zur Navigation springen

Kindertagesstätten in Nordfriesland : Projekte gegen Ausgrenzung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Nordsee-Congress-Centrum in Husum fand die zweite Fachtagung der Evangelischen Kindertagesstätten Nordfriesland mit mehr als 330 Teilnehmern statt.

von
erstellt am 21.Feb.2015 | 14:00 Uhr

Gleichberechtigung braucht Unterschiede. Davon ist Petra Wagner überzeugt. Die Direktorin des Instituts für den Situationsansatz aus Berlin referierte vor mehr als 330 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beim zweiten Fachtag der Evangelischen Kindertagesstätten im Nordsee-Congress-Centrum in Husum über den Ansatz vorurteilsbewusster Bildung und Erziehung. In ihrem Vortrag ging sie darauf ein, sich der Ursachen und Wirkungen von Vorurteilen und Diskriminierung bewusst zu werden und die pädagogische Praxis gezielt zu verändern. „Respekt für die Vielfalt findet eine Grenze, wo unfaire Äußerungen und Handlungen im Spiel sind. Dann ist eine Intervention gefordert, mit der man sich deutlich gegen Abwertung und Ausgrenzung ausspricht“, sagt Wagner.

Prominenter Gast war Gothart Magaard. Der Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein eröffnete den Fachtag und war begeistert von dessen Inhalt, der mit Vorträgen und Workshops gefüllt war. „Vorurteile lassen sich nur abbauen, wenn wir aufeinander zugehen, wenn wir offen miteinander sprechen, wenn wir einander begegnen. Tun wir dies nicht, kommt es zu Ausgrenzungen – und Vorurteile verfestigen sich“, so Magaard. Für Propst Dr. Kay Ulrich Bronk passte das Tagungsthema gut zum Jahresthema des Kirchenkreises Nordfriesland: Ein Platz für Dich. Seines Erachtens gilt es für jeden, sich und sein Handeln selbstkritisch zu hinterfragen. „Die Mitarbeiterinnen unser Kitas müssen wissen, wo Schwellen und Hindernisse entstehen können, die Kindern und Eltern das Gefühl geben, außen vor zu sein“, so Bronk.

Begeistert von der großen Resonanz war Vanessa Harting. Sie ist als pädagogische Beraterin für Kindertagesstätten im Kirchenkreis im Einsatz und gehörte zum Vorbereitungsteam der Veranstaltung. Ebenso wie wie Petra Neumann. Sie ist Leiterin der Ev. Kita in Mildstedt und berichtete von der Vielfalt im täglichen Umgang mit Kindern. Ihres Erachtens müssten insbesondere Politik und Verwaltung vermehrt Strukturen aufbrechen, um Inklusion zu fördern und um Ausgrenzung zu vermeiden. Nicht selten fehle es an finanziellen Mitteln, um entsprechende Projekte umzusetzen. Ein positives Signal setze jedoch die Einrichtung sogenannter Familienzentren – von denen es fünf in Nordfriesland gibt; eine davon in Leck. „Wir helfen Kindern und auch ihren Eltern“, so Bärbel von Stritzky, Leiterin des Kinderhauses Leck.

Dass „Inklusion“ oftmals nur ein Modebegriff ist, verdeutlichte Markus Potten vom Verband Evangelischer Kindertageseinrichtungen. „Wir sind noch am Anfang – und es ist noch ein langer Weg.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen