Theater in Bredstedt : Premiere der Halligtorbühne

Es ist eine Qual mit dem Schreiben: Lena und Harald Freesemann alias Susanne Schmidt und Christian Andresen verzweifeln langsam.
Es ist eine Qual mit dem Schreiben: Lena und Harald Freesemann alias Susanne Schmidt und Christian Andresen verzweifeln langsam.

Die Verwechslungskomödie „Praxis Dr. Freesemann“ wurde zum ersten Mal aufgeführt – und das Publikum war durchweg begeistert.

shz.de von
12. Mai 2018, 07:00 Uhr

Mit viel Applaus und Lachsalven belohnte das dankbare Publikum die Akteure der Halligtorbühne Bredstedt. Sie feierten im ausverkauften Bürgerhaus die gelungene Premiere ihres diesjährigen Sommerstückes. Die Regie der spritzigen Komödie in drei Akten „Praxis Dr. Freesemann“ von Helmut Schmidt lag in den bewährten Händen von Frieda Hansen. In der brillanten Inszenierung gingen die Darsteller völlig in ihren Rollen auf. Erfrischende Situationskomiken honorierten die Zuschauer mit Zwischenbeifall. Spontanes Mitsingen bei Hits von Marianne Rosenberg ließ die Stimmung steigen.

Zum Inhalt: Der erfolglose Schriftsteller Harald Freesemann (Christian Andresen) bringt kein Buch zustande, das irgendein Verlag herausbringen möchte. Er schlägt sich von dem Geld, das Ehefrau Lena (Susanne Schmidt) als Reinigungskraft nach Hause bringt, durch. Doch das ändert sich schlagartig, als Plaudertasche und Nachbarin Gisela Krämer (Constanze Rusack) erfährt, dass über ihnen ein Psychiater namens Horst Freesemann (Frank Gies) eine Praxis eröffnen will. Was liegt näher, die Namensgleichheit auszunutzen, also sich selbst als „Gehirnklempner“ ins Geschäft zu bringen. Schon der erste Patient verwechselt die Tür und es reiht sich ein komödiantischer Höhepunkt an den nächsten. Da mutiert Muttersöhnchen Karl Suppe (Ralph Ettrich) zum verliebten Gockel und ausgerechnet dessen verklemmte Mutter Johanna Suppe (Christel Volquardsen) findet in der „Praxis“ ihre große Liebe, den Briefträger Jens Kleemann (Björn Petersen), der selbst Hilfe braucht, um statt seiner vielen Frauengeschichten wieder zu einer festen Beziehung zurückzufinden. Das Publikum ist begeistert, als Hausfrau Petra Fuchs (Kathrin Schiller) sich als Marianne Rosenberg outet und so überzeugend ihre ach so bekannten Titel, wie „Er gehört zu mir“ oder „Fremder Mann“ trällert. Dabei trifft sie immer die richtigen Töne und viele stimmen einfach mit ein. Autogramme gibt es auch noch. Da ist dann noch ihr Ehemann Timo Fuchs (Manuel Rusack), der von seiner „Rosenberg-Phobie“ geheilt werden möchte und schließlich selbst zu Wolfgang Petry wird.

Doch der echte Arzt stellt irgendwie alle in den Schatten. Er offenbart sich dem vermeintlichen Kollegen als Kleptomane und dem fehlen plötzlich Gegenstände und zuletzt gar seine Geldbörse. Er spielt das Spiel weiter, denn er findet Gefallen an den skurrilen Geschichten. Sie bieten ja viel Stoff für ein neues Buch. Ein Happy End gibt es am Ende für alle.

Lobende Worte fand Bürgermeister Knut Jessen – das letzte Mal in seinem Amt. „Ihr bringt schon im 37. Jahr tolle Kulturereignisses auf die Bühne unserer Stadt“, sagte er. Als Dankeschön überreichte er der Vorsitzenden Kornelia Gies ein eigens kreiertes Bild des Künstlers Ruprecht Leiß, der künftig für alle festlichen Anlässe Aufträge erhalten wird. Er tritt damit (wie berichtet) die Nachfolge für den in Ruhestand gegangenen Bredstedter Kupferstecher Peter Froese an. Die Vereins-Chefin nutzte die Gelegenheit, Jörg Abelt, für 35 Jahre aktive Schauspielerei zu ehren.


Weitere Aufführungen: Sonnabend (19.), Pfingstmontag (21.), Donnerstag (24.), Montag (28.), Donnerstag (31.), Sonntag (3. Juni), Mittwoch (6.), Sonntag (10.) um 16 Uhr, Dienstag (12.) jeweils um 20 Uhr. Vorverkauf bei „Lille Peter“, Restkarten

jeweils an der Abendkasse.








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