Zeitung in der Schule : Pommes im Tierheim Ahrenshöft

Die Schüler haben sich zum Gruppenbild versammelt – und Hund Pommes darf mit aufs Foto.
Die Schüler haben sich zum Gruppenbild versammelt – und Hund Pommes darf mit aufs Foto.

Die Klasse 8a der Rungholtschule in Husum besucht die Katzen und Hunde, die in Ahrenshöft untergebracht sind.

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13. Februar 2019, 14:34 Uhr

Husum | Schwungvoll fährt die Sozialpädagogische Assistentin Anna Frassmann den weißen Bus der Rungholtschule auf den Hof des Tierheims in Ahrenshöft. Erwartungsvoll klettern die Schüler der Klasse 8a hinaus in die Kälte, die Hunde bellen laut in ihren Zwingern. Die Tierpflegerinnen Anja Schade und Peggy Pittner begrüßen die Schüler freundlich und erklären ihnen die Verhaltensregeln für den Besuch. Als die Klassenlehrerin Merve Beyersdorf nach den selbstgemachten Leckerlis fragt, schlägt sich Niklas an die Stirn: „Die liegen noch in der Schule!“ Die anderen stöhnen: „Oh Niklas, das fängt ja gut an.“

Katzen und Hunde

Im Gebäude riecht es stark nach Hunden, Futter und ein wenig nach Katzen. Es ist Platz für 13 Hunde, die je einen eigenen Zwinger haben, und für 30 bis 35 Katzen. Die großen Katzen haben drei Zimmer mit einem Ausgang zu den Freigehegen. Im Zimmer der Babykatzen ist sehr viel Spielzeug, zwei Kätzchen spielen Fußball mit einem Tennisball. Zwei der Babykatzen sind noch ohne Namen. Jason fällt der Name Anna ein und Florian begeistert sich für den Namen Harald.

Die Hunde sind gerade draußen zu zweit oder allein in großen Zwingern. Dominik, Jason und Simon begrüßen den Dobermann Timmi, den sie bei einem Besuch vor einem Jahr kennen gelernt haben. Timmi ist schon seit drei Jahren hier und mit seinen elf Jahren das älteste Tier. Er hat in jungen Jahren nicht viel Erziehung genossen und nun ist es aufgrund seiner besonderen Verhaltensweisen schwierig, ein passendes Heim für ihn zu finden.

Der vierjährige Pommes lebte bei einem Herrchen, der nachts arbeiten musste. Pommes kann leider nicht alleine sein und bellte die ganze Nacht. Die Nachbarn fühlten sich sehr gestört und der Besitzer musste sich entscheiden wer auszieht: er oder sein Hund. Die Tierpflegerin Peggy fand sofort, dass er wie eine leckere Pommes aussieht. Als er für das Gruppenfoto auf dem Arm von Anja darf, probiert Pommes erstmal Davids Hand und schleckt sie liebevoll ab.

Tierpflegerinnen wechseln sich ab

Nach dem Rundgang beantworten Peggy und Anja geduldig die vielen Fragen, die die Schüler vorbereitet haben. Es arbeiten zwei hauptamtliche Tierpflegerinnen hier, die sich im Wochenrhythmus abwechseln. Wenn jemand mit den Hunden Gassi gehen möchte, sollte er Hundeerfahrung haben. Anja und Peggy betonen, wie wichtig es ist, dass Hund und Herrchen oder Frauchen gut zueinander passen. Die meisten Hunde benötigen sechs bis acht Wochen Hundetraining, bevor sie vermittelt werden können. Bei dieser Aufgabe werden sie ehrenamtlich von einer Hundeschule unterstützt. Anja und Peggy haben auch manchmal Notfalleinsätze, dann müssen gemeinsam mit dem Ordnungsamt oder der Polizei Tiere in Obhut genommen werden.

Mit eisigen Nasen und kalten Füßen verabschieden sich die Schüler von Pommes, Timmi und der Katze Anna. Niklas bekommt von Pommes noch ein schlabberiges Küsschen auf den Mund.

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