„Jugend forscht“ : Preis für junge Erfinder aus Husum

 Nina Schwarz, Theresa Belz und Thore Koritzius an ihrem Stand beim Bundesentscheid von „Jugend forscht“.
Nina Schwarz, Theresa Belz und Thore Koritzius an ihrem Stand beim Bundesentscheid von „Jugend forscht“.

Drei 18-Jährige hatten mit ihrem GPS-Modul, mit dem Gegenstände oder Tiere geortet werden können, Erfolg beim Bundesentscheid.

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01. Juni 2018, 11:00 Uhr

Bis zum Bundesfinale von „Jugend forscht“ haben sie es gebracht und wurden dort mit einem Sonderpreis im Bereich Technik und Naturwissenschaften ausgezeichnet: Theresa Belz und Nina Schwarz von der Theodor-Storm-Schule konnten mit ihrem mobilen Finder für verlorene oder verlegte Gegenstände die Jury in Darmstadt überzeugen und 1500 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen. Das wird allerdings durch drei geteilt, denn mit Thore Koritzius war auch ein Hermann-Tast-Schüler an der Entwicklung des Gerätes beteiligt.

Und was kann das genau? „Das Modul ortet über GPS zum Beispiel einen verloren gegangenen Schlüsselbund oder auch den Standort eines Autos, je nachdem, woran es befestigt wird, und übermittelt diesen mittels einer App an das Smartphone“, erläutern die drei 18-Jährigen, die gerade ihr Abitur machen. Der Clou daran: „Durch ein eingebautes Barometer wird auch der Luftdruck ermittelt – und daraus die Höhe des Objekts berechnet, etwa das Stockwerk, in dem der Schlüssel liegt, oder auch die Parkhaus-Etage, in der das Fahrzeug steht“, so Thore Koritzius. Ortungsgeräte für Autos gibt es zwar schon, aber: „Dieses hier ist kleiner und preiswerter – und es arbeitet aktiv, statt nur angepeilt werden zu können.“

Die Anwendungsbereiche sind allerdings weit vielfältiger: „Wir werden das Gerät auf zwei mal drei Zentimeter Größe verkleinern, dann kann es auch am Halsband einer Katze befestigt werden und so dem Halter den Aufenthaltsort des Tieres übermitteln“, sagt Theresa Belz. Oder als Diebstahlsicherung für Fahrräder. Und mittels des integrierten Wärmefühlers lasse sich auch die Temperatur eines Terrariums oder Motors überwachen, ergänzt Nina Schwarz: „Bei Überhitzung schlägt die Handy-App sofort Alarm.“

Ein Patent können die drei für ihre Entwicklung nicht beantragen, da sie bereits in der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. „Aber ein Gebrauchsmusterschutz ist möglich“, weiß Dr. Jesko Oestergaard, der die jungen Erfinder als Lehrer betreut hat. Er ist stolz auf die drei: „Das sind Schüler, die richtig etwas drauf haben.“ Die durch ganz simple Alltagsprobleme auf die Idee zur Entwicklung von FindIt – so der Name des Projektes – gekommen sind: „Wir wollten ausgehen und haben unsere Sachen nicht gefunden. Da haben wir überlegt, wie sich das ändern lässt“, sagen Theresa und Nina lachend. Und holten Thore zur Verstärkung mit ins Boot.

Einen Hersteller für das Gerät ist jedoch noch nicht gefunden. „Wir haben zwar Sponsoren und Zulieferer für einzelne Komponenten, aber eine weitergehende Vermarktung wäre natürlich toll“, sagt Theresa Belz. Das Preisgeld soll in neue Forschungsprojekte fließen – „Und in unsere Auslandsaufenthalte.“ Theresa will für ein Jahr nach Australien und Nina für ein Jahr nach Kanada. „Und wie es dann weiter geht, wissen wir noch gar nicht so genau“, sagt Nina. Thore hingegen will direkt zur Uni. Und die Fachrichtung ist auch schon klar: „Natürlich Informatik.“

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