Bredstedt soll attraktiver werden : Probleme sind zum Lösen da

Setzt auf Bredstedt, seine Heimatstadt: Michael Thomsen, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins.
Setzt auf Bredstedt, seine Heimatstadt: Michael Thomsen, Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins.

Der Handels- und Gewerbeverein Bredstedt wählt einen neuen Vorsitzenden. Ziel des Vereins ist es, die Stadt attraktiver zu machen. Daher stehen jetzt auch Gespräche mit der Stadt über Gebühren für Außendekorationen an.

shz.de von
16. Februar 2015, 16:00 Uhr

Er würde es wieder tun: Michael Thomsen stellt sich zur Hauptversammlung des Handels- und Gewerbevereins (HGV) für die kommenden zwei Jahre erneut als Vorsitzender zur Verfügung. Seit vier Jahren hat er den Posten inne und mit seinem Vorstand sowie den Mitgliedern einiges in dieser Zeit erreicht. Nun stehen wieder Wahlen an, wenn sich die HGV-Mitglieder morgen (Dienstag, 17. Februar) ab 19 Uhr im Alten Heizwerk treffen. Michael Thomsen ist Bezirkskommissar der Provinzial Bredstedt und Langenhorn. Neben seiner täglichen Arbeit gibt es aber für den HGV auf ehrenamtlicher Basis jede Menge zu tun.

Die Antriebsfeder des 44-Jährigen ist die Wertschätzung der Stadt gegenüber, in der er aufgewachsen ist. Nur zu gut kann er sich daran erinnern, dass es in den Geschäften Bredstedts alles gab, was man brauchte. Doch das ist lange her, die Zeiten haben sich geändert. Viele Geschäftsleute schlossen ihre Läden. Entweder hatten sie keinen Nachfolger oder am Tagesende zu wenig Einnahmen in ihren Kassen. Der Vorsitzende ist kein Mensch, der aufgrund dieser Tatsachen den Kopf in den Sand steckt. Die Zeiten sind schwierig, keine Frage, aber er sieht die Situation als Herausforderung. „Weglaufen ist der schlechteste Weg. Wir haben Probleme, was die Nach- und Neubesetzung der Geschäfte angeht, genauso wie andere Städte auch“, macht er deutlich und auch, dass der Verein immer am Ball bleiben müsse. „Wir schaffen die Rahmenbedingungen und die Mitglieder müssen sich selber positionieren und Ideen für ihr Geschäft entwickeln, um die Nähe zum Kunden nicht zu verlieren.“ Jeder einzelne sei für sich selbst verantwortlich und mit Blick auf das Kaufverhalten der Kunden im Internet sei der Service-Gedanke wichtiger denn je. Weiteres Thema, dass den HGV seit Jahrzehnten begleitet, sind die Öffnungszeiten der Geschäfte, die nach wie vor nicht einheitlich sind, das gilt auch für die vorweihnachtliche Kernzeit. „Der Verbraucher muss wissen, wann er was, wo bekommen kann. Wenn er vor verschlossen Türen steht, fährt er beim nächsten Einkauf gleich woanders hin“, macht Michael Thomsen das Problem daran deutlich. Gerne nehme der HGV Anregungen der Mitglieder und Einwohner auf, dann werde ausgelotet was machbar ist. „Wir sind auch dankbar, wenn die Bürger uns sagen, was ihnen gefällt und was nicht. Das ist wichtig für die ganze Stadt“, sagt er. Bredstedt solle lebenswert bleiben, zeigen, was geboten wird, und auch für nachfolgende Generationen als Einkaufsstadt funktionieren.

Mehrmals jährlich organisiert der HGV Veranstaltungen mit buntem Rahmenprogramm, die von sehr vielen Besuchern angenommen werden. Die Verkaufsoffenen Sonntage und die Markttage sind über die Kreisgrenzen hinaus bekannt und die einzigartige Weihnachtsbeleuchtung mitsamt dem kleinen Weihnachtsmarkt und Aktionen ist auch in vieler Munde. „Bredstedt ist absolut lebenswert, für jede Altersgruppe. Es gibt viele Geschäfte, drei Schulen, Kindergärten, tolle Sportanlagen und ein großes Freizeitbad, ein reges Vereinsleben und vieles mehr“, so Michael Thomsen, der mit seinem Vorstand weiterhin nach vorne schaut, um die Stadt noch attraktiver zu machen und noch mehr Mitglieder im HGV begrüßen zu können.

Geschäftsleute aus Bordelum und Breklum sind bereits mit an Bord, so dass insgesamt 97 Vereinsmitglieder zu verzeichnen sind. Sie alle sind zur Hauptversammlung eingeladen, um sich an den künftigen Themen zu beteiligen. Unter anderem geht es um die Erhebung von Sondernutzungsgebühren seitens der Stadt für das Aufstellen von Tischen und Stühlen auf dem Gehweg vor Gaststätten, Cafés und ähnlichem zum Zwecke des Verkaufs von Waren und Speisen. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist zwar gut, aber in diesem Fall hätten die Verantwortlichen mit uns das Gespräch suchen und uns ein Wort gönnen können“, ärgert sich der Vorsitzende über die Art und Weise der neuen Erhebung. Seit August vergangenen Jahres wartet der HGV auf eine Entscheidung eines Antrages, von den Gebühren abzusehen. „Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass der Antrag von einen Ausschuss in den nächsten verwiesen wird und die Entscheidung der Volksvertreter immer noch aussteht“, so Michael Thomsen. Morgen wird er Bürgermeister Knut Jessen begrüßen und auf eine Stellungnahme dazu hoffen.

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