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Sportflieger im Wettbewerb : Präzise fliegen, punktgenau landen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zur Deutschen Meisterschaft im Navigationsflug und der Rallye zwischen den Meeren kommen 33 Sportflugzeuge nach Husum-Schwesing.

von
erstellt am 24.Mai.2016 | 16:00 Uhr

Sekundengenauer Überflug von markanten Punkten in Schleswig-Holstein, kombiniert mit einer metergenauen Ziellandung auf der einzigen Piste der Welt mit einem Zaun in der Mitte, der den militärischen vom zivilen Teil trennt: Der Flugplatz Husum-Schwesing wird drei Tage lang zur Drehscheibe für die deutschen Luftsportler. Von Donnerstag, 26. Mai, bis Sonnabend, 28. Mai, starten hier 20 Kleinflugzeuge zum dritten Wertungsabschnitt der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Navigationsflug, die vom Deutschen Aero-Club ausgerichtet wird. Und am letzten Wettbewerbstag gesellen sich noch einmal 13 Teams aus dem Norden dazu, die die vom Luftsportverband Schleswig-Holstein initiierte „Rallye zwischen den Meeren“ bestreiten.

„Die Veranstaltungen fließen ineinander und unterscheiden sich von der sportlichen Seite her kaum voneinander“, sagt Michael Frank-Stever, der Geschäftsführer des Luftsportverbandes SH. „Am Sonnabend bekommen auch alle Teilnehmer dieselbe Aufgabe.“ Allerdings werde die Rallye gesondert gewertet – und da gebe es zwei Klassen, Fortgeschrittene und Einsteiger. Denn natürlich soll auch der fliegerische Nachwuchs an derartige Wettbewerbe herangeführt werden. „Junge Motorflieger zahlen kein Nenngeld, das übernimmt der Veranstalter, um die Teilnahme attraktiver zu machen.“ Offenbar mit Erfolg: „Da war schon mal viel weniger los in der Deutschen Meisterschaft, jetzt baut sich die Szene langsam wieder auf“, so Frank-Stever.

Die vorderen Plätze in der Meisterschaft machen allerdings die alten Hasen unter sich aus. „Wir haben einen Teilnehmer dabei, der schon auf Weltniveau Goldmedaillen gewonnen hat“, erzählt der Luftsportverbands-Geschäftsführer. Allerdings sei der 54-Jährige auch Berufspilot und fliege einen Airbus A330 bei Air Berlin.

Bis auf eine sind alle Maschinen mit zwei Personen besetzt. „In der Deutschen Meisterschaft fliegt eine Schweizerin mit, die allein im Flieger sitzt und die Aufgaben ohne Hilfe bewältigen muss.“ Das sei im nationalen Wettbewerb erlaubt, während bei internationalen Meisterschaften nur zweiköpfige Teams zugelassen sind. „Das ist aber schon recht viel, was sie sich da aufbürdet.“

Denn die Aufgaben haben es in sich: „Jede Mannschaft bekommt zwei Karten und einen Satz Fotos von Objekten, die als Wendepunkte überflogen oder aber im Verlauf des Fluges erkannt werden müssen“, erläutert Frank-Stever. Das sind als Wendepunkte an einem Wettbewerbstag vielleicht nur Kirchen, am nächsten Brücken und am dritten Bahnübergänge. Der Zeitpunkt für den Überflug ist für jedes Flugzeug auf die Sekunde genau festgelegt – und ein mitgeführter Datenrekorder erfasst die tatsächliche Zeit. Der Rekorder ist auch das einzige erlaubte elektronische Gerät an Bord: „Navigiert werden darf nicht mit dem iPad, sondern nach alter Sitte nur mit Karte und Kursdreieck.“ Und nebenher müssen anhand der mitgegebenen Fotos noch weitere Objekte entlang der Flugroute identifiziert werden. Gekrönt wird das Ganze von einer Ziellandung, die auf oder möglichst nah an einem drei mal zwölf Meter messenden weißen Balken auf der Landebahn erfolgen muss. „Bei Abweichungen gibt es Strafpunkte.“

Die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der jeweils 167 Kilometer langen Strecke richtet sich nach dem Flugzeugtyp und wird individuell festgelegt. „Die schnellen Flieger starten zuerst und die langsameren dahinter, damit es unterwegs nicht zu gefährlichen Situationen durch Überholmanöver kommt“, so Frank-Stever. Gekürt werden die Sieger beider Wettbewerbe am Sonnabendabend im Handwerkerhaus.

 

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