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Filmklub Husum : Programmkino geht an den Start

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Klappe für den ersten Film des Filmklubs Husum fällt: Zum Auftakt gibt es gleich einen Gewinner der Golden Palme bei den Filmfestspielen in Cannes.

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erstellt am 09.Sep.2014 | 14:00 Uhr

Die Programmhefte sind verteilt – das Warten hat ein Ende: Als ersten Beitrag in seiner Reihe mit besonderen Filmen, Schätzen der Cinemathek und Retrospektiven zeigt der Filmklub Husum heute (9. September) im Kino-Center auf der Neustadt den Streifen „Blau ist eine warme Farbe“. Das 180-minütige französische Werk, für das Regisseur Abdellatif Kechiche sowie die beiden Hauptdarstellerinnen Lèa Seydoux und Adèle Exarchopoulos bei den internationalen Filmfestspielen in Cannes 2013 die Goldene Palme erhielten, erzählt die Geschichte der jungen Adèle. Deren Lebensweg nimmt eine dramatische Wende, als sie Emma begegnet.

Allen cineastischen Erfolgen zum Trotz kam es zwischen den Protagonistinnen und ihrem Regisseur zum offenen Disput. Beim Drehen der Sexszenen habe sie sich zeitweilig wie eine Prostituierte geführt, berichtete Seydoux später den Medien. Gleichwohl sei „Blau ist eine warme Farbe“ ein hinreißender Film, den man nicht auf seine Nackt-Szenen reduzieren sollte, sind sich die Filmklub-Mitglieder Stephan Hartung, Ehefrau Sylvia Marksteiner-Hartung, Verena Mesch, Angela Reinhard, Uwe Herms und Uli Heid einig.

So wie es heute Abend um 19.30 Uhr beginnt, soll es bis zum Jahresende (und darüber hinaus) im Kino-Center weitergehen. Zum Beispiel mit Mano Khalis Dokumentation „Der Imker“ (Schweiz 2013), der zwei Wochen später zur selben Zeit gezeigt wird und damit zugleich den Takt der neuen Reihe anstimmt. „Alle zwei Wochen wollen wir in der Neustadt 114 Filme präsentieren, die nicht Mainstream sind, das aktuelle Kinoangebot aber auf jeden Fall ergänzen und bereichern“, erläutert Uli Heid. Und damit nicht genug. Zugleich wollen die Filmklub-Initiatoren die „vergessene Kultur“ des Vorfilms wieder aufleben lassen. Zudem werden Kurzfilme, die sich längst zu einer eigenen Kunstgattung entwickelt haben, und Dokumentationen geboten. Und zu Beginn eines jeden Klub-Abends gibt es eine Einführung in den jeweiligen Film.

Am 14. Oktober steht Joe & Ethan Coens Streifen „Inside Llewyn Davis“ (USA 2013) auf dem Spielplan. Ihm folgen „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von Robert Wiene (Deutschland 1920) am 28. Oktober, Michael Gondry’s „Der Schaum der Tage“ (Frankreich 2013) am 11. November und „Die blaue Zone“ von Till Franzen (Deutschland 2004) am 25. November. Im Dezember sind dann noch Asghar Farhadis Film „Le Passé“ (Frankreich 2013) und der François-Truffault-Klassiker „Jules und Jim“ (Frankreich 1962) zu sehen.

Seit vielen Jahren schon zeigt das Kino-Center in Zusammenarbeit mit zahlreichen Organisationen Filme, die nicht die ganz große Aufmerksamkeit des Publikum erzielen. „Aber ein Programmkino ist natürlich noch wieder etwas anderes“, räumt Stephan Hartung ein. Und geeignete Filme gebe es hierfür mehr als genug, sind sich die Filmklub-Mitglieder einig.

Aber auch auf aktuelle Entwicklungen wollen sie im Bedarfsfall eingehen. Bis Ende des Jahres wird der Filmklub in der jetzigen Form fortgeführt, „damit das Kind laufen lernt“. Danach ist die Gründung eines Vereins angedacht. Wer diesem beitreten und sich aktiv in die Filmklub-Arbeit einbringen will, kann sich schon beim nächsten Kino-Besuch dafür vormerken lassen. Vielleicht ja schon heute – zum Auftakt des Klub-Programms.

Karten können ab 14 Uhr unter Telefon 04841/2569 vorbestellt werden.

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