Unter Führung von St. Peter-Ording : Professionelle Werbung für Eiderstedt

St. Peter-Ording ist dank seines Strandes sehr bekannt  – ein wichtiger Werbefaktor für die gesamte Region.
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St. Peter-Ording ist dank seines Strandes sehr bekannt – ein wichtiger Werbefaktor für die gesamte Region.

Das neue Tourismus-Marketingkonzept stößt bei den Bürgermeistern der Halbinsel auf Interesse. Nach etlichen Querelen im Vorfeld ist das nun ein neuer Versuch für eine Lokale Tourismus-Organisation – mit St. Peter-Ording als zentralem Partner.

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05. Juni 2014, 12:00 Uhr

Für einen neuen Weg für das Tourismus-Marketing der Halbinsel Eiderstedt müssen sich die Gemeinden jetzt entscheiden. Eigentlich waren schon alle Weichen für die neue Lokale Tourismus-Organisation (LTO) unter Geschäftsführung von St. Peter-Ording, dem touristischen Zugpferd der Halbinsel, gestellt, als der ganze Prozess im vergangenen Jahr zum Erliegen kam. Das Nordseebad hatte die Notbremse gezogen, da sich der Wirtschaftsausschuss der TZE, dem auch St. Peter-Ording angehört, auf keinen Wirtschafts- und Marketingplan einigen konnte. Bis in den April hinein wurde dann an einem neuen Konzept gearbeitet, dem der Tourismus-Ausschuss von St. Peter-Ording und der von Tönning schon den Segen erteilt haben (wir berichteten). Nun wurde in einer Infoversammlung der TZE intensiv für diese Lösung unter den Mitgliedsgemeinden geworben. Immerhin: Es wurde keine Ablehnung geäußert. Die endgültige Entscheidung soll Anfang September fallen.

Frank Simoneit von der Fachhochschule Westküste stellte das Konzept vor. Demnach wird es künftig keinen Marketing-Verbund geben. Die TZE wird aufgelöst. Stattdessen wird St. Peter-Ording Marketing-Leistungen anbieten, die andere Eiderstedter Gemeinden einkaufen können. Es würde dann ein Vertrag über drei Jahre geschlossen. Im Angebot wären Basisleistungen, das Paket kostet 2100 Euro, sowie On-Top-Leistungen. Zur Basis gehören überregionales Marketing, Veranstaltungskoordination und -kalender, Vertretung in relevanten Gremien und Aufzeigen von Förderchancen. Vorgesehen ist ein LTO-Steuerungsgremium, regelmäßige Informationen zu Strategie und Maßnahmenplan sowie mindestens eine Infoveranstaltung pro Jahr für die Partnerkommunen. Zu den Tourist-Informationen erklärte der TZE-Vorsitzende Ranjet Biermann (Garding), dass diese für den Gästekontakt vor Ort da seien. Sie würden von den Gemeinden finanziert werden, nicht von der LTO. Die Schaffung eines Stadtmarketings in Garding hatte im LTO-Bildungsprozess im Herbst für einigen Verdruss gesorgt. Die St. Peteraner hatten darin Konkurrenz für die LTO gesehen.

Jedoch müssten einige Bedingungen für das neue Konzept erfüllt sein, mahnte Simoneit. So müssten eigentlich alle Gemeinden mitmachen, mehr als zwei Aussteiger könne sich das System nicht leisten. Zwar könne man sich auch andere kleinere oder größere Zusammenschlüsse auf der Halbinsel vorstellen, doch hätten sie alle keinen LTO-Status, wie Simoneit weiter erläuterte. Den schreibt die Landesregierung für Zuschüsse vor. Die Kriterien für eine LTO erfüllen zurzeit eigentlich nur St. Peter-Ording mit Tating und Tümlauer-Koog. Vorgeschrieben sind 400.000 Euro Marketing-Budget, 7000 Betten und eine bestimmte Größe. „Wir haben zu diesem Konzept keine Alternative, es sei denn, jemand anderes aus der Region legt 400.000 Euro auf den Tisch“, betonte Simoneit. Wie nötig Eiderstedt gutes Marketing hat, machte er anhand einer Umfrage deutlich. Eiderstedt liege auf Platz 37 und damit auf dem vorletzten unter den Küstenzielen. Nur 14 Prozent der Befragten hätten die Halbinsel als geeignetes Ziel für einen Natururlaub genannt. „Und warum? Weil sie es nicht kennen.“

Er sprach ein weiteres Problem an: den Beitrag für die Nordsee-Tourismus-Service GmbH (NTS). Der würde für die gesamte Region, nicht von einzelnen Gemeinden, erhoben und müsste zusätzlich zum Betrag für die Basisleistung gezahlt werden, auch deswegen müssten eigentlich alle mitmachen. Sonst hätte die Region ein massives Trittbrettfahrer-Problem. Es könne nicht erwartet werden, dass für Gemeinden gezahlt werde, die nicht mitmachen.

Ranjet Biermann, Christian Marwig (Tümlauer-Koog) und Hans Jacob Peters (Tating) warben eindringlich für das neue Konzept. „Es wäre der kleinste gemeinsame Nenner, der dann weiterentwickelt werden muss“, waren sich Biermann und Marwig einig. Und Hans Jacob Peters sagte mit Blick auf weitere Themen, wie der demografische Wandel, die die Halbinsel gemeinsam anpacken muss: „Wenn wir bei dem wichtigen Thema Tourismus jetzt keine Lösung finden, werden die Bürger uns irgendwann sagen, wir brauchen euch kleine nicht, wir brauchen eine Großkommune.“

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