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Husumer Nachrichten

22. Oktober 2017 | 01:19 Uhr

Neues Verfahren : Preis für Damm-Sanierung

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Ingenieurverband lobt die Arbeitsgemeinschaft Erfder Damm, zwei Bauunternehmen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, die erstmals in Deutschland das Vakuumverfahren im Straßenbau nutzen.

von
erstellt am 19.Sep.2013 | 07:00 Uhr

Erstmals wurde der Deutsche Ingenieurpreis Straße und Verkehr verliehen. In der Kategorie Innovation erhielt ihn ein Projekt aus dem Norden. „Aus Moorboden wird tragfähiger Baugrund einer Bundesstraße mit Hilfe des Vakuum-Verfahrens“ heißt die belohnte Methode, die bei der Sanierung des Erfder Damms, der B 202, angewandt wird. Die Arbeitsgemeinschaft Erfder Damm, zwei Bauunternehmen aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wurden von der Jury zum Sieger gekürt, da das Verfahren eine mögliche künftige Bauweise darstellt, die Zeit und Kosten einsparen kann. Es wurde erstmals in Deutschland angewandt.

Stefanie Berkner vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Flensburg erklärt auf Anfrage, dass dieses neue Verfahren auf Vorschlag der Baufirmen angewandt werde. Ausgeschrieben worden sei von ihrem Haus die klassische Vorgehensweise, nämlich eine tragfähige Deckschicht aus Sand auf den Untergrund aufzubringen. Dabei, so räumt sie ein, bestehe allerdings bei moorigen, beziehungsweise weichen Untergründen die Gefahr, dass es nach einiger Zeit zu Setzungen des Untergrunds kommen könnte. Beim Vakuumverfahren werde quasi der Straßenunterbau in eine Folie eingeschlossen, und das Wasser abgepumpt. Dieses Verfahren sei vergleichbar mit Kunststoffsäcken, die mit Wäsche gefüllt werden und dann mit Hilfe eines Staubsaugers luftleer gepumpt werden, so dass das Volumen erheblich schrumpfe.

Der Untergrund werde also verdichtet und darauf müsse dann eine Sandschicht aufgetragen werden. Allerdings falle so auch nicht der Abtransport des ausgehobenen Materials an, zudem werde wesentlich weniger Sand benötigt. Diese Methode soll laut Jury rund 30 Prozent günstiger sein als herkömmliche Vorgehensweisen. Die Kosten belaufen sich für den 2,2 Kilometer langen Streckenabschnitt auf rund 10,5 Millionen Euro. Dem Verkehrsteilnehmer dürfte es allerdings egal sein, nach welchem Verfahren die Straße gebaut worden ist. Wichtig für den Nutzer ist nur, dass die Bauzeit möglichst kurz und der Straßenbelag ordentlich ist. Und bei der Sanierung des Erfder Damms ist ein Ende in Sicht.

Laut Stefanie Berkner sollen in den Herbstferien die Asphaltierungsarbeiten anlaufen. Zudem soll die Ortsdurchfahrt Erfde, die gegenwärtig noch einer Kraterlandschaft gleicht, eine neue Decke erhalten. Und noch ein drittes Projekt ist im Zuge der Sanierung für den Zeitraum der Herbstferien vorgesehen: Der Abriss der alten Bahnbrücke. „Wenn alles optimal läuft, dann hoffen wir, dass Ende Oktober der Verkehr auf dem Erfder Damm wieder reibungslos rollen kann“, sagt Stefanie Berkner.

Während der mehrjährigen Sanierung des B202-Teilstücks durch das moorige Gebiet, kam auch noch eine weitere technische Innovation zum Einsatz. Beim ersten Teilstück wurde der komplette Damm, einschließlich der Fahrbahn, abgetragen und der Untergrund gut drei Meter tief ausgeschachtet. Abgedichtet wurde dieser Bereich zum natürlichen Untergrund mit einem speziellen Kunststoff-Vlies. Darauf wiederum wurden Styropor-Blöcke gelegt. Diese dienen als Untergrund für den Damm und die Fahrbahn. Durch diese Leichtbauweise konnte verhindert werden, dass durch das hohe Gewicht der Damm ganz allmählich in den Untergrund absinkt und die Fahrbahn dadurch wellig und nahezu unpassierbar wird, so wie der gesamte Erfder Damm vor Beginn der Arbeiten aussah.

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