Präsenter, flexibler und besser erreichbar

Gehen neue Wege: Olaf Schulz, Alfred Bahnsen, Jürgen Zimmer und Johannes Hübner. Foto: stb
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Gehen neue Wege: Olaf Schulz, Alfred Bahnsen, Jürgen Zimmer und Johannes Hübner. Foto: stb

Die Polizei will mit einer veränderten Revierstruktur noch näher am Bürger sein / Polizeihauptkommissar Jürgen Zimmer übernimmt die Leitung

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12. April 2013, 12:53 Uhr

Niebüll | "Wir versprechen uns eine verlässlichere Polizei", sagt Oberrat Olaf Schulz. Wie der Leiter der Polizeidirektionen Flensburg und Husum, Kriminaldirektor Johannes Hübner, ist auch er als dessen Stellvertreter von dem Erfolg der Umstrukturierungen überzeugt. Ein erster Schritt ist bereits vollzogen. Leiter des neuen Polizeireviers Niebüll ist seit dem 1. April Polizeihauptkommissar Jürgen Zimmer (49). Der verheiratete Vater zweier Kinder war zuvor stellvertretender Leiter des 2. Polizeireviers in Flensburg - und dort bleibt er auch wohnen. "Ich glaube nicht, dass ein paar Tage ausreichen, sich in Nordfriesland einzuleben." Er müsse sich erst einmal mit der Amt- und Gemeindestruktur vertraut machen. Polizeihauptkommissar Alfred Bahnsen, bisheriger Chef der Polizeizentralstation, bleibt den Niebüllern als Stellvertretender Leiter des neuen Polizeireviers erhalten.

Die neue Struktur ist selbst für Profis etwas kompliziert. Formal wird es im Norden vorerst mit Husum und Flensburg noch zwei Polizeidirektionen geben. Ziel ist es, Ende 2013 nach einer Fusion mit Flensburg mit nur noch einer Direktion zu arbeiten. Johannes Hübner: "Aber dafür benötigen wir eine Änderung des Polizeiorganisationsgesetzes durch den Landtag." Jetzt würden erst einmal die Voraussetzungen geschaffen, um dies möglich zu machen.

Die Polizeidirektion Husum ist derzeit wie folgt aufgeteilt: Neben der Kriminalpolizeistelle Husum mit den Außenstellen Sylt und Niebüll sowie dem Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Schuby gehören ihr auch die Polizeireviere Sylt sowie auf dem Festland Husum und Niebüll an. Letztere ist die vorgesetzte Dienststelle der Polizeistationen Bredstedt, Leck und Wyk/Föhr (mit der Zweigstelle Nebel/Amrum) - aber auch Niebüll, denn hier werden, obwohl Führungsstation, wie bisher polizeiliche Aufgaben wahrgenommen.

Die Schließung der "nicht mehr zeitgemäßen" vier Ein- oder Zwei-Mann- Polizeistationen Klanxbüll, Neukirchen, Risum-Lindholm und Süderlügum erfolge personalverträglich, ortsnah und in Absprache mit den Beamten. Sie soll laut Olaf Schulz mit Ablauf des zweiten Quartals, also Ende Juni, abgeschlossen sein. Niemand werde degradiert, erklärt Hübner. Jürgen Zimmer ergänzt: "Und es wird auch niemand quer durch das Land versetzt." Beispielsweise wird der Beamte aus Risum-Lindholm künftig auf eigenen Wunsch seinen Dienst in Bredstedt versehen. Dennoch ist Jürgen Zimmer klar: "Die Veränderungen werden auch kritisch betrachtet. Die Stationsbeamten werden der bisherigen Form nachtrauern. Dennoch: Personal-Einsparungen werde es nicht geben. Im Gegenteil. Olaf Schulz: "Alle Planstellen bleiben hier." 21 Dienstposten werden im Laufe der kommenden drei bis vier Jahre, das Gros innerhalb von drei Jahren, zusätzlich von Flensburg an die Westküste verlegt, ergänzt Hübner. Ziel ist es, jede der vier verbleibenden Stationen mit etwa 14 Beamten zu besetzen. Die Struktur mit Wyk als Zentralstation und Amrum als nachgeordnete Dienststelle habe sich bewährt und bleibe erhalten, stellt Schulz klar. Wyk werde von sieben um zwei auf neun, Amrum von zwei auf drei Beamte aufgestockt. Hier tun im Zuge des Bäderdienstes zeitweise sogar bis zu fünf Polizisten Dienst.

Was wünscht sich der neue Revierleiter Niebülls Jürgen Zimmer? "Mehr Präsenz in der Fläche und zu festgesetzten Zeiten." Konkret bedeutet das eine Verstärkung der Streifen an den Wochenenden, die verbesserte Erreichbarkeit, telefonisch und persönlich, der Beamten in den Stationen (Stichwort Öffnungszeiten). Die aber, macht Olaf Schulz deutlich, sei - bei 41-Stunden-Woche, Abwesenheit für Lehrgänge und Urlaubszeiten - erst ab einer bestimmten Personalstärke zu gewährleisten. Da würden die zusätzlichen Kollegen recht kommen. Das Ziel, jeder Bürger solle innerhalb von zehn Kilometern die nächste Polizeistation erreichen können, werde mit der Umstrukturierung nahezu erreicht. Nicht möglich sei dies in Gebieten, in denen ohnehin eine niedrige Bevölkerungsdichte herrsche. "Dort hätten wir neue Stationen einrichten müssen, wo vorher keine gewesen sind." Wenig sinnvoll. Wichtig sei es auch, den Beamten der aufzulösenden Stationen klar zu machen, dass ihre bisherige Arbeit keineswegs vergebens gewesen sei. Ihre Arbeitskraft werde nun woanders benötigt. "Die Polizei muss sich weiterentwickeln, wie die Gesellschaft auch." Denn: "Der Bürger hat einen Anspruch auf die Polizei - und der ist überall gleich."

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