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Angst vor Ausbreitung der Krankheit : Pony stirbt an Pferdeherpes: Reiter in Nordfriesland sind besorgt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein aufgestalltes Pony ist beim Mildstedter Reit- und Fahrverein an Pferdeherpes verendet, ein zweites Tier hat die Infektion überstanden. Alle Turniere wurden vorsorglich abgesagt.

Mildstedt | In Windeseile verbreitete sich die Nachricht in den sozialen Netzwerken: Im Stall des Mildstedter Reit- und Fahrvereins seien bereits fünf Pferde an den Folgen einer schweren Infektionskrankheit verendet. Bei den Pferdefreunden im Kreis schrillen die Alarmglocken – und in den Tierarztpraxen unentwegt die Telefone. „Kein Grund zur Panik“, erklärte Tierarzt Dr. Karsten Klein aus Viöl am Donnerstagabend in einer eigens anberaumten Krisensitzung im Reiterstübchen des Vereins und riet zur Besonnenheit: „Den Ball flach halten. Nicht alle Gerüchte sind wahr. An den Folgen der Infektion ist ein Pony im Stall des Vereins gestorben.“

Die schwerwiegende Atemwegserkrankung sei offenbar auf das Nervensystem übergesprungen, sagte der Veterinär. Das Tier habe später seine Hinterbeine nicht mehr kontrolliert bewegen können, „so dass es eingeschläfert werden musste“. Es habe also einen Todesfall gegeben, unterstrich Dr. Klein. Anfangs herrschte Rätselraten über die Ursache der Erkrankung, von der auch ein in unmittelbarer Nachbarschaft untergebrachtes Pferd betroffen war. Bis jetzt der Laborbericht vorgelegt wurde, wonach das Tier vom Herpesvirus Typ I befallen war.

Reitanlage bis Ende des Monats gesperrt

Der Vorstand des Mildstedter Vereins rief seine Mitglieder umgehend zu einer Informationsveranstaltung zusammen, an der neben dem Viöler Tierarzt auch Kreisveterinär Dr. Dieter Schulze teilnahm.Bei dem Treffen im Reiterstübchen ging es auch darum, was von Vereinsseite nun zu tun sei. Dazu gehört die Sperrung der Reitanlage bis Ende Februar. Kein Pferd darf die Anlage verlassen oder betreten, im Monat Februar findet kein Reitunterricht mehr statt. Zudem werden sämtliche Lehrgänge, das MiRa-Turnier (ausschließlich für Teilnehmer aus Mildstedt und Rantrum) sowie das Hallenringreiten abgesagt.

Da die Infektion im kleinen Stall aufgetreten ist, dürfen die Tiere aus diesem Bereich nur noch in der kleinen Halle bewegt werden. Für die Pferde aus dem großen Stall steht dafür allerdings nach wie vor die große Halle zur Verfügung. Ein wichtiger Hinweis wurde noch gegeben: Die Inkubationszeit kann bis zu 14 Tage betragen. Das bedeutet, dass noch weitere Tiere erkranken könnten, obwohl bislang kein weiterer Fall von Herpes aufgetreten sei.

Was genau ist Pferdeherpes?

Pferdeherpes ist nach Angaben des Viöler Veterinärs eigentlich eine Erkrankung der Atemwege, doch in vielen Fällen setze sich das Virus auch in den Nervenbahnen fest, so dass es zu neurologischen Ausfällen kommen könne. Zwar gebe es eine Impfung gegen Herpes, doch bewirke die lediglich, dass der Krankheitsverlauf weniger heftig verlaufe. Das zweite im kleinen Stall befallene Pferd nämlich sei gegen Herpes geimpft und befinde sich bereits auf dem Weg der Besserung.

Der Kreisveterinär sprang seinem Kollegen aus Viöl zur Seite und empfahl zudem, dass im näheren Umkreis der Kontakt mit anderen Pferden vermieden werden sollte. Er verglich die Erkrankung mit dem Rinderherpes, der auch überwiegend in einem Bestand bleibe.

Dennoch gaben die Fachleute den vielen besorgten Vereinsmitgliedern den Rat, die eigenen Pferde genau zu beobachten – und wenn möglich, auch die Temperatur zu kontrollieren. Das Heimtückische am Pferdeherpes sei nämlich, dass er latent in einigen Tieren vorhanden sein könne. Werde das Virus dann in Stress-Situationen ausgeschieden, könne eine Infektionskette in Gang gesetzt werden. Zudem bestehe die Gefahr, dass trächtige Stuten bei einer Infektion ihr Fohlen verlieren. Nach dem Ende der Inkubationszeit sollte die gesamte Reitanlage desinfiziert werden. Und noch ein wichtiger Hinweis: „Pferdeherpes kann nicht auf andere Haustiere oder den Menschen übergreifen.“

 

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erstellt am 06.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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