel sei das Gebiet um St. Peter-Ording und Westerhever, in dem teilweise etwa 500 Kitesurfer gleichzeitig auf dem Wasser sind. Hier würden dann viele von ihnen an die Ränder der Wassersportzonen und darüber hinaus ausweichen. Daher wird die Regelung für die Westküste Schleswig-Holsteins angestrebt, das Kitesurfen im gesamten Gebiet generell zu verbieten und nur an ausgewiesenen Stellen zuzulassen. Die Sportler hingegen argumentieren, dass von der Nationalparkverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten die Vorwürfe entkräften würden und Vögel von den Kitern nur geringfügig beeinträchtigt werden. Die meisten Störungen hätten Spaziergänger zu verantworten. Darüber hinaus fühlen sich die Kitesurfer ungerecht behandelt, denn alle weiteren Wassersportarten sollen von den Einschränkungen unberührt bleiben.

Die Delegierten des Seglertages sind sich sicher, dass ein generelles Verbot die noch junge Sportart Kitesurfen stark gefährde – und das, obwohl sie nach der jüngsten Entscheidung der International Sailing Federation ab 2018 zur olympischen Disziplin wird. Erste Konsequenz: Der Kitesurf-Worldcup wird ab 2016 nicht mehr in St. Peter-Ording, sondern auf der Insel Fehmarn ausgetragen (wir berichteten). Das drohende Verbot soll bei der Entscheidung der Veranstalter eine Rolle gespielt haben, sich aus dem Ort zurückzuziehen.

Eine aktuelle Petition gegen das geplante Kitesurf-Verbot im Wattenmeer hat bereits mehr als 20.000 Unterstützer und soll im Januar 2016 dem Bundesverkehrsminister überreicht werden.

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erstellt am 08.Dez.2015 | 11:18 Uhr

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