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Husumer Nachrichten

24. September 2017 | 05:20 Uhr

Bargum : Protest gegen geplante Waldrodung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bargumer kämpfen für ihren Forst. Landesamt will ihn fällen lassen und dort den Goldenen Scheckenfalter ansiedeln.

„Wir möchten, dass der Wald erhalten bleibt“, so das Statement von Ellen Sönksen aus Bargum. Im Rahmen eines Ortstermins im Forst der Kommune, zu dem weitere Bürger erschienen waren, übergab sie Bürgermeister Bernd Wolf eine Liste mit 430 Unterschriften von Bargumern, die sich für den Erhalt der grünen Oase aussprechen. „Danke für eure Unterstützung und das eindeutige Votum für die Sache. Wir als Gemeinderat stehen geschlossen hinter euch“, sagte Wolf. Bei einer Einwohnerzahl von 630 sei das eine klare Ansage. Die Liste werde nun dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) übergeben, um dem Willen der Bürger sowie Gemeindevertreter symbolisch noch einmal Nachdruck zu verleihen.

Wie berichtet schlugen die Wellen der Empörung bereits in der Gemeindevertreter-Sitzung im Februar hoch. Es wurde eine eindeutige Stellungnahme gegen die Pläne der Behörde verabschiedet. Kurz zuvor hatten Vertreter des LLUR den Bürgermeister über den Managementplan „Bargumer Heide“ informiert. Demnach soll der im Eigentum der Kommune befindliche Wald nördlich der Kreisstraße 73 in Ost-Bargum auf einer Fläche von etwa 16 Hektar in ein Sanddünen-Gebiet mit Heide, teilweise Feuchtwiesen und einigen wenigen Birken und Eichen, analog der Fläche in Lütjenholm, im Rahmen des Projektes „LIFE Aurinia“ (wir berichteten), „umgebaut“ werden. Das Projekt soll zur Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters, einer seltenen Schmetterlingsart, beitragen.

Gerade zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Gemeinde auf eigene Kosten die Verluste durch den Orkan Christian im Oktober 2013 durch das Anpflanzen neuer Bäume ausgeglichen habe, wolle man, so Wolf, den Baumbestand vernichten. Der Wald werde aber nicht nur als Nutzfläche gebraucht, die jährlich Einnahmen von rund 10.000 Euro bringe, sondern genauso für Erholungszwecke. Dem Argument des Landesamtes, dass die Fichten, aus dem der Wald vorwiegend besteht, nicht dorthin gehörten, könne er nicht folgen. In der Gemeinde Bordelum, der ein kleines Teilstück gehöre, sei man ebenfalls nicht begeistert über das Vorhaben. Die Gemeindevertretung werde eine Stellungnahme abgeben. Erfreulicherweise, so informierte Wolf, habe das LLUR insoweit eingelenkt, dass im Mai ein Gespräch auf Augenhöhe stattgefunden habe. Die Behörde billige zu, dass sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema auseinandersetzt. „Wer mitmachen möchte, melde sich bei mir“, sagte er. Ein weiteres Einlenken sei darin zu sehen, dass das LLUR signalisiert habe, nur 1,6 Hektar Fläche „umzubauen“.

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