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Neue Aufgabe lockt : Propst verlässt Nordfriesland

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Dr. Kay-Ulrich Bronk, Propst für den Bezirk Nordfriesland-Nord, möchte sich künftig der Ausbildung von Pastoren widmen und geht deshalb zum September nach Ratzeburg.

Propst Dr. Kay-Ulrich Bronk (Bezirk Nordfriesland-Nord) überraschte die Synodalen des Kirchenkreises bei ihrer Tagung in Breklum mit einer persönlichen Mitteilung. Er werde vom 1. September an die Leitung der Ausbildungsstätte für künftige Pastorinnen und Pastoren übernehmen. Er habe sich damit nicht gegen Nordfriesland entschieden, sondern für etwas anderes, betonte Bronk: „Ich war gern und bin mit großer Freude Propst in diesem Kirchenkreis.“ Dieses Amt hat er seit 2008 inne.

Selbst für den Propst war diese Nachricht noch frisch. Erst am Vortag hatte ihn erreicht, dass er von der Ersten Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) in das Amt des Direktors des Prediger- und Studienseminars in Ratzeburg berufen worden ist.

Seit 2009 ist der Propst Vorsitzender des Kirchenkreis-Rates. In dieser Funktion eröffnete Kay-Ulrich Bronk die Tagesordnung. Zunächst stellte er eine lange Liste von Aktivitäten von Kirchengemeinden und Kirchenkreis im Jubiläumsjahr der Reformation vor. Für ihn ein „Zeichen für jede Menge Kreativität und Fleiß“.

Besonders hervor hob er den Kurzfilmwettbewerb des Evangelischen Kinder- und Jugendbüros: das Projekt „Glaube.Orte.Kunst.“, durch das in die Kirchen von Osterhever und Süderlügum mittelalterliche Kunstwerke zurückgekehrt sind, und das „Kirchenschiff“ der Nordkirche, das am 22. und 23. Juli im Husumer Außenhafen festmachen wird.

Weitere Punkte seines Berichtes waren die neue Ausstellung in der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund, die am 18. November eröffnet werden wird, strukturelle Veränderung in der Kirchenkreis-Verwaltung und die Wahl der neuen Synode im September.

Gemeinsam mit Pastor Ralf Pehmöller stellte Propst Jürgen Jessen-Thiesen (Nordfriesland-Süd) den Stand des Projektes „Eiderstedter Kirchen“ vor. Die Zusage des Bundes, mit 9,35 Millionen Euro die Sanierung der zum großen Teil mehr als 900 Jahre alten Kirchen auf Eiderstedt zu fördern, war 2015 gegeben worden. Doch seien noch keine Baumaßnahmen zu sehen, weil für ein solch umfangreiches Projekt viele Details im Vorwege geklärt werden müssten, berichtete Jessen-Thiesen. Es sei wie bei einem Eisberg – „und wir befinden uns noch im Bereich unter dem Wasser“. Fast 20 Gutachten lägen vor, dieser Teil der Vorarbeiten soll bis August abgeschlossen sein. Der Propst rechnet mit einem endgültigen Zuwendungsbescheid Anfang 2018 und hofft, dass mit der Bautätigkeit im kommenden Frühjahr begonnen werden kann.

Außerdem haben sich die Projektverantwortlichen als Ziel gesetzt, in den nächsten acht Jahren sieben Prozent der Kosten, also 1,3 Millionen Euro, als Spenden zu sammeln. Auf Geldgeber höherer Summen warte ein kleiner Metallengel, das Symbol des Projektes, als Dankeschön. Und für 2018 werde ein Kalender mit Fotos von Martin Stock angeboten – der Erlös fließe in das Projekt.

Die Synodalen haben beschlossen, den bei einer Delegationsreise nach Brasilien mit der Evangelisch-Lutherischen Sinodo Vale do Itaja – der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses – in Santa Catarina unterzeichneten Partnerschaftsvertrag zu ratifizieren. Bereits seit 2002 gibt es Beziehungen dorthin.

Ein weiterer Beschluss der Synode galt der Erweiterung der Stelle für Öffentlichkeitsarbeit. Der jetzige Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragte Pastor Klaus-Uwe Nommensen arbeitet mit einer halben Stelle. Er wird am 31. Juli in den Ruhestand gehen. Seiner Nachfolgerin, der Pastorin Inke Raabe, wird dann eine volle Stelle zur Verfügung stehen.

Schließlich folgten die Synodalen einem Antrag von Dieter Paulsen, mit dem die Stellungnahmen der ersten Kirchenleitung der Nordkirche für einen bundesweiten Abschiebe-Stopp nach Afghanistan unterstützt werden. Eine Abschiebung in Sicherheit und Würde sei wegen der unsicheren Lage dort nicht gewährleistet.

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