zur Navigation springen

Vier Monate nach der Verleihung : Preisträger gibt Kleinkunstorden zurück

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im August erhielt der Kolumnist und Autor Axel Hacke den Husumer Ochsenbandorden des Fördervereins für Kaffeehaus-Kultur im Norden. Doch weil er für die mit der Preisverleihung verbundene Lesung kein Honorar bekam, gab er die Auszeichnung zurück.

von
erstellt am 11.Dez.2013 | 17:00 Uhr

Axel Hacke war des Lobes voll: „Tolle Stadt, humorvoller Bürgermeister, prima Initiative.“ Doch inzwischen ist die Euphorie des Münchner Kolumnisten und Autoren verflogen. Und den Ochsenbandorden des Fördervereins für Kaffeehaus-Kultur im Norden hat er auch nach Husum zurückgeschickt. In einem Brief an Bürgermeister Uwe Schmitz bedauert Hacke diesen Schritt. Doch die Umstände hätten ihn dazu gezwungen.

Schmitz war es, der den mit 99 Euro eher symbolisch dotierten „jüngsten deutschen Kleinkunstpreis“ als Schirmherr im August an Hacke überreicht hatte. Der fühlte sich damals noch geschmeichelt, ist inzwischen aber umso ärgerlicher, weil der Initiator und Gründervater des Fördervereins, Harvey Focks, ihm das vertraglich vereinbarte Honorar nebst Reisekosten für die mit der Preisverleihung verbundene Lesung im Genießer-Hotel „Altes Gymnasium“ bis heute nicht gezahlt habe. „Ich fühle mich, gelinde gesagt, auf den Arm genommen“, schreibt Hacke in seinem Brief an den Verwaltungschef und spricht neben „großem Bedauern“ auch von „nicht geringer Enttäuschung“.

Ihm sei klar, dass der Bürgermeister für diese Sache keine Verantwortung trage, fährt der Autor („Oberst von Huhn bittet zu Tisch – Speisedeutsch für Anfänger“) fort. Im Gegenteil: Die persönliche Begegnung mit Schmitz habe er als sehr angenehm empfunden – genauso wie die Stadt und das Husumer Publikum. „Bloß diesen ,Orden‘ mag ich halt nicht mehr hier haben“, schließt Hacke.

Dafür hat Schmitz volles Verständnis – anders als für das Verhalten von Focks. Die Sache schade nicht nur dem städtischen Image, sondern auch seinem Ansehen als Bürgermeister. Zweimal schon hat Schmitz die Schirmherrschaft für die Verleihung des Ochsenbandordens übernommen. „Aber das geht natürlich gar nicht“, sagt er.

Focks Gebaren ist umso unverständlicher, als er das Geld aus dem Vorverkauf bereits eingesammelt hatte. Das bestätigen Nachfragen bei Hackes Manager Michael Bugmann, beim Genießer-Hotel „Altes Gymnasium“, der Schlossbuchhandlung und der Tourismus- und Stadtmarketing Husum GmbH. Vierte Vorverkaufsstelle war das inzwischen geschlossene „Café Cava“ in der Neustadt, in dem der eingetragene Förderverein 2011 gegründet wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass Focks Verpflichtungen nicht nachkommt. Auch Helmut Debus wartete 2012 vergebens auf die Gage für ein Konzert im ausverkauften „Café Cava“. „Wir haben damals leider nur einen mündlichen Vertrag abgeschlossen“, bedauert der Liedermacher. Der Redaktion liegt allerdings eine Mail vor, in der Focks diese mündliche Vereinbarung mit Debus einräumt und bedauert, ihn nicht bezahlt zu haben. Doch auch dieses Schreiben ist schon wieder einige Monate alt. Und Geld hat Debus bis heute nicht gesehen.

Harvey Focks selbst weist in einer schriftlichen Stellungnahme daraufhin, dass Axel Hacke „alles Recht der Welt“ habe, ungehalten zu sein. Er habe sich bereits bei ihm entschuldigt. Ferner kündigt Focks an, den Vorsitz des Fördervereins niederzulegen. „Damit ziehe ich persönliche Konsequenzen aus meinem Fehlverhalten“, schreibt er und erklärt den Ochsenbandorden „für Geschichte“. Auch beim Bürgermeister hat sich Focks entschuldigt und angekündigt, das symbolische Preisgeld von 99 Euro zurückzahlen zu wollen. Apropos zurückzahlen:

Zu Helmut Debus bezieht Focks keine Stellung. So scheint zumindest das Motto des Ochsenbandordens dessen aktive Lebenszeit zu überdauern: „Love or leave me“ (Lieb’ mich oder verlass’ mich).

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen